28. September 2019, 14:00
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Neuausrichtung: Was die Commerzbank mit Comdirect plant

Unterdessen verabschiedete sich die Commerzbank-Führung von ihrem Ziel, die bereinigten Erträge 2019 zu steigern. Der scheidende Finanzvorstand Stephan Engels begründete das mit den anhaltend niedrigen Zinsen. Diese dürften sich in den kommenden Jahren kaum ändern.

“Rendite von über fünf Prozent möglich”

Dennoch geht der Vorstand davon aus, dass die Erträge der Bank in den kommenden Jahren wieder steigen. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital dürfte vorerst aber bei 2 bis 4 Prozent liegen und soll erst 2023 mehr als 4 Prozent erreichen. “Im günstigsten Fall wäre eine Rendite von über 5 Prozent möglich”, sagte Finanzchef Engels, der seinen Posten spätestens Ende März 2020 an seine Vorstandskollegin Bettina Orlopp abgibt.

Dabei soll auch das Anwerben weiterer Privatkunden helfen – das ist indes eine Drosselung des bisherigen Wachstumstempos. Seit Bekanntgabe der bisherigen Strategie von Herbst 2016 hat die Commerzbank nach eigenen Angaben netto 1,3 Millionen Neukunden gewonnen, bis Ende 2020 sollten es eigentlich 2 Millionen sein. Nun will Zielke bei rund 1,5 Millionen Ende 2019 einen Strich ziehen und bis 2023 noch einmal eine Million Kunden hinzugewinnen.

“Das kann ich mir nicht vorstellen”

Einer Million inaktiven Kunden hingegen will das Geldhaus kündigen. Die Klienten, die die Commerzbank teilweise 2009 von der Dresdner Bank übernommen hatte, kosteten den Betrieb Geld, sagte Zielke.

Welche Gebühren für die Kunden genau steigen sollten, ließ er offen – etwa, ob künftig ein regelmäßiger Geldeingang oder Zahlungsverkehr Voraussetzung für ein kostenloses Konto sein werden. Die Bank hat schon Gebühren etwa für Papier-Überweisungen eingeführt. Negativzinsen für vermögende Privatkunden erteilte Zielke derweil eine Absage: “Das kann ich mir nicht vorstellen.”

Die Kosten für Stellenabbau und Filialschließungen beziffert die Commerzbank auf 850 Millionen Euro. Um diese zu stemmen, will das Geldhaus seine polnische Tochter mBank verkaufen. Ihre Online-Tochter Comdirect will die Commerzbank dagegen ganz übernehmen und mit dem Mutterkonzern verschmelzen.

Über die Gründe

Für Comdirect-Kunden soll sich vorerst nichts an den Konditionen ändern. Die Marke Comdirect will Zielke künftig aber nur noch als Marke für den Online-Wertpapierhandel einsetzen.

Die Commerzbank ist wie die gesamte Branche unter Druck: Bei Privatkunden sowie bei Mittelstand und Firmenkunden – den beiden Hauptgeschäftsfeldern des Instituts – herrscht harter Preiskampf. Die herbeigesehnte Wende zu höheren Zinsen hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf unbestimmte Zeit verschoben, der Strafzins für geparkte Gelder kostet die Branche Milliarden. (dpa/AFX)

Foto: Comdirect

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