29. Januar 2020, 12:59
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Pandemieangst trifft die Aktienmärkte

Die Märkte standen im Spannungsfeld zwischen sich weiter verbessernden Konjunkturdaten und Pandemieängsten aufgrund des neuartigen Coronavirus in China. Letztlich überwog die Furcht der Investoren vor einem weltweiten Übergreifen des Coronavirus und die Aktienmärkte gaben in Summe leicht nach. Ein Kommentar von Michael Jensen, Head of Asset Management und Managing Director bei Moventum Asset Management S.A.

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Michael Jensen, Moventum

Im Berichtszeitraum standen die Märkte im Spannungsfeld zwischen sich weiter verbessernden Konjunkturdaten und Pandemieängsten aufgrund des neuartigen Coronavirus in China. So konnte einerseits der deutsche Aktienindex, zumindest intraday, im Wochenverlauf ein neues Allzeithoch erklimmen. Andererseits waren auch sichere Häfen wie Gold und Staatsanleihen gefragt. Letztlich überwog die Furcht der Investoren vor einem weltweiten Übergreifen des Coronavirus und die Aktienmärkte gaben in Summe leicht nach. An der Datenfront wurde in Deutschland der ZEW-Index veröffentlicht. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Konjunkturerwartungen wurden von den befragten Finanzmarktanalysten deutlich besser eingeschätzt als erwartet.

Auch der vorläufige Einkaufsmanagerindex für die Eurozone zeichnete in Summe ein positives Bild. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe stieg stärker als erwartet auf 47,8 Punkte an. Zwar ging der PMI für den Dienstleistungssektor entgegen den Erwartungen leicht auf 52,2 Punkte zurück, nichtsdestotrotz deutet sich damit weiterhin ein allmähliches Ende der Industrierezession an. Relativ unspektakulär verlief hingegen die EZB-Sitzung. Die Zinssätze blieben unverändert und Madame Lagarde verkündete in der Pressekonferenz kaum Neues. In den USA war der Datenkalender derweil nur dünn besetzt. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe gab leicht von 52,4 auf 51,7 Punkte nach, wohingegen der Index für den Dienstleistungssektor etwas anstieg und zwar von 52,8 auf 53,2 Punkte.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent gab deutlich um circa vier US-Dollar nach und schloss auf einem Niveau von 60,69 US-Dollar. Auf der Währungsseite legte der US-Dollar gegenüber dem Euro um 0,63 Prozent zu. Der japanische Yen verbuchte ein deutliches Plus von 1,32 Prozent.

In diesem Umfeld entwickelten sich die Aktienmärkte wie beschrieben in Summe leicht negativ. Eine positive Entwicklung konnte jedoch aus Sicht des Euro-Investors der japanische Aktienmarkt verzeichnen, während Europa und die USA leicht nachgaben. Die Verluste in den Schwellenländern fielen deutlicher aus als in den Industriestaaten. Growth-Aktien schnitten sowohl in den USA als auch in Europa besser ab als Value-Titel. Small Caps lieferten in den USA eine Underperformance, während in Europa Small Caps etwas besser abschnitten. Auf Sektorebene dominierten in den USA die Segmente Versorger, IT und nichtzyklischer Konsum, während die Sektoren Energie, Rohstoffe und Finanzen relative Schwäche zeigten. In Europa sah das Bild wie folgt aus: Am besten entwickelten sich die Sektoren Versorger, IT und Industrie. Am schlechtesten war die Entwicklung der Sektoren zyklischer Konsum, Energie und Rohstoffe.

Im Rentenbereich profitierten Euro-Staatsanleihen von der steigenden Unsicherheit. Auch Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating konnten dank der Zinsentwicklung etwas zulegen. Die eher aktiensensitiven Hochzinsanleihen gaben hingegen leicht nach. Hartwährungsanleihen aus den Emerging Markets zeigten sich im Wochenverlauf in Summe unverändert.

Foto: Moventum

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