Anzeige
29. August 2016, 14:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Hapag-Lloyd-Chef: Reederei nach Fusion wettbewerbsfähiger

In der krisengebeutelten internationalen Containerschifffahrt kommt die Reederei Hapag-Lloyd nach den Worten von Vorstandschef Rolf Habben Jansen nicht an einer Fusion mit der arabischen UASC vorbei.

Shutterstock 461963191 in Hapag-Lloyd-Chef: Reederei nach Fusion wettbewerbsfähiger

Hapag-Lloyd war in der ersten Jahreshälfte 2016 in die roten Zahlen gerutscht.

“Wir wollen die Fähigkeiten von Hapag-Lloyd und UASC so kombinieren, dass das Unternehmen den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Branche gestärkt entgegentreten kann”, sagte Habben Jansen bei der ordentlichen Hauptversammlung am Freitag in Hamburg. “Hapag-Lloyd wird nicht nur größer, sondern auch internationaler und vor allem wettbewerbsfähiger.” Der Zusammenschluss soll bis zum 31. März 2017 vollzogen werden.

Das Unternehmen war in der ersten Jahreshälfte 2016 in die roten Zahlen gerutscht und wies einen Nettoverlust von 142 Millionen Euro aus (Vorjahreshalbjahr: plus 157,2 Millionen Euro). Weltweit kämpfen Reedereien seit Jahren mit Überkapazitäten und unzureichenden Frachtraten.

Bei dem Aktionärstreffen stimmten die Anteilseigner einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zu, wie Hapag-Lloyd am Freitagabend mitteilte. Innerhalb von sechs Monaten nach der UASC-Fusion soll eine weitere Barkapitalerhöhung um 400 Millionen US-Dollar erfolgen, die dem Schuldenabbau und weiteren Investitionen dienen soll. Die Stadt Hamburg will sich – wie zuvor angekündigt – nicht an der Kapitalaufstockung beteiligen.

Hauptsitz bleibt in Hamburg

Der Vorstandschef verwies darauf, dass durch den Zusammenschluss von Hapag-Lloyd mit der UASC die gemeinsame Flotte deutlich jünger und im Durchschnitt größer sein werde als die derzeitige. Außerdem müssten in den kommenden Jahren keine weiteren Investitionen in Großschiffe getätigt werden. Gemeinsam werden dann 237 Schiffe mit einer Transportkapazität von rund 1,6 Millionen Standardcontainern geführt. Damit würde die Linienreederei zur fünftgrößten Containerreederei weltweit aufsteigen.

Die United Arab Shipping Company (UASC) mit Hauptsitz in Katar ist eine der führenden Container-Reedereien in der Golfregion, mit den Investmentgesellschaften Qatar Holding sowie dem Public Investment Fund aus Saudi Arabien als größten Anteilseignern. Mit der Fusion soll der Marktanteil auf den Routen zwischen Asien und Nordeuropa sowie zwischen Asien und dem Nahen Osten gesteigert werden. Im Nahen Osten soll das entstehende Unternehmen zu einem der Marktführer aufsteigen. Der Hauptsitz der Hapag-Lloyd bleibt in Hamburg. “Der maritime Standort Hamburg wird dadurch deutlich gestärkt”, sagte Habben Jansen.

Veränderte Besitzverhältnisse

Der Vorstandsvorsitzende verwies auf “erhebliche Synergiepotenziale” von mindestens 400 Millionen US-Dollar, die den “Unternehmenswert der Hapag-Lloyd nachhaltig steigern” würden. Die Kosteneinsparungen würden im laufenden Jahr voraussichtlich nicht ausreichen, um den Rückgang der Frachtraten auszugleichen, räumte der Vorstandschef auf Fragen aus dem Aktionärskreis erneut ein. 2015 hatte Hapag-Lloyd bereits die chilenische Reederei CSAV übernommen. Der Konzern verfügt über eine Eigenkapitalquote von 44,4 Prozent und eine Liquiditätsreserve von rund 775 Millionen Euro.

Nach dem Zusammenschluss ändern sich auch die Besitzverhältnisse an Hapag-Lloyd. Die Investmentgesellschaften des Emirats Katar und Saudi-Arabiens werden mit 14,4 und 10,1 Prozent der Aktien neue Kerngesellschafter der Reederei. Die chilenische CSAV wird künftig 22,6 Prozent halten, der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne 14,6 Prozent. Der Anteil der Stadt Hamburg wird zukünftig 14,9 Prozent betragen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Württembergische überarbeitet Unfallversicherung

Die Württembergische Versicherung hat eine neue Unfallversicherungstarife eingeführt und dafür die drei Produktlinien Kompakt-, Komfort- und PremiumSchutz überarbeitet.

mehr ...

Immobilien

Rendite-Studie: Ostdeutsche Mittelstädte besonders attraktiv

Höhere Renditen bei gleichem Risiko: Wie der diesjährige “Wohnungsmarktbericht Ostdeutschland” des Immobilienunternehmens TAG Immobilien AG zeigt, sollten deutsche Immobilieninvestoren aktuell nach Osten blicken.

mehr ...

Investmentfonds

Dollar hat Leidensweg noch vor sich

Die Eurozone könnte die US-Wirtschaft überholen. Die US-Wirtschaft schwächt sich ab, während sich die Eurozone stabilisiert. Darauf werden auch die Zentralbanken reagieren und somit die Renditen von Staatsanleihen und die Wechselkurse beeinflussen.

mehr ...

Berater

Leadmanagement: Sales und Marketing müssen kooperieren

Kunden nehmen ein Unternehmen immer als Einheit wahr. Abteilungsgrenzen interessieren ihn nicht. Deshalb muss die interne Zusammenarbeit Hand in Hand funktionieren. Isoliert agierende “Silos“ kann man dabei nicht brauchen.

Gastbeitrag von Anne M. Schüller, Businesscoach

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Spezial-AIF von d.i.i.

Die d.i.i. Investment GmbH hat mit dem “d.i.i. 10” einen weiteren geschlossenen Immobilien-Spezial-AIF aufgelegt. Der neue Fonds richtet sich an Family Offices, vermögende private Investoren und Stiftungen.

mehr ...

Recht

Einfach oder qualifiziert? Bei Rot ist Schluss mit lustig

Ob bewusst oder aus Versehen, ob im Auto oder auf dem  Fahrrad. Wer glaubt,  bei „Kirschgrün“ könne man mal eben schnell noch drüber hüpfen, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere. Und es drohen saftige Strafen – von Bußgeld über Punkte in Flensburg bis hin zur Haftstrafe.

 

mehr ...