Goldfonds: In neuem Glanz

Gold als Ersatz für abgeschaffte Zinsen

Für 2020 rechnen die Deka-Leute mit einer tendenziellen Seitwärtsbewegung der Preise, „wobei insbesondere geopolitpolitische Ereignisse jederzeit für stärkere Preisschwankungen sorgen können“. Was dies bedeuten kann, zeigte bereits in den ersten Januartagen des frischgebackenen Jahres beispielhaft der Goldpreis. Im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran hat Gold erstmals seit 2013 kurzfristig die Marke von 1.600 US-Dollar je Feinunze geknackt. In Euro hat die Feinunze kurzfristig den bis dahin geltenden Höchstpreis von 1.443 Euro erreicht.

Den Goldpreis sehen die Analysten im weiteren Jahresverlauf auf einem anhaltend hohen Niveau, mit 1.545 US-Dollar oder 1.380 Euro je Feinunze zum Jahresende. „Das risikolose Zinsniveau, also die Opportunitätskosten der zinslosen Goldhaltung, bleibt niedrig. Dies spricht für anhaltend hohe Goldpreise“, begründen sie, wobei es jederzeit zu stärkeren Preisschwankungen kommen könne. Auf lange Sicht trauen sie dem Goldpreis indes nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zu.

„Das zinslose Gold ist ein sicherer Hafen in einer zinslosen Welt“, formulieren es Marktbeobachter der Helaba. Bis zum Jahresende ist für sie in US-Dollar ein Preisanstieg auf 1.700 je Feinunze möglich. In Euro rechnen sie im Zuge ihres erwarteten Wechselkurses mit einer Seitwärtsbewegung entlang des Spitzenpreises aus dem Vorjahr von 1.400 Euro je Feinunze.

Noch Luft nach oben

Rohstoffanalysten der Commerzbank sehen beim Gold ebenfalls noch etwas Luft nach oben, mit einem Preis von 1.550 US-Dollar die Feinunze Ende diesen und 1.600 US-Dollar Ende kommenden Jahres. In dessen Windschatten dürften aus ihrer Sicht Silber und Platin mitziehen. Für Silber liegen ihre Schätzungen zum Jahresende bei 18,50 US-Dollar je Feinunze, zum Ende kommenden Jahres bei 20,00 US-Dollar.

Bei Platin rechnen die Analysten Ende 2020 mit 950 US-Dollar pro Feinunze, Ende 2021 mit 1.000 US-Dollar. Palladium steht für die Beobachter dagegen nach einem möglichen weiteren kurzfristigen Preisanstieg vor einer überfälligen Korrektur. Im Jahresverlauf rechnen sie mit einem Preisrückgang auf 1.500 US-Dollar und einen weiteren Rückgang auf 1.400 US-Dollar je Feinunze im kommenden Jahr.

Den traditionell wichtigsten Industrie- oder Basismetallen trauen die Commerzbank-Analysten einiges zu. „Insbesondere bei Rohstoffen, bei denen das Angebot knapp ist, kaum wächst und die strukturellen Nachfragetrends nach oben zeigen, dürften sich die Preise relativ stark entwickeln. Zum Beispiel bei Nickel“, meinen sie. In diesem und im kommenden Jahr rechnen die Beobachter dort mit steigenden Preisen. Bei Kupfer, Aluminium, Zink und Blei erwarten sie zum Ende 2020 leicht niedrigere Notierungen, bis Ende 2021 dagegen deutliche Preisanstiege. Bei Zinn sehen sie nach Preisrückgängen eine moderate Erholung zum Jahresende und anziehende Preise im Folgejahr.

Die Rohstoffanalysten von UBS, die ihre Markterwartung für das laufende Jahr veröffentlichen, setzen einen Tick höhere Werte an als ihre Amtskollegen.

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