27. März 2019, 10:40
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US-Produkte? Chinas Verbraucher sagen nein danke

Die Politik des US-Präsidenten Donald Trump hat Folgen für die US-Wirtschaft. Allerdings nicht so, wie er es vermutlich geplant hatte. Wie Anleger sich jetzt verhalten sollten.

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Handelskonflikt USA versus China: Nur Verlierer auf beiden Seiten

Infolge des harten US-amerikanischen Vorgehens gegen China mehren sich die Anzeichen, dass Chinas Konsumenten weniger US-Produkte kaufen. Nachdem Apple vor kurzem einen Rückgang des iPhone-Absatzes in China berichtet hatte, rücken nun andere US-Marken in den Fokus der Anleger. Eng Teck Tan, Senior Portfolio Manager bei Nikko Asset Management, warnt davor, das Boykottrisiko aller US-Unternehmen über einen Kamm zu scheren:

Durch die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China dürften US-Marken ihre Vormachtstellung auf dem chinesischen Markt weiter verlieren. Davon profitieren nationale Marken, die in naher Zukunft den heimischen Verbrauchermarkt dominieren dürften.

Größer werdende Boykottwelle

Viele westliche Experten führen die rückläufigen Umsätze von Apple, Starbucks und anderen US-Unternehmen in China auf die zuletzt schwächelnde Konjunktur des Landes zurück. Doch nach unseren Beobachtungen vor Ort ist es auch das derzeit stark ausgeprägte nationalistische Sentiment in China, das eine steigende Boykottwelle der Konsumenten gegen US-Marken wahrscheinlich macht.

Je sichtbarer eine US-Marke in den großen Städten Chinas ist, desto anfälliger ist sie, Opfer eines Boykotts chinesischer Verbraucher zu werden. US-Labels, die leicht durch inländische Marken ersetzt werden können, ohne dass sich die Verbraucher bei der Nutzung umgewöhnen müssen, sind anfälliger für Boykotte als solche, die nicht ohne Weiteres ersetzt werden können. US-Unternehmen wie Apple, General Motors, Ford, Hilton, Marriott, Tiffany & Co und Walmart sind verwundbar, da sie keinen besonderen Wettbewerbsvorteil gegenüber der chinesischen Konkurrenz haben.

Firmen mit wenig lokalen Wettbewerbern weniger anfällig

Auf der anderen Seite sind etwa bei Procter & Gamble, Coca Cola, Estee Lauder, Kimberly-Clark und dem Kreuzfahrtunternehmen Carnival die Risiken eines Boykotts eher gering, da sie in ihrer Branche nur eine begrenzte Anzahl an lokalen Wettbewerbern haben.

Aus diesen Gründen ist es für Anleger von entscheidender Bedeutung, zwischen US-Unternehmen in China mit hohem und solchen mit niedrigem Boykott-Risiko zu unterscheiden.

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Auch die US-Americaner müssen lernen, dass Respekt und
    gegenseitige Wertschätzung zum Gedeihen einer nachhaltigen
    Handelsbeziehung gehört.

    Kommentar von Theodor Rimmele — 29. März 2019 @ 09:32

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