Amazon, Facebook, Alphabet & Co.: Ist die Zeit der Wachstumsaktien bereits vorbei?

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Wohin entwickelt sich das Tech-Segment?

Die Schwäche im Techsektor geht weiter. Der Nasdaq Index fiel am Dienstag um mehr als 2 Prozent. Nach Monaten des Höhenflugs, fielen hochgeschätzte Aktien von E-Commerce-Anbietern wie Amazon zwischen 0,6 Prozent und 2,4 Prozent. Ist die Zeit der Wachstumsaktien und damit womöglich die von Amazon, Facebook, Alphabet & Co. also bereits vorbei?

„Nein, die Zeit der Wachstumsaktien, wie die der E-Commerce-Anbieter ist nicht vorbei,“ meint Larry Puglia, Portfolio Manager bei T. Rowe Price. „Momentan neigen viele Anleger dazu, die potenzielle Nachhaltigkeit des Cashflow-Wachstums von innovativen Unternehmen zu unterschätzen.“ Dies gilt zum Beispiel für E-Commerce-Unternehmen, die von starken strukturellen Wachstumstreibern profitieren. In diesem Umfeld finden Unternehmen herausragende Möglichkeiten vor, um angrenzende Geschäftsbereiche zu erschließen. Allerdings handelt es sich dabei eher um kurzfristige zyklische Impulse.Der allgemeine Markt konzentriert sich häufig zu stark auf die kurzfristigen Perspektiven. Die langfristigen Wachstumstreiber liegen aber woanders“, so Puglia.

Neuerlicher Aufschwung?

Für ihn steht der Branche und damit auch ihren Wachstumsaktien wie Amazon und Co. noch ein weiterer Aufschwung bevor.

„Längerfristig werden E-Commerce-Unternehmen zum Beispiel von der Tatsache profitieren, dass die traditionellen Medien nicht nur zunehmend Publikum an die Online-Anbieter verlieren, sondern auch immer mehr Werbekunden. Hinzukommt, dass sich die E-Commerce-Akzeptanz von kleinen bis mittleren Unternehmen, die zuvor nicht oder kaum im Internet präsent waren, enorm beschleunigt und dadurch eine Verschiebung des Verbraucherverhaltens vorantreibt. Unternehmen, die auf diese Trends ausgerichtet sind, konnten bisher im besondere Maße profitieren.“

Zwar haben diese Titel durch die Pandemie ein enormes vorgezogenes Wachstum erlebt, allerdings bleiben die Wachstumstreiber auch langfristig weiterhin intakt

„Die künftigen Wachstumspotenziale werden durch das in der Pandemie vorgezogene Wachstum nicht geschmälert werden“, so Puglia. „Der Trend wird sich weiter ausbreiten“, so ist er überzeugt.

E-Commerce hat weiteren Spielraum

„Trotz der enormen Beschleunigung des E-Commerce deutet ein Vergleich der E-Commerce-Durchdringungsraten in den USA und Europa mit den Volkswirtschaften in Asien darauf hin, dass dieser Trend weiteren Spielraum hat, da sich das Spektrum an Produkten, die die Verbraucher über das Internet beziehen, zunehmend erweitert. Ein Paradebeispiel dafür sind Facebook und Alphabet, deren Werbegeschäft enormen Auftrieb erhalten dürfte, wenn sich die Wirtschaft von der Corona-Pandemie erholt und die Reise- sowie andere Branchen, die vorranging im Internet werben, einen Nachfrageschub erleben. In diesem Zusammenhang nicht unbeachtet dürfen allerdings die regulatorischen Entwicklungen in den USA und in Europa bleiben. Diese sind sicherlich bei der Bewertung ihres Risiko-/Ertragsprofils einzubeziehen.“

Positiv für Amazon-Aktie

Insbesondere hinsichtlich der Aussichten für die Amazon-Aktie istPuglia positiv gestimmt: „Aufgrund seiner riesigen Online-Produktpalette profitiert Amazon besonders von diesem Trend. Das Unternehmen hatte zuletzt beträchtlich in seine Logistik investiert, um die Zahl der Artikel, die noch am selben Tag versandt werden können, zu steigern und sein Standbein im Lebensmittelgeschäft durch die Tochtergesellschaft Whole Foods Market zu festigen. Aufgrund seiner Nähe zum Kunden hat Amazon auch einen einzigartigen Einblick in das Verhalten der lokalen Verbraucher, mit dem das Unternehmen das Geschäft mit Onlinewerbung enorm beschleunigen konnte“.

Facettenreiches E-Commerce-Spektrum

Puglia ist der Ansicht, dass das E-Commerce-Spektrum für Anleger groß ist: „Es reicht von Anbietern modularer E-Commerce-Softwarelösungen für kleine und mittelständische Unternehmen bis hin zu Facebook und anderen großen Online-Plattformen, die ihre massive Nutzerbasis nutzen um in aufstrebende Bereiche wie den interaktiven Handel oder „Social Shopping“ vorzudringen. Diese E-Commerce-Segmente schaffen bei entsprechender Unternehmensgröße zusätzliche Möglichkeiten, beispielsweise in den Bereichen Online-Zahldienste oder personalisierte Werbung. Ferner könnten künftig die Daten, die von Käufern und Händlern auf diesen Plattformen generiert werden, unter anderem auch Grundlage für verschiedene FinTech-Angebote bilden.“

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