Schuldenfinanzierung wächst in China wieder stärker

Die Verschuldung chinesischer Unternehmen und Privatpersonen ist im November wieder deutlich stärker ausgefallen als zuletzt.

Bank of China wird zum entscheidenden Faktor

Das gesamte inländische Finanzierungsvolumen („total social financing“) habe im zurückliegenden Monat bei 1,02 Billionen Yuan (gut 144 Milliarden Euro) gelegen, teilte die chinesische Zentralbank am Freitag in Peking mit. Ökonomen hatten mit einem etwas schwächeren Wert von 970 Milliarden Yuan gerechnet.

Deutliche Erhöhung des Finanzierungsvolumens

Im Vormonat war das gesamte Finanzierungsvolumen nicht einmal halb so hoch gewesen wie im November. Das Volumen hatte im Oktober mit 476,7 Milliarden Yuan auf dem tiefsten Stand seit Juli 2014 gelegen. Das aggregierte Finanzierungsvolumen wird in China seit dem Jahr 2011 erhoben. Es gibt wieder, in welchem Umfang sich Unternehmen und Privatpersonen verschulden. Banken sind von der Rechnung ausgenommen. Der Wert weist üblicherweise deutliche Schwankungen auf.

Nach westlichen Maßstäben ist China im Krisenmodus

„Das Finanzierungsvolumen schwankt stark, weil in der Größe verschiedenste Komponenten enthalten sind“, sagt Frederik Kunze, China-Experte bei der Landesbank NordLB. Unter anderem würden auch Fremdwährungskredite erfasst, deren Wert sich mit Wechselkursschwankungen am Devisenmarkt stark verändere. Einige Beobachter sehen das gesamte Ausmaß der Schuldenfinanzierung in China kritisch. „Wenn China ein westliches Land wäre, würde ich eine Wirtschaftskrise prognostizieren“, sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Bedenkliche Entwicklungen gebe es bei der Unternehmensverschuldung und am Häusermarkt. Allerdings sei im Falle des Falls mit Eingriffen der chinesischen Führung zu rechnen.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

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