10. Juli 2019, 11:00
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Weltweite Insolvenzen steigen erstmals seit Finanz- und Wirtschaftskrise wieder an

Laut Atradius werden die weltweiten Insolvenzen in diesem Jahr erstmals seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise wieder steigen. Als Ursache hierfür führt der internationale Kreditversicherer vor allem zunehmende Belastungen für internationale Geschäfte durch Handelskonflikte an.

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In der Folge prognostiziert Atradius 2 % mehr Firmeninsolvenzen 2019 als im Jahr zuvor. Am stärksten dürfte sich das Forderungsrisiko dabei in den Volkswirtschaften Westeuropas erhöhen: Mit +3 % gegenüber dem Vorjahr steigen die Firmenaufgaben hier stärker als in Nordamerika (+1 %) und in der Asien-Pazifik-Region (+2 %).

Mehr Firmeninsolvenzen als im vergangenen Jahr

“Einer der größten Risikofaktoren ist die enorm gestiegene Verschuldung vieler Unternehmen seit der Finanz- und Wirtschaftskrise. Dies sorgt für immer mehr Unsicherheiten, je länger der aktuelle Kreditzyklus andauert”, sagt Dr. Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius.

“Zwar hat sich der Ausblick für die Weltwirtschaft zur Jahresmitte etwas erholt und die kurzfristigen Finanzierungsrisiken sind gesunken, nachdem die US-Notenbank die Straffung ihrer Geldpolitik vorerst unterbrochen hat. Die anhaltenden handelspolitischen Konflikte trüben jedoch den Wirtschaftsausblick und erhöhen die Unwägbarkeiten. Vor diesem Hintergrund werden wir in diesem Jahr mehr Firmeninsolvenzen sehen als im vergangenen, und das Forderungsrisiko wird 2019 höher sein als 2018. In der aktuellen Situation gehen wir von einer moderaten Zunahme der weltweiten Insolvenzen um 2 % aus, da ein langfristiges Abkühlen der Weltkonjunktur in diesem Jahr nicht in Sicht ist. Sollte sich der Ausblick weiter eintrüben, werden wir deutlich mehr Firmenaufgaben sehen.”

Europäische Volkswirtschaften: Anstieg der Insolvenzen um bis zu 10 %

In seinem aktuellen Wirtschaftsausblick rechnet Atradius in Westeuropa in diesem Jahr mit der ersten Zunahme der Insolvenzen seit sechs Jahren aus. Mit +3 % fällt hier der Anstieg des Forderungsrisikos im regionalen Vergleich am deutlichsten aus. Grund dafür ist die sich abkühlende Konjunktur in Westeuropa aufgrund einer sich verschlechternden Exportnachfrage.

So steigen die Insolvenzen unter anderem in Deutschland (+2 % gegenüber. 2018), Österreich (+2 %), Frankreich (+3 %) und Belgien (+2 %) an. Für Italien geht Atradius von einem moderaten Rückgang der Wirtschaftsleistung aus, in dessen Folge die Firmeninsolvenzen um bis zu 6 % ansteigen.

Die Ursachen hierfür sind vor allem politischer Natur, etwa die fragile Regierungskoalition oder ein möglicherweise eskalierender Streit mit der EU-Kommission über die hohen Schulden des Landes, der die Finanzierungskonditionen für Privathaushalte erheblich verschlechtern würde.

Insolvenzprognose für Großbritannien verschlechtert

Auch außerhalb der Eurozone werden die Insolvenzen in Europa zunehmen. Den von allen Ländern stärksten Anstieg der Firmeninsolvenzen erwartet Atradius in der Türkei (+10 %) vor dem Hintergrund der schrumpfenden Wirtschaftsleistung des Landes.

Dabei hat sich die Prognose der Risikoanalysten für den Bosporus in den vergangenen Wochen sogar noch leicht verbessert, da die Regierung die staatlichen Banken drängt, die Finanzierungskonditionen für Unternehmen aufrechtzuerhalten und weitere Schritte eingeleitet hat, die Umschuldungen erleichtern sollen. Das Forderungsrisiko bei Exporten in das Land bleibt dennoch ausgesprochen hoch.

 

Seite 2: Nordamerika und Asien-Pazifik mit stabiler Quote

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