5. Dezember 2019, 07:37
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“Anleger schauen stärker auf Kosten und Transparenz”

Marie Cardoen, Leiterin des Privatkundengeschäfts in Deutschland und Österreich bei Goldman Sachs Asset Management (GSAM), gibt einen Einblick in aktuelle Anlagetrends und beantwortet die Frage, welche Fonds weiter an Bedeutung gewinnen, was GSAM im kommenden Jahr auf der Produktseite plant – und wo der Fokus bei der Unterstüzung potenzieller Vertriebspartner liegt.

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Marie Cardoen, Goldman Sachs Asset Management

Was sind wichtige Erkenntnisse aus diesem Jahr – was bewegte die Kunden?

Das makroökonomische Umfeld und die geopolitischen Spannungen üben weiter einen großen Einfluss auf die Märkte aus. Im Moment sind die Bedingungen weitestgehend gut – auch durch die nach wie vor lockere Geldpolitik. Das Rezessionsrisiko ist moderat. Die politischen Schocks, etwa im Handelskonflikt zwischen China und den USA, haben die Märkte jedoch volatiler gemacht. Die Kunden schauen daher derzeit neben der Performance auch stärker auf Kosten und ihre Transparenz. Dies spielt für uns auch im Zuge der Finanzmarktrichtlinie Mifid ohnehin schon länger eine wichtige Rolle.

Neben den Kosten: Welche weiteren Faktoren beeinflussen das Produktangebot?

Weil viele Anleger kostensensibler geworden sind und zugleich Leistung einfordern, zusätzlich aber die Herausforderungen im immer komplexeren internationalen Marktumfeld steigen, setzen wir auf Value, unter anderem mit Big-Data-Fonds. Das sind quantitative Aktienfonds, in denen große Datenmengen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz analysiert werden. Die Gebühren für diese Produkte sind relativ niedrig. Durch ihren Informationsvorsprung entstehen interessante Renditepotenziale.

Ein weiterer Trend sind Geldanlagen, deren Rendite ähnlich ist wie bei Aktien, die aber ein alternatives, ausgewogeneres Rendite-Risiko-Profil aufweisen. Alternative Investments wie Liquid Alternatives oder auch illiquide Anlagen sind hier für Kunden interessant. Besonders gefragt zur Portfoliodiversifizierung waren Private-Equity, Private-Credit und Infrastrukturinvestments. Außerdem würde ich generell noch Multi-Asset-Produkte nennen. Dass sie in Deutschland seit Jahren beliebter werden, ist nichts Neues. Wir sehen aber vor allem steigenden Bedarf an Multi-Asset-Income-Fonds, die einen dynamischen und ertragsorientierten Anlageansatz verfolgen – was in einem Umfeld negativer Renditen zweifellos empfehlenswert ist.

GSAM hat jüngst eine ETF-Reihe gestartet – das machen andere Anbieter doch schon länger…

Stimmt. Aber wir bieten keine klassischen ETFs, sondern vergleichsweise kostengünstige Smart-Beta-Produkte an. Warum? Weil uns bei passivem Investieren wichtig ist, nicht einfach nur einen Index abzubilden, sondern über klare und nachvollziehbare Kriterien für Transparenz bei der Anlageentscheidung zu sorgen – und aktiv Renditen zu erwirtschaften. Bislang bieten wir einen US-Large-Cap ETF, einen mit Schwerpunkt auf Emerging Markets sowie einen ETF auf chinesische Staatsanleihen an. Wir werden diese Reihe in den kommenden Monaten ausgewogen um zusätzliche Aktien- und Anleihe-ETFs erweitern.

Foto: GSAM

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