30. Oktober 2019, 11:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Blockchain: Liechtenstein als Vorbild?

Frank Wagner, CEO und Mitbegründer des Investment Managers INVAO, kommentiert, warum die einstimmige Verabschiedung des Token and TT Service Provider Act-TVTG in Liechtenstein große Bedeutung für die Blockchain-Branche und -Technologie haben wird.

Blockchain in Blockchain: Liechtenstein als Vorbild?

Die einstimmige Verabschiedung zugunsten des ersten Blockchain-Gesetzes der Welt ist ein großartiges Zeichen für den gesamten Markt. Das ausgerechnet Liechtenstein, eines der kleinsten Länder Europas, diesen Weg geht, ist dabei alles andere als überraschend. Wir selbst haben Liechtenstein für unseren Unternehmenssitz gewählt. Das bekannte Liechtensteiner Gesetz von 1928, nach dem immaterielle Güter als Finanzprodukte gelten dürfen – und somit auch Kryptowährungen – ist sicherlich der medienwirksamste Grund, tatsächlich ist die positive Einstellung des Fürstentums gegenüber der Technologie aber bereits seit Jahren spürbar. Liechtenstein entwickelt sich zum optimalen Blockchain-Ökosystem und geht mit der aktuellen Entscheidung einen weiteren konsequenten Schritt von vielen, die folgen werden.

Rechtssicherheit für die Branche

Mit dem Token and TT Service Provider Act-TVTG schafft Liechtenstein Rechtssicherheit für eine Branche, die noch in ihren Kinderschuhen steckt und dieser Struktur dringend bedarf. Besonders hervorzuheben ist, dass das Gesetz der Geschwindigkeit der Branche Rechnung trägt. Token werden sehr weitläufig als Container definiert, die ganz unterschiedliche Arten von Rechten verbriefen können. Außerdem hat das Liechtensteiner Parlament sehr technologieneutral formuliert. Die Rechtsprechung richtet sich also nicht nur an bestehende Anwendungen, sondern ist klar zukunftsgewandt.

Nur in einem geregelten Markt können die Blockchain-Technologie und ihre dazugehörige Branche jene immensen Potenziale entfalten, die ihrer Bedeutung häufig Vergleiche mit der des Internets einbringen. Anders als häufig angenommen, suchen seriöse Unternehmen der Branche nämlich gerade ein solches reguliertes Umfeld. Das ist auch der Grund, warum das Wertpapierprospekt unseres IVO-Token komplett von der FMA Liechtenstein gebilligt wurde und wir konsequent mit gleichgesinnten Unternehmen kooperieren, die ebenfalls regulierte Wege beschreiten wollen.

Andere Länder können kaum Schritt halten

So freudig die Entscheidung des Liechtensteiner Parlaments und so positiv die Entwicklung des Landes in Bezug auf Blockchain auch ist, muss jedoch gleichermaßen gesehen werden, wie sehr andere Länder mit der Entwicklung nicht Schritt halten. Zwar wird in der deutschen Politiklandschaft Blockchain langsam zum Thema, der Dialog über die Bedeutung der Technologie und der für die Branche notwendigen politischen Schritte muss jedoch dringend intensiviert und in politische Handlungen umgesetzt werden, wenn Deutschland diesen nächsten technologischen Megatrend nicht verschlafen möchte. Es bleibt zu hoffen, dass sich die großen Länder Europas ein Beispiel an einem der kleinsten nehmen.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Mehr Schutz für die Zähne, ambulant und stationär?

Einfach geregelt. Mit den neuen Zusatzversicherungen der SDK. Als Einzelversicherung für Privatpersonen oder als betriebliche Krankenversicherung für Firmen.

mehr ...

Investmentfonds

Wie reagieren die Märkte auf den sich verschärfenden US-Präsidentschafts-Wahlkampf?

Die Corona-Krise hat Präsident Trump in eine etwas schwierige Lage gebracht. Dies hat dazu geführt, dass seine Chancen auf eine Wiederwahl im November von einigen Beobachtern in Frage gestellt wird. Wenn man bedenkt, was Präsident Trump während seiner Amtszeit zugunsten des Unternehmenssektors bewirkt hat, gibt es in der Tat guten Grund zur Sorge, sollten einige der von ihm eingeführten Maßnahmen im Falle eines Biden-Sieges rückgängig gemacht werden. Aber ist es so einfach? Genauso wichtig ist es zu berücksichtigen, wie der Kongress aufgeteilt sein wird. Ein Kommentar von François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM

mehr ...

Berater

Steuerbetrug: Ein europäischer Wettbewerb

Deutschland verliert etwa 26 Prozent des erzielbaren Körperschaftsteueraufkommens durch Gewinnverschiebungen multinationaler Unternehmen. Forscher der Universitäten Berkeley und Kopenhagen haben herausgefunden, dass 2017 weltweit etwa 700 Milliarden US-Dollar an multinationalen Gewinnen in Steueroasen verschoben wurden. Die Statista-Grafik zeigt den geschätzten Anteil des gewonnenen oder verlorenen Körperschaftsteueraufkommens ausgewählter europäischer Länder für 2017.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance konzentriert institutionellen Vertrieb in der Schweiz

Die DF Deutsche Finance Capital Markets GmbH mit Sitz in Zürich verantwortet zukünftig das Capital Raising bei institutionellen Investoren. Kernaufgabe ist die Koordination und Durchführung der internationalen Distribution aller institutionellen Investitionsstrategien der Deutsche Finance Group.

mehr ...

Recht

Insolvenzen: Die Oktober-Welle abschwächen

Die Insolvenz-Zahlen für den April 2020 sagen nichts aus über die tatsächliche Zahlungsfähigkeit der Unternehmen in der Corona-Krise. Im Herbst steigt die Zahl der Insolvenzen voraussichtlich sprunghaft. Sicher kann der Staat nicht alle Firmen retten – und künstlich am Leben gehaltene Zombie-Firmen will niemand. Eine Insolvenzwelle würde aber auch den Bankensektor bedrohen. Anstelle von noch größeren Not-Krediten sollten die rückzahlbaren Liquiditätshilfen unter bestimmten Bedingungen in Zuschüsse umgewandelt werden.

mehr ...