6. Juni 2019, 11:00
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Wandelanleihen: Warum sie nachhaltig investiert sein sollten

Die Investition in nachhaltige Unternehmen ist für die Renditeerzielung durch die stärkere Risikofokussierung langfristig vorteilhaft. Vor diesem Hintergrund konnten nachhaltige Wandelanleihen in den vergangenen zehn Jahren gut mit dem breiten Markt mithalten – trotz reduziertem Selektionsuniversum.

Nachhaltige-Geldanlage in Wandelanleihen: Warum sie nachhaltig investiert sein sollten

Als einer der Pioniere im Investieren in nachhaltige Wandelanleihen blickt Fisch Asset Management per Mai 2019 auf eine mittlerweile zehnjährige Erfahrung mit dieser Strategie zurück.

Dabei zeigte sich bei der Wertentwicklung über diesen Zeitraum, dass die entsprechende Produktstrategie brutto insgesamt leicht besser abschnitt als der traditionelle Wandelanleihenindex Thomson Reuters Global Focus Convertible Bond Index, der seit Mai 2009 eine annualisierte Rendite von rund 5,4% aufweist.

Performance ist nicht alles

Dazu meint Senior Portfolio Manager Stefan Meyer: „Dieses erfreuliche Ergebnis ist vor der Tatsache zu sehen, dass unser nachhaltiges Anlageuniversum aufgrund der strengen ESG-Vorgaben klar eingeschränkter ist als das gesamte investierbare Universum. Von rund 700 liquiden Wandelanleihen steht uns effektiv nur die Hälfte zur Anlage zur Verfügung, wovon es rund 70 bis 90 in das Portfolio schaffen und eine sinnvolle Diversifikation ermöglichen.“

Doch Performance ist nur eine Seite der Medaille, die andere Seite ist das dafür eingegangene Risiko. Meyer ist überzeugt, dass ESG in Zukunft aus Risikosicht eine noch bedeutendere Rolle spielen und sich diesbezüglich weiter bewähren wird.

Denn hier können nachhaltige Wandelanleihen beziehungsweise deren Emittenten punkten: Einerseits führt ein kleineres Universum zwar tendenziell zu einem konzentrierteren Portfolio mit weniger Schuldnern.

Höherer Anteil an hochwertigen Emittenten

Andererseits enthält das nachhaltige Universum einen prozentual höheren Anteil an qualitativ hochwertigen Emittenten im Investment-Grade-Segment. Meyer erklärt: „Diese Blue-Chip-Wandelanleihen mit einer niedrigeren Ausfallwahrscheinlichkeit sind meist weniger volatil und weisen typischerweise einen soliden Bond Floor auf.

Das heißt, gerade in Schwächephasen sollte die Anleihenkomponente des Wandlers potenzielle Verluste begrenzen. Wobei diese Charakteristik generell auf Wandelanleihen gegenüber Aktien zutrifft und der Hauptgrund ist, warum die Anlageklasse beispielsweise über die vergangenen 15 Jahre renditemäßig sogar nah an den globalen Aktienmärkten lag – und dies bei deutlich tieferem Risiko gemessen an der Volatilität.“

So zeigten globale Aktien über diesen längeren Zeitraum eine Volatilität von 13,5% gegenüber 9,1% bei Wandelanleihen, während die annualisierte Rendite bei 5,9% gegenüber 5,6% lag (Vergleich MSCI World Total Return (EUR hedged) gegenüber Thomson Reuters Global Vanilla Hedged CB Index (EUR hedged), Stand 31. Mai 2019).

Wandelanleihen sollten den gesamten Börsenzyklus betrachten

Wie bei Aktien sollten Anleger auch bei Wandelanleihen den gesamten Börsenzyklus betrachten, um diese Vorteile nutzen zu können. Aber umso wichtiger ist dies bei nachhaltigen Anlagen, denn je nach Marktumfeld wird es kurzfristig immer wieder zu unterschiedlichen Entwicklungen gegenüber dem traditionellen Universum kommen. Meyer meint dazu:

„Das unvorteilhafteste Performance-Szenario für das ESG-Portfolio ist eine Phase stark steigender Ölpreise, denn unsere nachhaltige Strategie meidet aus Dekarbonisierungsgründen Ölfirmen, die natürlich besonders von steigenden Ölpreisen profitieren. Das war zum Beispiel 2016 der Fall. Umgekehrt profitiert das Portfolio in Phasen fallender Ölpreise oder auch während Schwächephasen chinesischer Aktien, da diese oftmals bei Transparenz und Corporate- Governance-Faktoren unterdurchschnittlich abschneiden und folglich als nicht nachhaltig eingestuft sind. Letzteres spielte sich zuletzt für den Großteil des Jahres 2018 ab.“

Die Erfahrung über die vergangenen zehn Jahre zeigt, dass es sich sowohl aus Rendite- aber insbesondere auch aus Risikoüberlegungen durchaus lohnen kann, bestimmte Länder oder Sektoren strukturell unterzugewichten oder ganz zu meiden (zum Beispiel Rüstungsindustrie und Gentechnik). Der Einbezug von ESG-Faktoren in der Portfoliokonstruktion führte in der historischen Betrachtung zu einer verbesserten Kreditqualität, welche das Portfolio widerstandsfähiger gegen Kurskorrekturen macht.

Foto: Shutterstock

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