Handelskonflikt wird nicht enden

Der Handelskonflikt wird sich noch lange hinziehen, US-Präsident Donald Trump braucht ihn als Wahlkampfthema. Damit wird er auch die Finanzmärkte belasten. Auch Europa kann wieder in den Fokus rücken. Gastbeitrag von Carsten Mumm, Donner & Reuschel

Carsten Mumm ist Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel
Carsten Mumm: „Da Trump das Thema auch aus wahlkampftaktischen Gründen braucht, gehe ich davon aus, dass sich der Handelskonflikt noch lange und immer wieder negativ auf die Kapitalmärkte auswirken wird.“

Wieder einmal überraschte US-Präsident Donald Trump die internationalen Kapitalmärkte durch eine Twitter-Nachricht – in diesem Fall negativ. Der Schock durch die Androhung höherer und zusätzlicher Zölle für chinesische Importe in die USA währte jedoch nur kurz. Schon am Montagabend hatten die US-Aktienbörsen die anfänglichen Verluste fast komplett aufgeholt.

Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob das alles nur reine Verhandlungstaktik war. Trump dürfte mit den bisherigen Ergebnissen nicht zufrieden sein. Das Handelsbilanzdefizit der USA gegenüber China hat sich auch in den letzten Monaten stetig ausgeweitet.

Trump fordert Zugeständnisse von China

Gefordert werden daher weitergehende Zugeständnisse der chinesischen Seite, wie etwa bessere Marktzugänge, weniger staatliche Unterstützung für chinesische Unternehmen oder den Schutz geistigen Eigentums. Es geht es darum, den Weg Chinas zum Technologieführer in vielen Zukunftsbranchen und zur neuen globalen Wirtschaftsmacht Nummer eins aufzuhalten oder zumindest zu verzögern.

Da Trump das Thema auch aus wahlkampftaktischen Gründen braucht, gehe ich davon aus, dass sich der Handelskonflikt noch lange und immer wieder negativ auf die Kapitalmärkte auswirken wird. Zwischenzeitliche Fortschritte in den Gesprächen mit China sind zwar zu erwarten, allerdings gibt es ja auch noch den offenen Konflikt mit Europa.

Carsten Mumm ist Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel

Foto: Donner & Reuschel

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