Studie: Weniger Banken, aber profitabler

Deutschlands Banken stehen mitten in einem Strukturwandel, der mit dem Umbruch der Stahlindustrie im vergangenen Jahrhundert vergleichbar, sagt die Managementberatung Bain & Compay. Die aktuelle Studie „Deutschlands Banken 2014: Jäger des verlorenen Schatzes“ soll Ursachen und Konsequenzen des dramatischen Wandels aufzeigen. 

Deutsche Banken vor Strukturwandel

Laut der Analyse sind weitere Einschnitte in die Kostenstruktur notwendig – und nur drei Geschäftsmodelle werden sich langfristig durchsetzen: globale Universalbanken, Regionalinstitute und Spezialisten.

Zu niedrige Eigenkapitalquoten

Knapp 80 Prozent weniger Banken, dafür eine um das 80-fach größere durchschnittliche Bilanzsumme, eine nahezu unveränderte Cost-Income-Ratio und eine Eigenkapitalrendite nach Steuern, die nur noch ein Viertel des Werts von Anfang der 1970er Jahre beträgt: Die langfristigen Entwicklungen im deutschen Bankensektor seit der Deregulierung Ende der 1960er Jahre machen deutlich, welche weitreichenden Veränderungen die Branche bereits bewältigt hat und wo ihre aktuellen Schwierigkeiten in besonderem Maß begründet liegen.

Die verbreitete Meinung, externe Faktoren und die jüngst verschärfte Regulierung wären für die Profitabilitätsschwäche verantwortlich, widerlege die Auswertung der Daten von nahezu 2.000 Finanzinstituten von 1970 bis 2013. Entscheidend sei vielmehr eine Kombination aus nachhaltig gesunkenem Zinsüberschuss und der Kostenstruktur der Banken. Renditestarke Banken schlagen den Wettbewerb in der Regel dank ihres besseren Kosten- und Risikomanagements.

Kampf mit der Profitabilität

Das Gros der Finanzinstitute kämpft mit unzureichender Profitabilität. In den vergangenen drei Jahren verdienten laut der Studie nicht einmal sechs Prozent aller Banken ihre Eigenkapitalkosten. Dabei schwankte die durchschnittliche Eigenkapitalrendite zwischen 7,8 Prozent bei Automobilbanken und minus 4,7 Prozent bei Realkreditinstituten.

Die beiden nach Institutsanzahl größten Gruppen, Genossenschaftsbanken und Sparkassen, kamen auf eine Eigenkapitalrendite von 4,4 beziehungsweise 2,3 Prozent, die stark durch negative Sondereffekte beeinflusst wird.

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