27. Januar 2020, 16:44
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Neuer Rekord bei ETF in Europa

Lyxor ETF Research veröffentlicht heute seinen Bericht “Money Monitor 2019”, eine eingehende Analyse der Zuflüsse in ETFs von Anbietern mit Sitz in Europa. Der Bericht berücksichtigt erstmals auch die Zuflüsse in aktive Fonds. Die neue Publikation basiert auf der Untersuchung von 47.000 Fonds und ETFs und bietet damit einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Trends und Treiber in der europäischen Vermögensverwaltungsbranche.

Etf in Neuer Rekord bei ETF in Europa

Zum ersten Mal erreichten europäische ETFs 2019 einen Zufluss von 100,8 Milliarden Euro, was einen Rekord markiert. Damit erhöhte sich das Gesamtvermögen auf 870 Milliarden Euro und verzeichnete ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist das Ergebnis eines beschleunigten Wachstums in Europa in den vergangenen fünf Jahren (+20 Prozent) im Vergleich zum Wachstum des weiter vorangeschrittenen US-Marktes (+19 Prozent). ETFs machen damit nun sieben Prozent des gesamten europäischen Fondsvermögens aus (2018: sechs Prozent). Dabei entfallen 69 Prozent auf Aktien-ETFs, 27 Prozent auf festverzinsliche Wertpapiere, 27 Prozent auf Rohstoffe und die restlichen drei Prozent auf andere Anlageklassen.

Das Jahr der Anleihen

2019 war ohne Zweifel das Jahr der Anleihen mit Zuflüssen von rund 54 Milliarden Euro. Damit stieg das Gesamtvermögen auf 234 Milliarden Euro gegenüber 152 Milliarden Euro im Jahr 2018. Die europäischen Anleger wandten sich höheren Renditechancen zu (Unternehmensanleihen, US-Staatsanleihen, Anleihen aus Schwellenländern, Hochzinsanleihen). Dabei war für sie die geografische Diversifizierung, vor allem außerhalb Europas, entscheidend. Nachdem es mehrere Jahre gedauert hat, bis das Segment der festverzinslichen ETFs in Schwung gekommen ist, ist der in den letzten fünf Jahren beobachtete Trend mit durchschnittlichen jährlichen Zuflüssen von 26 Milliarden Euro solide und widerstandsfähig.

Ein gemischtes Jahr 2019 für Aktien

Für Aktien war 2019 ein Jahr der Kontraste: Die europäischen Aktienmärkte trugen die Hauptlast der zunehmenden makroökonomischen Unsicherheiten. In der ersten Jahreshälfte drohte der “no deal”-Brexit, doch in der zweiten Jahreshälfte kam es aufgrund der nachlassenden Handelsspannungen zu einer deutlichen Erholung. ETFs profitierten hiervon und sammelten 46 Milliarden Euro ein, während aktive Aktienfonds Abflüsse in Höhe von 43 Milliarden Euro verzeichneten.

Britische Aktien waren ein interessantes Beispiel für die Rotation von Fonds hinein in ETFs. Im Zusammenhang mit dem Brexit beobachteten wir Ende 2019 sehr starke Zuflüsse in britische Aktien-ETFs. Diese summierten sich allein in den letzten vier Monaten des Jahres auf insgesamt 7,1 Milliarden Euro. Diese Ströme wurden bei aktiven Fonds nicht beobachtet.

Rekordzuflüsse für ESG- und Smart Beta ETFs

Regulatorische Veränderungen und ein wachsender Bedarf an nachhaltigen Anlageinstrumenten über das gesamte Anlegerspektrum hinweg haben einen Boom im ESG-Segment ausgelöst. Dieses erzielte im vergangenen Jahr ein Rekord-Neuinvestitionsvolumen von 16,5 Milliarden Eur. Damit erhöhte sich das verwaltete Gesamtvermögen auf 30,5 Milliarden Euro.

Auch Smart Beta ETFs verzeichneten mit kumulierten Zuflüssen von 9,4 Milliarden Euro im letzten Jahr ein Rekordwachstum. Die Gelder flossen hauptsächlich in die Strategien Income Generation, Value und Minimum Volatility/Minimum Variance.

Vincent Denoiseux, Leiter des Bereichs ETF Resarch and Solutions bei Lyxor Asset Management: “Der Marktanteil der ETFs ist in den letzten zwei Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Das unterstreicht die zunehmende Akzeptanz bei den europäischen Anlegern. Mit dem aktuellen Money Monitor 2019, der erstmals auch die Zuflüsse in aktive Fonds beinhaltet, ermöglichen wir den Anlegern, sich ein noch detaillierteres Bild von den Trends in der Branche sowie von der Verteilung der Zuflüsse in aktives und passives Management zu machen.“

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Oliver Bäte, Allianz: “Wollen die Führungsstrukturen immer effizienter machen”

Bei Europas größtem Versicherer Allianz muss sich das Management größere Sorgen um Arbeitsplätze machen als das Fußvolk. Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte will eher beim Management als bei den einfachen Mitarbeitern einsparen.

mehr ...

Immobilien

Senatorin: Mietniveau in Berlin ist aus den Fugen geraten

In Berlin ist das bundesweit einmalige Mietendeckel-Gesetz in Kraft getreten. Aus Sicht der zuständigen Senatorin bringt es das Mietniveau wieder ins Lot. Das allein reiche aber nicht.

mehr ...

Investmentfonds

Buffett schwächelt zum Jahresende – Aktienrückkäufe auf Rekordniveau

Der US-Staranleger Warren Buffett hat mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway zum Jahresende deutlich weniger verdient. In den drei Monaten bis Ende Dezember fiel der operative Gewinn im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar (4,1 Mrd Euro), wie Berkshire Hathaway am Samstag in Omaha mitteilte. Vor allem im Rückversicherungsgeschäft – einem wichtigen Standbein von Buffetts Konglomerat – lief es schlechter.

mehr ...

Berater

Händler-Plattform Shopify macht bei Facebook-Währung Libra mit

Die bei Facebook entwickelte Digitalwährung Libra kann nach einer Serie prominenter Abgänge einen Neuzugang vermelden. Die kanadische Firma Shopify, die eine E-Commerce-Software entwickelt, trat am Freitag der Libra Association bei, von der das Projekt verwaltet wird.

mehr ...

Sachwertanlagen

INP bestückt ihre offenen Spezialfonds mit weiteren Pflegeheimen

Die INP-Gruppe hat durch den Erwerb von vier Pflegeeinrichtungen und Pflegewohnanlagen an verschiedenen deutschen Standorten das Immobilienportfolio ihrer offenen Spezial-AIF für institutionelle Investoren in den vergangenen sechs Monaten weiter ausgebaut.

mehr ...

Recht

Wie Sie Haftungsrisiken mit einer Betriebsaufspaltung verringern

Wer sein Vermögen in den eigenen Betrieb steckt, möchte es vor Haftungsrisiken schützen. Mit einer Betriebsaufspaltung ist das möglich. Doch es lauern auch Fallstricke.

mehr ...