„Grauer Kapitalmarkt ist der Normalfall“

Doch in dem Stil geht es weiter. „Solide mittelständische Industrieunternehmen finanzieren sich über den Grauen Kapitalmarkt, innovative Start-up-Unternehmen versorgen sich dort mit Gründungskapital und Kapital für die Energiewende wird teilweise ebenfalls auf dem Grauen Kapitalmarkt eingeworben“, flötet Fußwinkel.

Bafin: Weiß oder grau sagt nichts über das Risiko

Selbst für immer neue Konstruktionen zur Umgehung der Erlaubnispflicht sieht er gute Gründe: „Kleinere und mittlere Unternehmen wollen oft lediglich die Kosten vermeiden, die mit der Beaufsichtigung verbunden sind.“

Erst anschließend weist der Autor darauf hin, dass es auch missbräuchliche Geschäftsmodelle gebe, „um ohne Erlaubnis- oder Prospektpflicht an das Kapital unerfahrener Kleinanleger zu gelangen…“.

Der wohl überraschendste Satz des Beitrags jedoch ist: „Die Zuordnung eines Anlageangebotes zum Grauen oder Weißen Kapitalmarkt lässt für den Anleger noch keinen Rückschluss auf das Risiko zu, das mit einer Anlage verbunden ist.“ Zur Erinnerung: Das Bafin-Journal ist eine offizielle Publikation der deutschen Finanzaufsicht.

Der Graue Kapitalmarkt werde in der Öffentlichkeit oft als unreguliertes Marktsegment dargestellt, erklärt Fußwinkel. Tatsächlich nehme die Bafin aber auch hier vielfältige Aufgaben wahr, etwa im Rahmen der Prospektprüfung bei Vermögensanlagen und der Kontrolle des Vertriebs durch Bafin-beaufsichtigte Institute.

Das ist offenbar mit den Bemühungen um die „Voraussetzungen für eine informierte und risikobewusste Investitionsentscheidung“ gemeint.

Seite drei: „Kein regulatorischer Missstand“

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