26. Juni 2019, 12:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kein Handelsabkommen am wahrscheinlichsten

Im Vorfeld der laufenden US-Chinesischen-Handelsgespräche haben wir den Zuckerbrot-und-Peischen-Ansatz von beiden Seiten betrachtet, die ihre jeweilige Verhandlungsmacht nutzen. Ein Kommentar von Anthony Chan, Leiter Kapitalmarktstrategie Asien der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP).

Ohne-Titel-11 in Kein Handelsabkommen am wahrscheinlichsten

Anthony Chan, Leiter Kapitalmarktstrategie Asien der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP).

Zusätzlich zu Huawei hat die US-Regierung weitere fünf große chinesische Super-IT-Firmen auf die schwarze Liste gesetzt, um sie daran zu hindern, Geschäfte mit den USA zu tätigen. Dies ist eine Eskalation des Technologiekriegs, die der Handelskriegssaga eine weitere Dimension hinzugefügt hat.
US-Vizepräsident Mike Pence hat schließlich beschlossen, seine kritische Rede über China zum 30. Jahrestag der Veranstaltung am 4. Juni zurückzuziehen. Präsident Trump argumentierte, dass der Zeitpunkt der Rede nicht helfen würde, die laufenden Handelsgespräche mit China fortzusetzen.

Welche Rolle Kim Jong-un im Handelskonflikt spielt

Der unerwartete Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Nordkorea letzte Woche wurde von Kim Jong-un positive aufgenommen. Dies kann als Machtdemonstration Chinas in Bezug auf seine engen Beziehungen zu Nordkorea interpretiert werden. Peking kann seinen Einfluss auf eine mögliche Entnuklearisierung Nordkoreas als eines der Verhandlungschips mit den USA nutzen.

Überraschenderweise wurde auch berichtet, dass Präsident Trump einen Brief an Kim Jong-un geschickt hatte. Die offizielle Erklärung Nordkoreas erklärte, dass dieser einen “ausgezeichneten Inhalt” habe, und dass das Regime den Brief als “zufriedenstellend” einschätzte.

Seit der zusätzlichen Zollerhebung von Trump am 10. Mai hat China seine Bemühungen zur Konsolidierung strategischer Allianzen außerhalb der USA verdoppelt. Die jüngste Runde der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland ist ein Schritt, um weiteren Auswirkungen der strategischen Konfrontation mit den USA entgegenzuwirken.

Welcher Ausgang wahrscheinlich ist

Die hier genannten Entwicklungen deuten darauf hin, dass eine völliger Abbruch der Gespräche auf dem G20-Treffen zwischen den USA und China unwahrscheinlich erscheint. Aber es gibt keinen offensichtlichen Durchbruch bei anhaltenden Fragen, die zu einem abrupten Ende der Verhandlungen im vergangenen Monat geführt haben. Fragen wie die Abschaffung von Zöllen und Änderungen der chinesischen Gesetze, um der Forderung der USA nach einer Reform in Bezug auf erzwungenen Technologietransfer und besseren Marktzugang Rechnung zu tragen, bleiben bestehen.

Wir sehen das wahrscheinlichste Ergebnis des G20-Gipfels in einer verlängerten Waffenruhe, während die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, aber alle bestehenden Zölle beibehalten werden. Wir fügen die folgenden Wahrscheinlichkeiten für drei verschiedene Ergebnisszenarien bei:

Kein Handelsabkommen, wieder aufgenommene Verhandlungen, keine Rücknahme der Zölle (50% Wahrscheinlichkeit)

Handelsabkommen, Rücknahme von Zöllen (20%)

Vollständiger Abbruch, Eskalation der Spannungen und Ausweitung auf Sanktionen außerhalb der Handelsbeziehungen (30%)

“Nächste Zinssenkung ist nur eine Frage der Zeit”

Wenn die Handelsgespräche wieder aufgenommen werden, wie im ersten Szenario erwartet, wird dies aufgrund der bestehenden Zollbeschränkungen und der nach wie vor besorgniserregenden Beziehungen zwischen den USA und China wenig Aufregung über das Aufwärtspotenzial hervorrufen. Die Konzentration der Investoren auf politische Impulse aus China und den USA werden die wichtigsten Markttreiber sein. Die US-Notenbank hat sich bereits in der Kommunikation als taubenhaft erwiesen, und die nächste Zinssenkung ist nur eine Frage der Zeit.

Wir gehen davon aus, dass Peking in der Lage sein wird, die Wirtschaft sowohl mit monetären als auch mit fiskalischen Impulsen wieder anzukurbeln, aber nur in dem Maße, in dem die Weltwirtschaft nicht in eine Rezession abgleitet. In unserer Prognose ist dies zum jetzigen Zeitpunkt nur ein Tail-Risiko.

 

Foto: UBP

Ihre Meinung



 

Versicherungen

DISQ: Die besten Kfz-Versicherer

Und es gibt erhebliche Preis-Leistungs-Unterschiede in der Kfz-Versicherung. Im Idealfall lassen sich bis zu 80 Prozent einsparen. Das zeigt das neue DISQ-Rating unter 27 Kfz-Versicherern, darunter 19 Filial- sowie acht Direktversicherer. Drei Einzeltarife erhielten ein „sehr gut“. Auf Platz eins kamen der Marktführer HUK-Coburg und  der Direktversicherer CosmosDirekt.

mehr ...

Immobilien

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Investmentfonds

Clartan Associés und Ethos bündeln Expertise in einem ESG-Fonds

Der unabhängige Vermögensverwalter Clartan Associés und die im Bereich der sozial-verantwortlichen Investitionen langjährig erfahrene Schweizer Ethos lancieren gemeinsam einen europäischen Nachhaltigkeitsfonds: den Clartan Ethos ESG Europe Small & Mid Cap.

mehr ...

Berater

Plansecur-Messe 2020 komplett digital

Die Finanzberatungsgruppe Plansecur lädt zu ihrer coronabedingt ersten virtuellen Finanzplanungsmesse ein. Auf der ausschließlich für geladene Berater und Partner geöffneten Online-Veranstaltung werden rund 400 Teilnehmer erwartet.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Negative Zinsen auch im Immobilienbereich nicht mehr ausgeschlossen”

Die Perspektiven für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sind günstig, auch wegen der weiter gesunkenen Zinsen. Dieses Bild zeichnete Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) anlässlich einer Online-Konferenz der Project Unternehmensgruppe. 

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...