21. Februar 2020, 10:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Gold und Palladium mit neuen Höchstständen

Das Umfeld für Edelmetalle bleibt auch in diesem Jahr vielversprechend. Während Palladium sogar ein neues Rekordhoch geschafft hat, klettert der Goldpreis in die Nähe eines frischen Mehrjahreshochs. Noch intensiver fällt die Aufwärtsentwicklung aber umgerechnet in Euro aus: Hier verstärkt die aktuelle Euroschwäche den Anstieg und das Edelmetall markiert täglich neue Rekordstände.

Shutterstock 598773272 in Gold und Palladium mit neuen Höchstständen

Die anhaltenden Sorgen über die Ausbreitung des Coronavirus in China haben den Goldpreis am Mittwochmorgen auf 1.609,30 Dollar steigen lassen, der höchste Stand seit Anfang Januar als das Edelmetall kurzfristig so teuer war wie seit 2013 nicht mehr. Sichere Anlagehäfen wie Gold oder Staatsanleihen bleiben gefragt. Eine wirtschaftliche Delle in China ist wohl nicht zu vermeiden. Die Analysten der Deutschen Bank rechnen mit einer Abschwächung des chinesischen Wachstums um bis zu 0,5 Prozent. Sollte der Grippevirus sich auch über China hinaus ausbreiten, wird die Weltwirtschaft noch stärker belastet.

Für Gold sprechen aber auch andere Gründe. So erwartet der Markt aufgrund der Folgen der Coronavirus-Epidemie weitere Zinssenkungen, auch in den USA. Bis Dezember wird derzeit mindestens ein weiterer Zinsschritt mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 80 Prozent erwartet, bis Juni sind es immerhin fast 50 Prozent. Sinkende Zinsen stützen den Goldpreis. Das Edelmetall zahlt zwar keine Zinsen, es kostet aber auch keine.

USA mit negativen Realrenditen über alle Laufzeiten

In Europa sind die Renditen vieler Staatsanleihen sogar negativ. In den USA liegen die Renditen zwar noch höher, aber kalkuliert man die Inflation mit ein, weisen alle Laufzeiten inzwischen auch negative Realrenditen aus. Wie ungewöhnlich die Zeiten derzeit sind, zeigt auch ein Blick auf den US-Dollar. Der Dollar-Index, ein Korb aus verschiedenen Weltleitwährungen wie etwa Euro oder Yen, notiert auf einem 5-Monatshoch und bewegt sich häufig konträr zu Gold oder anderen Rohstoffen, die in Dollar notieren. Damit wird das Edelmetall für die zahlreichen internationalen Nicht-Dollar-Investoren teurer. Derzeit überwiegt jedoch die Nachfrage nach sicheren Häfen, was den Goldpreis trotz eines robusten Dollars steigen lässt. Das ruft auch ETF-Anleger auf den Plan, die seit Jahresbeginn ihre Goldbestände um mehr als drei Prozent aufgestockt haben. Allerdings sank der Absatz von Goldschmuck im ansonsten nachfragestarken China zuletzt deutlich.

Palladiummarkt bleibt defizitär

Eine geringere Nachfrage wird nach Schätzungen der Researchagentur IHS Markit auch den Automobilmarkt im Reich der Mitte treffen. Im ersten Quartal 2020 werden Absatzeinbußen aufgrund der Coronavirus-Epidemie von 1,7 Millionen Fahrzeugen erwartet, was einem Rückgang von fast 30 Prozent zum Vorjahresquartal bedeutet. Im Januar lag das Absatzminus bereits bei knapp 20 Prozent. Obwohl der inzwischen größte Automarkt der Welt rund 20 Prozent der weltweiten Palladiumnachfrage ausmacht, wird nicht mit einer Entspannung auf dem Palladiummarkt gerechnet. Ein höherer Verbrauch von Palladium in Katalysatoren von Benzinmotoren aufgrund von global strengeren Umweltvorschriften und eine zu erwartende geringere Förderung des weltweit größten Palladiumproduzenten Nornickel werden weiter für ein Palladiumdefizit sorgen. Das aktuelle Rekordhoch von mehr als 2.750 Dollar je Feinunze muss daher nicht das letzte in diesem Jahr gewesen sein.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Erster im Markt: Gothaer bündelt bAV- und bKV-Verwaltung in einem Portal

Um den Verwaltungsaufwand für die betriebliche Vorsorge und Absicherung für Arbeitgeber deutlich zu vereinfachen, bündelt die Gothaer als erster Versicherer die bAV und bKV-Verwaltung für Arbeitgeber in einem gemeinsamen Portal.

mehr ...

Immobilien

Stadtflucht wegen Coronakrise?

Treibt Corona die Deutschen aufs Land? Immerhin haben die Vorteile der Stadt in Zeiten von Kontakteinschränkungen und Sperrstunden weniger Relevanz. Große Menschenansammlungen sind auf dem Land leichter zu meiden. Doch spiegelt sich diese landläufige Ansicht auch im Suchverhalten und den Nachfragepräferenzen von Immobiliensuchenden wider?

mehr ...

Investmentfonds

Britische Staatsanleihen: Sorgen Brexit und Corona für negative Renditen?

Die anhaltende Covid-19-Pandemie und der zäh verlaufende Brexit-Prozess könnten die Renditen britischer Staatsanleihen unter die Nullgrenze bringen, kommentiert Colin Finlayson, Co-Manager des Aegon Strategic Global Bond Fund bei Aegon Asset Management.

mehr ...

Berater

Konsolidierung mit Kapital und Köpfen

Suchten Makler in der Vergangenheit Anschluss an einen Pool oder wollten zu einem anderen wechseln, lenkten sie den Blick meist auf die Provisionstabellen. Wettbewerb lief vor allem über die Vergütung und Produktpalette. Diese Zeiten sind vorbei. Natürlich spielen beide Kriterien noch eine Rolle, aber die entscheidende Frage lautet: Wie bewältigt der Pool des Vertrauens die Herausforderungen, die wegen der enorm schnellen und einschneidenden technischen Entwicklung entstehen?

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin nimmt Deutsche Edelfisch DEG II ins Visier

Die Finanzaufsicht BaFin hat den hinreichend begründeten Verdacht, dass die Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG in Deutschland Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen ohne das erforderliche Wertpapier-Informationsblatt öffentlich anbietet. Im Markt der Vermögensanlagen ist das Unternehmen nicht unbekannt.

mehr ...

Recht

Berliner Verfassungsgerichtshof setzt Mietendeckel-Verfahren aus

Der Berliner Verfassungsgerichtshof hat die Prüfung des umstrittenen Mietendeckels ausgesetzt. Man wolle zunächst den Ausgang der anhängigen Verfahren dazu beim Bundesverfassungsgericht abwarten, teilte das höchste Berliner Gericht am Donnerstag mit.

mehr ...