Banken machen trotz Corona Fortschritte bei ESG-Themen

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Über 80 Prozent der Banken ergänzen auch in der Corona-Pandemie ihr Portfolio um nachhaltige Finanzprodukte und Services.

So ein Ergebnis der neuen Benchmark-Studie „Responsible Banking Practices 2021“ der internationalen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars. Bereits zum zweiten Mal in Folge wurden die weltweit größten Banken auf die Implementierung und Umsetzung der nachhaltigen ESG-Kriterien (Environmental, Social und Governance) analysiert.

Untersucht wurden insgesamt 37 Institute aus Europa, Afrika, Nord- und Südamerika sowie aus dem Raum Asien-Pazifik. Die Studienergebnisse zeigen, dass das Thema ESG auch im herausfordernden Corona-Jahr 2020 für Banken sehr relevant ist. Im Vergleich mit den Ergebnissen der Untersuchung aus dem vergangenen Jahr haben sich die Banken in allen analysierten Bereichen, die für eine nachhaltige Finanzwirtschaft relevant sind, verbessert.

Bei der Entwicklung bzw. Integration nachhaltiger Geschäftspraktiken und Finanzprodukte sind große Fortschritte zu erkennen. Handlungsbedarf gibt es allerdings noch bei der Implementierung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien bzw. -zielen. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • 74 Prozent der untersuchten Institute haben Maßnahmen umgesetzt, die eine Kultur der Nachhaltigkeit fördern, und ihre Governance-Struktur angepasst (Vorjahr: 49 Prozent). Hauptsächlich werden hier die PACTA-Methode (Paris Agreement Capital Transition Assess- ment) und das ergänzende Bewertungs- und Analyse-Instrument SMART (Sustainability Monitoring and Assessment RouTine) eingesetzt, um die Kreditportfolien standardisiert auf Nachhaltigkeitsaspekte zu untersuchen und näher an den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten.
  • 82 Prozent der Banken entwickeln aktuell ein nachhaltiges Produkt- und Serviceangebot (Vorjahr: 47 Prozent).
  • Die Zahl der Institute, die ihre Berichterstattung und Offenlegung nach ESG-Reporting-Standards ausrichten, hat um 45 Prozent zugenommen. Allerdings haben diese Initiativen bislang nicht dazu geführt, dass sich die Banken zur Klimaneutralität verpflichten.
  • Bei der Integration von ESG- und Klimakriterien in das Risikomanagement der Banken gibt es kleinere Fortschritte (22 Prozent). In vielen Banken spielen bei der Risikobewertung Umweltfragen und Klimaszenario-Analysen noch eine größere Rolle als die sozioökonomischen ESG-Kriterien im weiteren Sinne.
  • 30 Prozent der Institute haben finanzielle Anreize für den Vorstand und das Top-Management eingeführt, die mit dem Erreichen von Nachhaltigkeitszielen verknüpft sind (Vorjahr: 13 Prozent).

Markus Morfeld, Partner bei Mazars in Deutschland dazu: „Die Ergebnisse bestätigen, was wir in Gesprächen mit unseren Mandanten und Mandantinnen immer wieder mitbekommen: Auch im Corona-Jahr mit seinen besonderen Herausforderungen bleibt ESG oben auf der Agenda. Aber es gibt noch einiges zu tun. Die Banken müssen ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung transparenter gestalten und die Nachhaltigkeitsstrategien wirklich umsetzen, speziell im Risikomanagement.“

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