Immer weniger Deutsche wollen reich werden

Foto: RWB
RWB-Vorstände Horst Güdel (links) und Norman Lemke.

Nur noch eine knappe Mehrheit der Deutschen findet es erstrebenswert, reich zu sein. Gleichzeitig werden die Chancen auf ein hohes Vermögen immer schlechter eingeschätzt – auch wegen Corona. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GfK für die “4. Reichtumsstudie” des Private-Equity-Spezialisten RWB Group.

Nur noch eine knappe Mehrheit der Deutschen findet es erstrebenswert, reich zu sein. Gleichzeitig werden die Chancen auf ein hohes Vermögen immer schlechter eingeschätzt – auch wegen Corona. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GfK für die “4. Reichtumsstudie” des Private-Equity-Spezialisten RWB Group.

Der Anteil der Befragten, die es als “sehr” oder “eher” erstrebenswert ansehen, reich zu sein, liegt nur noch bei 53,2 Prozent und ist damit seit dem Jahr 2017 (damals 70,0 Prozent) kontinuierlich zurückgegangen. 35,9 Prozent halten Reichtum nach der diesjährigen Umfrage für weniger oder nicht erstrebenswert. 10,9 Prozent der Befragten machten zu diesem Punkt keine Angabe.

Der Anteil der Deutschen, die ihre persönlichen Chancen auf ein hohes Vermögen als sehr beziehungsweise eher hoch einschätzen, ist mit 7,9 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der jährlichen Erhebung. Dabei könnte die Corona-Pandemie als Katalysator gewirkt haben, so die Mitteilung der RWB. Mit 45,2 Prozent gibt fast die Hälfte der Deutschen an, die Möglichkeiten für den Vermögensaufbau hätten sich durch die Krise verschlechtert.

Viele Anleger ratlos

„Das Selbstvertrauen bei der Geldanlage sinkt spürbar. Tief in der Gesellschaft verankerte Herangehensweisen für den Vermögensaufbau wie klassische Sparanlagen und Erwerb von Wohneigentum führen nicht zum Erfolg oder sind für viele nicht mehr erschwinglich“, sagt Norman Lemke, RWB Vorstand. 

Die wenigsten sehen Chancen auf ein hohes Vermögen.

Dabei ist die Ratlosigkeit der Anleger deutlich gestiegen: Bei der Frage, worin sie die größten Chancen für den Vermögensaufbau sehen, ist in diesem Jahr mit 22,7 Prozent erstmals der Anteil “keine Angabe/weiß nicht” am größten (2017 noch 8,5 Prozent). Es folgen der Erwerb von Immobilien (19,6 Prozent), eine gute Qualifizierung beziehungsweise Ausbildung (17,1 Prozent) und regelmäßige Investitionen am Aktienmarkt (15,6 Prozent)

“Unwissen ist Warnsignal”

„Dass das Unwissen beim Vermögensaufbau zunimmt, ist ein Warnsignal. Finanzbildung sowie Finanz- und Vermögensberater, die Bürgerinnen und Bürger bei Geldangelegenheiten unterstützen, gewinnen für den Erhalt und Ausbau des privaten Wohlstands deutlich an Relevanz“, sagt Horst Güdel, ebenfalls Vorstand der RWB Group.

Die “4. Reichtumsstudie” der RWB wurde im April 2020 in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut GfK durchgeführt. Die Grundgesamtheit dieser Untersuchung umfasst Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 74 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland. Daraus wurde eine repräsentative Stichprobe im Umfang von ca. 1.000 Personen gezogen.

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