10. Juli 2019, 11:00
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Weltweite Insolvenzen steigen erstmals seit Finanz- und Wirtschaftskrise wieder an

Verschlechtert hat sich auch die Insolvenzprognose für Großbritannien: Ende vergangenen Jahres ging Atradius noch von einem Anstieg der Firmenpleiten um 4 % im Vereinigten Königreich aus, mittlerweile hat der Kreditversicherer seine Prognose auf +7 % für das laufende Jahr nach oben korrigiert. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Brexit sorgt unter anderem für die Verschiebung von Investitionen. Dies wirkt sich vor allem negativ bei kleineren Unternehmen auf der Insel aus.

Auch in der Schweiz sieht Atradius größere Forderungsrisiken als noch zu Beginn des Jahres. Infolge der abkühlenden Nachfrage aus dem Ausland sowie der verhaltenen Investitionstätigkeit in der Eidgenossenschaft prognostiziert der Kreditversicherer einen Anstieg der Insolvenzzahlen um 5 % in diesem Jahr.

Nordamerika: Insolvenzen dürften nahezu stagnieren

Sowohl für die USA als auch für Kanada wird nahezu mit einer Stagnation des Insolvenzlevels in diesem Jahr gerechnet. Erwartet wird, dass die USA einen leichten Anstieg von 1 % bei den Firmenaufgaben verzeichnen. In Kanada dürfte die gleiche Zahl an Firmen insolvent gehen wie im vergangenen Jahr.

Umgerechnet bedeutet das erstmals seit 2009 einen leichten Anstieg der Insolvenzen in Nordamerika um 1 %. Seit dem Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise waren die Firmenaufgaben in beiden Ländern um insgesamt 37 % zurückgegangen. Für die USA rechnet Atradius auf absehbare Zeit nicht mit einer Verbesserung des Insolvenzlevels, unter anderem, da die Wirkung des Steuersenkungsprogramms auf die Wirtschaft nachlässt.

Asien-Pazifik: insgesamt stabile Entwicklung

Trotz der weiterhin zunehmenden Insolvenzen, die in China erwartet werden, dürfte das Insolvenzniveau in der Region Asien-Pazifik nur moderat steigen. Insgesamt sieht Atradius für die Region ein Plus von 1 % der Firmenaufgaben in diesem Jahr. Den stärksten Anstieg erwartet Atradius in Singapur mit 3 % mehr insolventen Firmen als im vergangenen Jahr. Ursache hierfür ist die hohe Abhängigkeit des Landes von China.

Die sich abkühlende Konjunktur im Reich der Mitte belastet das Exportgeschäft Singapurs spürbar. Zudem beeinträchtigt die insgesamt verhaltene Nachfrage im Elektrobereich nach Halbleitern und Unterhaltungselektronik die Wirtschaft des Landes. Japan dürfte 2019 2 % mehr Insolvenzen verzeichnen als 2018, unter anderem infolge einer schwächelnden Exportwirtschaft.

Australien und Neuseeland dürften in diesem Jahr um 1 % weniger Insolvenzen melden als im vergangene. Der Ausblick für beide Länder hat sich zuletzt leicht verschlechtert, bleibt aber insgesamt stabil.

 

Foto: Shutterstock

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