11. Dezember 2019, 15:04
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Lateinamerika: Verwaltetes Vermögen wird sich mehr als verdoppeln

Obwohl derzeit eine Reihe von Ländern in Lateinamerika mit politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit konfrontiert sind, bleiben die langfristigen Wachstumsaussichten für die Asset- und Wealth-Management-Industrie laut einem neuen Bericht von PwC und Sura Investment Management hoch.

Latin-America in Lateinamerika: Verwaltetes Vermögen wird sich mehr als verdoppeln

Der Bericht „Asset and Wealth Management-Revolution: Die blühenden Chancen Lateinamerikas“ zeigt, dass die Assets trotz der Herausforderungen für die Region seit 2015 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 7,9% gestiegen sind und im Jahr 2018 2,4 Billionen US-Dollar erreichten. Diese Assets dürften mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 11,8% weiter wachsen und bis 2025 5,3 Billionen US-Dollar erreichen, angetrieben von einem Anstieg der Pensionsfondsvermögen und einer prosperierenden Mittelschicht, wenn eine jüngere Bevölkerung in die Arbeitswelt eintritt.

Pablo Sprenger, CEO Sura Investment Management, kommentiert:

Die Asset- und Wealth Management-Branche in Lateinamerika ist eine langfristige Wachstumsstory und Akteure, die sich jetzt erfolgreich in diesem Markt positionieren können, werden noch lange davon profitieren.

Der Bericht identifiziert vier Schlüsseltrends, die den Wandel in der lateinamerikanischen Asset- und Wealth Management-Branche vorantreiben:

1. Käufermarkt

Die von den Aufsichtsbehörden getriebene Nachfrage nach Produkt- und Gebührentransparenz sowie die Generation der Millennials, die zur wichtigsten Investorengruppe wird, verlagern die Macht von den Vermögensverwaltern zu den Investoren. Dies wird dazu führen, dass die Branche einerseits mit steigendem Gebührendruck und andererseits mit steigenden Kosten zu kämpfen hat. Vermögensverwalter müssen angesichts der aktuellen Situation proaktiv handeln, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten und die Kundenanforderungen an Produkt, Kommunikation und Reporting kosteneffizient erfüllen.

2. Digitale Technologien – einsetzen oder sterben

In Lateinamerika tätige Vermögensverwalter müssen sich an neue Technologien anpassen, um das Kundenerlebnis einer jungen und technologisch versierten Generation zu verbessern. Angesichts dieser relativ jungen Bevölkerung und des niedrigeren Jahreseinkommens könnten die Robo-Berater in der Region ein stärker als erwartetes Wachstum verzeichnen. Asset Manager sollten auch darauf achten, neue Technologien wie Robotic Process Automation (RPA) und Artificial Intelligence (AI) über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu integrieren, um Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern.

3. Finanzierung der Zukunft

Lateinamerika steht in den kommenden Jahren vor einem erheblichen Finanzierungsdruck und -engpässen, insbesondere bei weiter steigender Staatsverschuldung. Vermögensverwalter sollten sich bemühen, in diesem Bereich eine größere Rolle zu spielen, indem sie Infrastrukturprojekte in dieser Region finanzieren und durch entsprechende Produktangebote dazu beitragen, den Ruhestand zu sichern.

4. Die Ergebnisse sind entscheidend

Vermögensverwalter in ganz Lateinamerika müssen neue Strategien verfolgen, insbesondere in Bezug auf Alternative Anlagen und ESG, wenn sie im zunehmend wettbewerbsintensiven Markt erfolgreich sein wollen. Bei steigender Nachfrage werden institutionelle Investoren Alpha und Beta kritisch analysieren – diejenigen Manager, die in der Lage sind, Alpha zu liefern, werden prosperieren, aber diejenigen, die nicht in der Lage sind, werden in den kommenden Jahren zu kämpfen haben.

Fanny Sergeant, PwC Partner, kommentiert:

„Wir werden in den kommenden Jahren in Lateinamerika große Veränderungen bei Regularien, Produkten, Vertrieb, Technologie und Talenten erleben. Daher glauben wir, dass Vermögensverwalter gut positioniert sind, um die Chancen zu nutzen, sofern sie die neuen Herausforderungen beachten, die sich im sich wandelnden Umfeld ergeben werden.

Foto: Shutterstock

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