3. Juni 2019, 13:51
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Defensive Europa-Aktien: Branchen bedeutender als Länder

Wir gehen in punkto Risiko mehrdimensional vor. Dabei beziehen wir Ertragsfaktoren wie Value und Momentum ein, um Aktien mit niedrigem Risiko zu vermeiden, die teuer sind oder einen negativen Kurstrend aufweisen. Wir halten die Auswahl von Aktien anhand nur eines Risikomaßes, wie zum Beispiel Volatilität oder Beta, für nicht ausreichend. Denn dabei ignoriert man Informationen, die andere Faktoren und Variablen liefern.

Versorger, Immobiliengesellschaften und schweizerische Aktien im Fokus

Es überrascht nicht, dass defensive Branchen wie Versorger, Immobilien und Basiskonsum im Hinblick auf die vom Modell berücksichtigten verschiedenen Faktoren gut abschneiden. Allerdings sind Basiskonsumwerte nach wie vor relativ teuer und deshalb weniger interessant als Aktien aus anderen Sektoren. Gleichzeitig sind die zyklischen Bereiche Informationstechnologie, Grundstoffe, Nicht-Basiskonsum und Industrie für Anleger eindeutig weniger attraktiv.

Klar erkennbar ist zudem der Value-Charakter der Sektoren Finanzen und Energie, ebenso die Wachstums-Charakteristik der Branchen Informationstechnologie und Gesundheit, die tendenziell eine höhere Bewertung und eine geringere Dividendenrendite aufweisen. Der Finanzsektor erweist sich als besonderer Fall:

Zum einen enthält er Banken mit hohem Beta wie die großkapitalisierten Universalbanken im Euroraum und zum anderen Low Risk-Finanztitel wie zum Beispiel Rückversicherer und dividendenstarke Low Beta-Banken in Skandinavien und der Schweiz.

Im Hinblick auf die Länder weist die Schweiz trotz relativ hoher Bewertungen auf Basis unseres Bottom Up-Ansatzes das beste Länder-Ranking auf. Dies ist vor allem eine Folge der niedrigen Volatilität von Schweizer Aktien. Großbritannien erweist sich als relativ wenig korreliert mit dem übrigen europäischen Markt und als interessant aus der Dividendenperspektive.

Allerdings ist die Volatilität britischer Aktien im Schnitt hoch

Der stark zyklische deutsche Markt schneidet beim Beta schwach und beim Momentum negativ ab, weist aber ein durchschnittliches Bewertungsniveau auf. Riskanter ist das Profil des italienischen Marktes, der von einem hohen Anteil schwankungsanfälliger Banken charakterisiert ist.

Das überdurchschnittliche Beta der Märkte in Spanien und Frankreich ist hauptsächlich auf den High Beta-Charakter der dort vertretenen Großbanken zurückzuführen.

Auf die Branche kommt es an

Insgesamt ergibt sich, dass in Europa die Branchen eine größere Rolle spielen als die Länder, was angesichts der Integration der europäischen Volkswirtschaften nicht verwundert. Beispielsweise wird die Charakteristik einer britischen Bankaktie stärker derjenigen einer französischen Bankaktie ähneln als der eines britischen Telekommunikationswerts.

Foto: Robeco

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