Anzeige
20. Oktober 2015, 14:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Finanzindustrie: Pläne zur Kapitalmarktunion kommen gut an

Die deutsche Finanzindustrie hält die von der Europäischen Kommission geplante Kapitalmarktunion für sinnvoll. Das ergab eine Umfrage des Center for Financial Studies unter Finanzinstituten und Dienstleistungsunternehmen am Finanzplatz Deutschland.

EuropaGeld750 in Finanzindustrie: Pläne zur Kapitalmarktunion kommen gut an

Kapitalmarktunion in der EU wird von der deutschen Finanzindustrie befürwortet.

Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer (60 Prozent) gab an, dass die Kapitalmarktunion in Europa eine sinnvolle Ergänzung der europäischen Bankenunion wäre. Eine Mehrheit der Befragten erwartet allerdings keine besonderen positiven Effekte auf die deutsche Wirtschaft oder zusätzliche Wachstumsimpulse für Europa, wenn die Kapitalmarktvorschriften stärker harmonisiert werden.

Kaum positive Effekte auf deutsche Wirtschaft

“Die deutsche Finanzbranche scheint nicht zu erwarten, dass die Kapitalmarktunion, wie von der Europäischen Kommission angestrebt, zu einer Stärkung der Eigenkapitalfinanzierung bei kleinen und mittleren Unternehmen führt. Die positiven Effekte für die deutsche Wirtschaft werden dementsprechend eher gering eingeschätzt”, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies und wissenschaftlicher Leiter der Umfrage, die Ergebnisse.

Die Europäische Kommission hatte am 18. Februar 2015 ein Grünbuch zur Schaffung einer Kapitalmarktunion vorgelegt. Am 30. September hat die Europäische Kommission hierzu ihren “Aktionsplan zur Schaffung einer Kapitalmarktunion” veröffentlicht. Die Kapitalmarktunion soll Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen, ihre Finanzierungskanäle zu diversifizieren, und vor allem für kleine und mittlere Unternehmen die Kosten der Kapitalaufnahme senken. Stärker integrierte Kapitalmärkte und effizientere Marktinfrastrukturen sollen zudem die Schockresistenz der europäischen Wirtschaft verbessern und zusätzliche Investitionen ermöglichen.

Kapitalmarktunion bei Finanzinstituten noch nicht auf Agenda

Die Frage, ob sich ihr eigenes Unternehmen bereits mit den Auswirkungen einer möglichen Kapitalmarktunion beschäftigt, wurde von knapp 60 Prozent der Finanzinstitute verneint. Dagegen befassen sich rund 60 Prozent der befragten Dienstleister aktuell schon mit den möglichen Konsequenzen einer europäischen Kapitalmarktunion.  Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer (60 Prozent) hält eine Kapitalmarktunion für eine sinnvolle Ergänzung der europäischen Bankenunion.

Insbesondere die Dienstleistungsunternehmen bewerten eine europäische Kapitalmarktunion mit knapp 70 Prozent als sinnvolle Ergänzung, während bei den befragten Finanzinstituten nur etwas mehr als die Hälfte dieser Meinung ist. Gleichzeitig geht aber gut die Hälfte der Befragten (52 Prozent) nicht davon aus, dass eine stärkere Harmonisierung der Kapitalmarktvorschriften zu zusätzlichen Wachstumsimpulsen in Europa führt. Vor allem die Finanzinstitute zeigen sich hier skeptisch und erwarten zu 65 Prozent keine positiven Wachstumseffekte.Im Gegensatz dazu rechnet mehr als die Hälfte der Dienstleister (54 Prozent) durchaus mit Wachstumsimpulsen.

Förderung der Unternehmensfinanzierung

Die Schaffung einer Kapitalmarktunion soll die kapitalmarktorientierte Unternehmensfinanzierung fördern. Rund 60 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten, dass sich dies stark bzw. mäßig auf die Marktstellung der Banken auswirken würde. Ein Viertel der Befragten erwartet dagegen nur schwache Auswirkungen. Bei den Finanzinstituten rechnet rund die Hälfte der Umfrageteilnehmer mit starken bzw. mäßigen Auswirkungen, während ein Drittel nur schwache Effekte erwartet. Bei den Dienstleistungsunternehmen gaben knapp 70 Prozent an, dass sie mit starken bzw. mäßigen Auswirkungen auf die Markstellung der Banken rechnen. (fm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trendprodukt Fondspolicen – Aktien Europa – Zweitmarkt 2018 – Andrang auf Zinshäuser 

Ab dem 25. Januar im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Pfleger fühlen sich von Politik im Stich gelassen

Die Pflegebranche fühlt sich nach einer neuen Studie von der Politik im Stich gelassen. 91 Prozent der professionell Pflegenden sagen demnach, dass das Thema Pflege in der Politik einen geringen Stellenwert hat. Das geht aus einer neuen Studie (Care Klima Index) hervor, die in Kooperation mit dem Deutschen Pflegetag erstellt wurde.

mehr ...

Immobilien

Bundesverfassungsgericht stellt Einheitswerte infrage

Das Bundesverfassungsgericht hat die Berechnungsgrundlage der für Kommunen wichtigen Grundsteuer auf den Prüfstand gestellt. In einer mündlichen Verhandlung hörten die Richter Argumente für und gegen das aktuelle Verfahren. Kippt das Gericht die bisherige Regelung, hätte dies weitreichende Konsequenzen.

mehr ...

Investmentfonds

Die sechs wichtigsten Fragen von Anlegern

Setzt sich der weltweite Aufschwung der Konjunktur in 2018 fort? Und sind Aktien nicht schon lange überbewertet? Diese zwei Fragen gehören zu den sechs Fragen, die Anleger am häufigsten stellen. Goldman Sachs hat sie beantwortet. Gastbeitrag von Andrew Wilson, Goldman Sachs.

mehr ...

Berater

Blau direkt startet Web-App

Der Maklerpool Blau direkt hat eine Web-App für die hauseigene Anwendung “simplr” gestartet. Wie das Lübecker Unternehmen mitteilt soll die Web-App Kunden unter anderem den Vorteil bieten, dass sie nicht erst auf dem Smartphone installiert werden muss und auf sämtlichen Endgeräten funktioniert.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weiterer Chef bei Hamburg Trust

Der Hamburger Immobilien-Investmentmanager Hamburg Trust Grundvermögen und Anlage GmbH hat die Geschäftsführung ab dem 1. Januar 2018 durch Oliver Priggemeyer verstärkt.

mehr ...

Recht

Bundesbank-Vorstand: Bitcoin-Regulierung ist nur eine Frage der Zeit

Kryptowährungen wie Bitcoin sind in Deutschland bislang unreguliert, das wird sich bald ändern. Das geht aus einer Aussage des Vorstands der Deutschen Bundesbank, Joachim Wuermeling, hervor. Erste Schritte habe man bereits unternommen.

mehr ...