Absturz an den Märkten: Sechs Tipps für Anleger

Die Märkte rauschen in die Tiefe und das Coronavirus sorgt für zunehmende Verunsicherung am Markt. Der darauffolgende Instinkt, die eigenen Investments zu reduzieren oder komplett aufzulösen, ist verständlich und menschlich. Möchten Anleger jedoch langfristig erfolgreich am Markt investieren, sollten sie Volatilität aushalten und -sitzen. Matthias Mohr, Managing Director für Finanzintermediäre in Deutschland bei Capital Group, erläutert sechs Aspekte, um Marktabschwünge besser zu händeln.

Nervöse Anleger betätigten in der Coronakrise sehr oft den Verkaufsknopf an den Aktienmärkten.

 

1. Auf Marktabschwünge folgen oft neue Hochs

Im letzten Jahrzehnt befanden sich Investoren in einer komfortablen Position: Die Aktienkurse sind die meiste Zeit gestiegen. Börsenrückgänge sind aber durchaus normal und zudem unvermeidlich. Die gute Nachricht ist aber, dass diese meist nicht allzu lange andauern – und in der Vergangenheit oft von einer Erholung des Marktes sowie einem neuem Markthoch abgelöst wurden. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Standard&Poor’s 500 Composite Index, welcher im Zeitraum von 1950 bis 2019 in der Regel mindestens einmal im Jahr um zehn Prozent gesunken ist. Alle sechs Jahre verzeichnete er sogar einen Rückgang von mindestens 20 Prozent. Bislang folgte jedoch auf jeden Abschwung sowohl eine Markterholung als auch ein neues Hoch. 

2. Der richtige Zeitpunkt ist kaum zu treffen

Die Sorge vor Verlusten bringt Investoren häufig dazu, ihre Anlagen zu verkaufen, wenn diese an Wert verlieren. Dies ist allerdings genau der falsche Ansatz und kann Anleger teuer zu stehen kommen. Sie laufen dabei nämlich Gefahr, die Zeiträume mit bedeutenden Preissteigerungen zu verpassen, welche oft auf Abschwünge folgen. Und das kann bereits bei wenigen verpassten Tagen einen großen Einfluss haben: Eine hypothetische Anlage von 1.000 US-Dollar in den MSCI ACWI im Jahr 2010 wäre bis Ende 2019 auf 2.060 US-Dollar gestiegen. Hätte der Investor jedoch die 30 besten Handelstage dieses Zeitraums verpasst, hätte er 99 Prozent weniger erhalten. Anleger sollten sich folglich nicht von Marktkorrekturen verunsichern lassen. 

3. Emotionalität ausschalten

Emotionen sind dem Menschen inhärent und Nervosität bei sinkenden Märkten ist völlig normal. Wichtig ist jedoch, dass Anleger sich emotional von vorneherein darauf einstellen, in bestimmten Situationen nervös zu werden und lernen, diese Gefühle aktiv zu steuern. Denn die Maßnahmen, die in solchen Zeiten getroffen werden, machen den Unterschied zwischen Anlageerfolg und -misserfolg aus. Sich mit den Grundlagen der Verhaltensökonomie auseinanderzusetzen und die eigenen Entscheidungen kritisch zu hinterfragen, kann dabei helfen, rationalere Anlageentscheidungen zu treffen. 

4. Planmäßig agieren

Ein durchdachter Anlageplan ist ein weiteres Hilfsmittel, um kurzsichtige Investmententscheidungen bei sinkenden Märkten zu vermeiden. Enthalten sollte dieser Punkte wie die Risikotoleranz sowie die kurz- und langfristigen Ziele. Ebenso sollten Anleger überprüfen, ob sie bei sinkenden Aktienkursen bereit sind, zusätzliches Geld anzulegen, um von geringeren Anschaffungskosten zu profitieren. 

5. Diversifikation ist das A und O

Durch die Verteilung der Anlagen auf verschiedene Assetklassen können Anleger die Auswirkungen der Volatilität auf ihre Portfolios abfedern – auch wenn Diversifizierung weder Gewinne garantiert, noch Verluste komplett absichert. Die Gesamtrenditen eines solchen Portfolios werden zwar voraussichtlich nicht die Höchststände einer einzelnen Anlage erreichen, gleichzeitig jedoch auch nicht die niedrigsten Tiefststände. Vielmehr reduzieren sie das Risiko und können ein guter Weg für Anleger sein, die den persönlichen Stress bei Abschwüngen reduzieren möchten. 

 6. Langfristigkeit wird oft belohnt

Jüngere Ereignisse beeinflussen unsere Wahrnehmung und unsere Entscheidungen meist stark – das ist eine Lehre der Verhaltensökonomie. Eine langfristige Perspektive ist für Anleger daher enorm wichtig. Aktien tendieren nämlich dazu, Anleger über einen längeren Zeitraum zu belohnen. Ein Beispiel: Trotz der Abschwünge betrug die durchschnittliche jährliche Rendite des S&P 500 über alle Zehnjahreszeiträume von 1937 bis 2019 10,47 Prozent.

Foto: Shutterstock

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