11. März 2020, 09:55
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Zentralbanken können diesmal die Lage nicht retten

Die längste Expansion in der Geschichte zusammen mit akkomodierenden Zentralbanken und renditehungrigen Anlegern führtezu sehr engen Spreads auf den CreditMärkten, gleichzeitig erreichte die Verschuldung der Unternehmen im Verhältnis zum BIP ein beispielloses Niveau. Die Zahl der hoch verschuldeten Unternehmen ohne ausreichendes Einkommen zur Deckung ihrer Zinszahlungen hat stetig zugenommen, und die Kreditqualität hat sich weitgehend verschlechtert. Die aktuelle Situation wirft Fragen zu den Kredit-und Finanzierungsmärkten auf. Unterbrechungen der Lieferkette und der Schock der Nachfrage verursachenfür viele Unternehmen Cashflow-Probleme, insbesondere für kleine Unternehmen und diejenigen in Sektoren, die am stärksten von der Krise betroffen sind, z.B.Reisen, Transport, Freizeit, Unterkunft. Die Fed ist sich bewusst, dass je länger es dauert, diese Spillovers einzudämmen, desto größer die Kreditherabstufungen, die Ausfallrisiken und die Wahrscheinlichkeit, dass die Finanzmärkte die Wirtschaft kontaminieren, sind. Die Anleger sind sich dieserRisiken bewusst und haben die CreditSpreads effektiv wieder auf das Niveau vom Dezember 2018 gebracht, was die Empfindlichkeit von Credits gegenüber Rezessionsängsten und einer überzogenen Positionierung widerspiegelt.

Allokation: Cash ist vorerst King

Gegenwärtig stellen wir fest, dass die ökonomischen Auswirkungen beginnen, die Wirtschaft zu destabilisieren, und dass sie in nächster Zukunft weiter zunehmen werden. Das könnteein Gefühl der Panik auslösen, zumal es sich um die erste globale Krise im Zeitalter der sozialen Medien handelt.Das Schwierigste in den nächsten Wochen wird es sein, nicht aus Panik zu handeln. Das Risiko besteht darin, sich von den Märkten beraten zu lassen, anstatt dort nach Möglichkeiten zu suchen.

An den Kapitalmärkten zeichnet sich eine kollektive Wende von der Gier zur Angst ab, die einen Anstieg der Risikoprämien verursacht. Angesichts des derzeitigen Mangels an Visibilität und Liquidität könnte die nächste Phase zu weiteren Ausverkäufen führen, die von den Exzessen der gigantischen Jagd nach Renditen in den letzten zehn Jahren angetrieben wurden. Die Kreditmärkte könnten im Auge des Sturms stehen, zumal auch schlecht bewertete US-Kreditnehmer unter sinkenden Ölpreisen leiden. Da der Schutz durch Optionsstrategien bei den sehr hohen Volatilitäten zu teuer geworden ist und Anleihen allein ein diversifiziertes Portfolio nicht mehr schützen können, sind wir der Meinung, dass eine Erhöhung der Cash-Allokation die beste Möglichkeit ist, das Portfolio in naher Zukunft zu bewahren. Im Land der Unsicherheit ist Cash König.

Foto: Shutterstock

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