Coronakrise: HWWI-Chef plädiert für Grundeinkommen

Am 2. April war der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, Professor Dr. Henning Vöpel zu Gast auf dem Roten Sofa in der NDR-Sendung „DAS!“. Dabei sagte er dramatische wirtschaftliche Auswirkungen durch die Corona-Pandemie voraus und erläuterte seine unkonventionelle alternative Lösung zum Hilfspaket der Bundesregierung. 

Professor Dr. Henning Vöpel, HWWI

Im Gespräch mit Das!-Moderatorin Inka Schneider nannte Henning Vöpel das von der Bundesregierung geschnürte Corona-Hilfspaket im Umfang von 750 Milliarden Euro ein gewaltiges Konjunkturprogramm. Ob es ausreiche, sei allerdings keineswegs sicher. Er rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaft aufgrund der wirtschafltlichen Auswirkungen infolge der Corona-Pandemie um 2,5 Prozent schrumpfen werde. Niemand könne indes sagen, wie lange der weitgehende Shutdown der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Lebens andauern werde oder müsse.

Für den Fall, dass der jetzige Zustand der Wirtschaft länger anhalte, plädiert er dafür, für diese Dauer über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle Deutschen verstärkt nachzudenken. Sein Argument: Das Virus macht uns alle gleich. Warum sollte das nicht auch in Bezug auf das Einkommen gelten. Die Auszahlung des Geldes könne logistisch beispielsweise über die Finanzämter organisiert werden.

Das Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“ mit und ohne Kapitalbeteiligung wird seit längerem immer wieder diskutiert, wenn es um eine Reform des Sozialstaates geht. Insbesondere die SPD bringt das Grundeinkommen in schöner Regelmäßigkeit auf die politische Agenda. (fm)

Foto: HWWI

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