18. Dezember 2019, 14:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Vorabpauschale 2020: Was Fondssparer wissen müssen

Nach Silvester werden einige Fondssparer auf ihrem Kontoauszug eine Abbuchung wegen „Fondsbesteuerung“ vorfinden. Einige Fondssparer kennen sie bereits. Sie war für viele Anleger zum Jahresbeginn 2019 erstmals wirksam: die sogenannte Vorabpauschale.

Gavel-geld-euro-gericht-urteil-prozess-gesetz-recht-shutterstock 148396220 in Vorabpauschale 2020: Was Fondssparer wissen müssen

Das seit 2018 geltende Investmentsteuergesetz sieht für viele Fonds, die keine oder nur in geringem Umfang Ausschüttungen vornehmen, eine Besteuerung auf Basis einer Pauschale vor. Bei dieser geht das Finanzamt von einem fiktiven Ertrag aus. Die Berechnung wird von der depotführenden Stelle vorgenommen. Wenn die Erträge über dem Freistellungsauftrag bzw. dem Sparer-Pauschbetrag liegen (maximal 801 Euro pro Person), bucht sie die Steuer ab, Anleger müssen nichts unternehmen. Liegen sie darunter, nimmt sie keine Abbuchung vor. Darauf weist die Aktion „Finanzwissen für alle“ der im BVI organisierten Fondsgesellschaft hin.

Bei Investmentfonds will der Gesetzgeber durch die Vorabpauschale sicherstellen, dass der Anleger einen Mindestbetrag versteuert. Sie errechnet sich aus der Differenz zwischen dem sogenannten Basisertrag des Fonds und dem ausgeschütteten Betrag. Für 2019 ermitteln die depotführenden Stellen in Deutschland den Basisertrag Anfang 2020. Der Basisertrag entspricht dem Rücknahmepreis des Fondsanteils zu Jahresbeginn 2019 multipliziert mit 70 Prozent eines Basiszinses, den die deutsche Bundesbank jedes Jahr berechnet und veröffentlicht. Für 2019 lag der Basiszins bei 0,52 Prozent, 2018 lag er noch bei 0,87 Prozent. Die Vorabpauschale kann nur maximal so hoch sein, wie die tatsächliche Wertsteigerung eines Fonds im Kalenderjahr, zuzüglich der Summe der Ausschüttungen. Die depotführende Stelle darf die erforderlichen Beiträge zu Abführung der Steuer auf die Vorabpauschale direkt vom Girokonto oder einem anderen Einlagenkonto des Anlegers einziehen, eine Einwilligung des Anlegers ist dafür nicht erforderlich. Eine Abbuchung erfolgt jedoch nur, wenn die Erträge den Freistellungsauftrag von 801 Euro pro Person übersteigen.

Sollte das Konto keine Deckung aufweisen, darf die Bank für die Steuer auch den Dispokredit nutzen, sofern der Anleger im Vorfeld nicht schon widersprochen hat. Sobald der Fondssparer den Fondsanteil tatsächlich verkauft, verrechnet die depotführende Stelle die bereits gezahlte Steuer auf die Vorabpauschale mit der bei Verkauf fälligen Abgeltungsteuer.

Wichtig für Anleger ist ein in ausreichender Höhe gestellter Freistellungsauftrag. Da der Abzug der Steuer auf die Vorabpauschale Anfang 2020 erfolgt, sollten Anleger die letzten Tage dieses Jahres dazu nutzen, ihren Freistellungsauftrag noch in diesem Jahr anzupassen.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Telefonica und Allianz starten Glasfaserprojekt in Deutschland

Der spanische Telekomkonzern Telefonica hat sich beim Glasfasernetz-Ausbau die Allianz als Partner an Bord geholt. Beide Konzerne sollen jeweils zur Hälfte am Gemeinschaftsprojekt beteiligt sein, teilten sie am Donnerstag in Madrid und München mit.

mehr ...

Immobilien

Ab November gilt das neue Gebäudeenergiegesetz

Am 1. November 2020 ist es soweit: Dann werden das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) von dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst. Was das für Immobilieneigentümer bedeutet.

mehr ...

Investmentfonds

Die Halver-Kolumne: US-Wahl – So viel mehr als nur eine normale Wahl

Der politische Höhepunkt 2020 steht kurz bevor und die Börsen sind nervös. Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung der US-Präsidentschaftskandidaten kann man getrost von einer Richtungswahl sprechen. Besonders spannend sind die Fragen, ob bzw. wann es einen Sieger gibt, ein knappes Ergebnis überhaupt akzeptiert oder sogar als Wahlbetrug bezeichnet wird. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

OMGV-Award geht an vier Makler

Zum dritten Mal wurden im Rahmen der DKM die OMGV-Awards für herausragendes Onlinemarketing an Versicherungsmakler verliehen. In diesem Jahr in den Kategorien „Social Media & Content Marketing“, „Zielgruppenstrategie“, „Werbeanzeigen“ und „Neue Medien. Neue Wege.“ Unter den Preisträgern fanden sich alte Bekannte und neue Gesichter. Gemeinsam mit allen Nominierten zeigen sie eindrucksvoll, dass Onlinekommunikation und Digitalisierung kein Trend in der Branche sind, sondern die neue Realtität.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance mit 650-Millionen-Dollar-Closing in San Francisco

Der Asset Manager Deutsche Finance und SHVO Capital haben gemeinsam für ein institutionelles Joint Venture um die Bayerische Versorgungskammer den Gebäudekomplex „Transamerica Pyramid“ in San Francisco erworben.

mehr ...

Recht

Kauf bricht nicht Miete: Tipps für den Verkauf einer vermieteten Wohnung

Erst Vermieten, dann Verkaufen: Eine vermietete Wohnung zu verkaufen stellt Eigentümer vor besondere Herausforderungen. Denn das bestehende Mietverhältnis wirkt sich nicht nur auf den Verkaufspreis aus, auch die Käuferzielgruppe ist eine andere als bei einem unvermieteten Objekt. Welche Besonderheiten Eigentümer beim Verkauf einer vermieteten Wohnung beachten müssen, fassen die Experten des Full-Service Immobiliendienstleisters McMakler zusammen.

mehr ...