17. Oktober 2019, 12:44
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anleger reiten die K-Pop-Welle

K-Pop ist nicht nur ein Phänomen der Musikszene, sondern hat sich längst zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Koreanische Popstars beeinflussen inzwischen die Konsumgewohnheiten von jungen Zielgruppen weltweit, egal ob Mode, Kosmetik oder Luxusgüter. Anleger sollten das nutzen

Shutterstock 1182756385 in Anleger reiten die K-Pop-Welle

K-Pop bestimmt das Konsumverhalten weltweit.

Egal ob Asien, Nord- und Südamerika, Europa oder der mittlere Osten – Millennials und Teenager der Generation Z weltweit sind von der „Hallyu“, erfasst. Die sogenannte „Koreanische Welle“ beschreibt die seit den 1990er Jahren wachsende Popularität der südkoreanischen Kulturwirtschaft, die Popkultur, Unterhaltung, Musik, Fernsehdramen und Filme exportiert. Befeuert wird der Trend besonders durch die koreanische Popmusik (K-Pop) und Boy- und Girlbands wie BTS, Blackpink, Twice und Big Bang, die für Südkorea längst zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden sind.

Allein BTS trug 2018 3,6 Milliarden US-Dollar zur koreanischen Wirtschaft bei. Der Erfolg der siebenköpfigen Boyband ist exemplarisch für den K-Pop-Trend: 2018 verkaufte sie mehr als fünf Millionen Platten, innerhalb von 11 Monaten schaffte sie es dreimal an die Spitze der US Billboard Charts, auf Instagram folgen der Band 20,5 Millionen Menschen und die 35.000 Tickets für ihr letztes Konzert in Berlin waren trotz Ticketpreisen von bis zu 240 Euro innerhalb von Minuten ausverkauft. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Musik. K-Pop beeinflusst inzwischen die Konsumgewohnheiten von jungen Zielgruppen weltweit, egal ob Mode, Kosmetik oder Luxusgüter.

„Daraus ergeben sich enorme Absatzpotenziale für Unternehmen“, sagt Tommaso Tabacchi, Fondsexperte bei GAMAX Funds. „Internationale Konzerne und ihre Marken haben das erkannt und das Hallyu-Phänomen in ihren Marketingstrategien- und Maßnahmen berücksichtigt. Das bemerkenswerte am K-Pop-Trend ist dabei, dass die Kooperationen mit Bands als Testimonials, für Mode-Kollektionen oder für Merchandise-Artikel so erfolgreich sind, dass sie innerhalb kürzester Zeit messbare Auswirkungen haben.“

Messbarer Erfolg: Lieferengpässe bei Hyundai durch BTS-Kooperation

Nachdem beispielsweise Hyundai Ende 2018 BTS als Testimonials für den SUV Hyundai „Palisade“ verpflichtete, hatte der koreanische Automobilhersteller aufgrund der großen Nachfrage sogar mit Lieferengpässen zu kämpfen. Laut der Tageszeitung Joongang Ilbo gingen in Südkorea bis zum 18. Februar 2019 insgesamt 59.000 Bestellungen für den „Palisade“ ein – ursprünglich kalkulierte Hyundai mit einer Absatzmenge von 25.000 Stück. „Der Erfolg dieser Kampagne zeigt, dass die Hallyu nicht nur Teenager erfasst hat. Das sind ja eigentlich die klassischen Fans von Boy- und Girlbands. K-Pop spricht aber auch ein kaufkräftigeres Publikum, nämlich junge Berufstätige in den 20er und 30ern, an“, so Tabacchi.

Im Falle Mattel sorgte BTS sogar für einen kleinen Höhenflug des Aktienkurses: Nachdem der US-amerikanische Spielzeughersteller Anfang Januar 2019 eine Merchandise-Kooperation mit BTS verkündete, verzeichnete die Aktie ein Plus von 8,5 Prozent. Im Rahmen der Partnerschaft, zu der auch das BTS-Label Big Hit Entertainment gehört, entwickelt Mattel unter anderem Puppen und Spiele rund um die koreanischen Superstars. Auf Twitter wurde die Zusammenarbeit mit dem Hashtag #BTSDollsOfficial publik gemacht, woraufhin der Twitter Account von Mattel mehr als 25.000 neue Follower verzeichnete.

Luxus, Mode, Beauty – Keine Marke ohne K-Pop

Den größten Einfluss hat Hallyu zurzeit jedoch auf den Luxus-, Mode- und Kosmetiksektor. K-Pop Stars gehören inzwischen zu den wichtigsten globalen Mode-Influencern. Auch hier ist der Einfluss messbar: In ihrem „Year in Fashion“ Report 2018 berichtete die Mode-Suchplattform Lyst, dass die Suchanfragen für Marken wie Moschino oder Crome Hearts stark angestiegen waren, nachdem sie von einem K-Pop-Star getragen wurden. Als der Sänger RM in einem pinken Adidas Fußball-Shirt fotografiert wurde, stiegen die Suchanfragen nach pinken T-Shirts zum Beispiel um 97 Prozent.

Der Luxusgüterkonzern LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton SE (LVMH) hat das Monetarisierungspotenzial von K-Pop bereits vor Jahren erkannt und die einzelnen Marken des Konzerns haben die Popularität der Bands in ihre Strategien integriert: Fendi launchte 2017 eine spezielle Kollektion mit Big-Bang-Sänger Tae Yang und die Kosmetikkette Sephora arbeitet seit 2018 mit der K-Beauty-Plattform Memebox zusammen, um koreanisch-inspirierte Kosmetikprodukte für US-Kunden anzubieten. Die Strategie des Konzerns scheint aufzugehen: Im ersten Halbjahr 2019 steigerte LMVH seinen Umsatz um 15 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Erfolgstreiber ist laut Aussage des Unternehmens unter anderem die steigende Nachfrage auf asiatischen Märkten.

Ein Abebben der Hallyu ist aktuell nicht in Sicht – im Gegenteil. 2019 trat die Girlband Blackpink als erster K-Pop-Act überhaupt auf dem kalifornischen Kult-Festival Coachella auf. Weltweit werden spezielle K-Pop Festivals organisiert, in Deutschland zuletzt Ende Oktober 2019 in Mannheim. Und laut den koreanischen Medien verzeichnen koreanische Universitäten sogar einen neuen Höhepunkt an internationalen Studenten. Der genannte Grund: K-Pop. „K-Pop ist mehr als nur ein kurzer Hype. Der Trend ist über viele Jahre weltweit gewachsen und für viele junge Konsumenten vermittelt Hallyu eine Art Lebensgefühl“, so Tabacchi. „Profitieren können Anleger davon, wenn sie Ausschau nach Unternehmen halten, die diesen Milliardenmarkt strategisch für sich zu nutzen wissen.“

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Digitaler Antragsprozess: Diese Lebensversicherer haben es drauf

Die IT-Sparte des Analysehauses Franke und Bornberg unterstützt Versicherer auf ihrem Weg in digitale Antragsprozesse. Die größten Fortschritte verzeichnet Franke und Bornberg im Bereich Lebensversicherung. Jeder vierte Lebensversicherer setzt bereits auf digitale Antragsprozesse von Franke und Bornberg.

mehr ...

Immobilien

Immobilien als Anlage gegen den Minuszins

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen hält Investitionen in Immobilien für sehr wertstabil und für eine gute Maßnahme, sich vor einer Minderung des Geldwertes zu schützen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Online-Umfrage des Hamburger Fintechs Exporo zum Thema „Anlageverhalten in der Niedrigzinsphase”, zu der im November diesen Jahres 1.000 Bundesbürger befragt wurden.

mehr ...

Investmentfonds

Globaler Fonds für Nachranganleihen kommt von Bantleon

Der Asset Manager Bantleon hat den globalen Publikumsfonds Bantleon Select Corporate Hybrids aufgelegt, der primär in nachrangige Unternehmensanleihen von etablierten Investment-Grade-Schuldnern investiert. Den Hauptbestandteil des Fonds bilden in Euro denominierte Anleihen. Um die Renditechancen zu steigern, kann das Portfolio Management zudem in Anleihen anderer Währungen aus Industrieländern investieren. Das Fremdwährungsrisiko wird nahezu vollständig abgesichert. Die Fokussierung auf Nachranganleihen von Schuldnern mit guter bis mittlerer Bonität ermöglicht eine höhere Rendite als bei Portfolios, die ausschließlich aus erstrangigen Anleihen derselben Schuldner bestehen, ohne ein höheres Insolvenzrisiko einzugehen.

mehr ...

Berater

Verbrauchertipps zum Weihnachtsgeld   

Gibt es bei Kündigung anteiliges Weihnachtsgeld für das laufende Jahr? Haben alle Mitarbeiter den gleichen Anspruch? Und wie viel Geld steht dann Teilzeitkräften zu? ARAG klärt die wichtigsten Fragen zur betrieblichen Bescherung.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marvest startet drittes Crowdinvesting-Projekt

Die auf den maritimen Sektor spezialisierte Online-Plattform Marvest hat ihr drittes Projekt für Investoren veröffentlicht. Die Anleger können über eine “Schwarmfinanzierung” in ein Darlehen für einen Mehrzweckfrachter investieren. 

mehr ...

Recht

Betriebskostenabrechnung: 5 Tipps für Vermieter

Heizung, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung, Versicherungen, Gebäudereinigung, Verwaltungskosten, Leerstand und mehr: Was ist umlagefähig, was nicht? Vor dieser Frage stehen Eigentümer von Mietimmobilien spätestens dann, wenn sie die jährliche Betriebskostenabrechnung erstellen und bestimmte Mindestanforderungen beachten müssen. Gerade Vermieter von kleineren Immobilien, die diese selbst verwalten, werden dabei vor einige Herausforderungen gestellt. Der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler fasst daher zusammen, was zu einer rechtssicheren und ordnungsgemäßen Betriebskostenabrechnung gehört.

mehr ...