Neubau-Preisanalyse: So teuer sind Dresden und das Umland

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Die Preisdynamik für Neubauwohnungen in Dresden und Umland ist ungebrochen hoch, die Kaufpreise für Neubauhäuser steigen indes weniger stark. Welche Entwicklung zu erwarten ist

Auch im Corona-Jahr 2020 stiegen die Kaufpreise für neugebaute Eigentumswohnungen in Dresden ungebremst weiter. Immoscout24 verzeichnete vom vierten Quartal 2020 gegenüber dem vierten Quartal 2019 einen Anstieg der Angebotskaufpreise für Neubauwohnungen um 8,3 Prozent. In der Stadt an der Elbe verlangten Anbieter:innen im vierten Quartal 2020 für eine Neubauwohnung mit 80 Quadratmetern im Durchschnitt rund 300.000 Euro. Bundesweit ist Dresden neben Bremen und Leipzig damit als eine der preiswerteren Großstädte.

Preisauftrieb bei Neubau-ETWs ungebrochen

„Es gab bei vielen Marktbeobachterinnen und Marktbeobachter die Erwartung, dass die Preissteigerungen von Immobilien mit der Corona-Krise ein Ende finden. Doch gerade bei Neubau-Eigentumswohnungen ist das Gegenteil der Fall. Die fortgesetzten Preissteigerungen sind ein Indiz für die nach wie vor hohe Nachfrage und belegen, dass die Märkte noch nicht ausgereizt sind. Denn ob als Anlageobjekt oder zur Selbstnutzung: Sein Geld in Betongold zu investieren, ist für viele Menschen gerade auch in unsicheren Zeiten sehr attraktiv“, erläutert Kristian Kehlert, Marktanalyst bei Immoscout24.

Für die Auswertung hat Immoscout24 die durchschnittlichen Angebotspreise für eine neugebaute Eigentumswohnung und ein neu errichtetes Einfamilienhaus in Dresden und im Umland analysiert. Referenzobjekte waren dabei eine Neubauwohnung mit 80 Quadratmetern und drei Zimmern sowie ein Neubauhaus mit 140 Quadratmeter Wohnfläche auf 600 Quadratmeter Grundfläche. Inserate im Neubauhaus-Bereich basieren häufig auf den Angeboten von Hausbau-Anbietern und ihren Grundpreisen. Diese können sich im Laufe des Planungsprozesses erhöhen und berücksichtigen meist keine Grundstückspreise.

Wo die Preise besonders kletterten

In Schönfeld/Schulwitz stiegen die Preise für neugebaute Eigentumswohnungen am stärksten. 11,2 Prozent mehr verlangten die Anbieter:innen im vierten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr. In Friedrichstadt verteuerten sich die Neubau-Eigentumswohnungen um 10 Prozent. Auch in Leuben legten die Verkäufer:innen 9,9 Prozent auf den Angebotspreis drauf. Lockwitz verzeichnete mit 3,9 Prozent die schwächste Preissteigerung im vorangegangenen Jahr.

220.000 Euro Preisspanne zwischen Weixdorf und Coschütz/Gittersee

Gemessen an den durchschnittlichen Kaufpreisen ist Coschütz/Gittersee im vierten Quartal 2020 der günstigste Stadtteil. Eine Neubauwohnung mit 80 Quadratmetern wird hier im Mittel für rund 240.000 Euro angeboten. Auch Lockwitz und Hellerau/Wilschdorf mit durchschnittlichen Preisen knapp unter 250.000 Euro können als erschwingliche Stadtteile gelten.

In Weixdorf, 15 Kilometer nördlich von Dresden-Zentrum, verlangten Anbieter:innen die höchsten Preise. Durchschnittlich 460.000 Euro soll hier eine Neubauwohnung mit drei Zimmern kosten – Berliner Niveau. In der inneren Neustadt, in Blasewitz und in Schönfeld/Schullwitz riefen Anbieter:innen Preise zwischen 370.000 und 380.000 Euro auf.

Neugebautes Einfamilienhaus in Mittelsachsen ist 190.000 Euro günstiger als das Dresdner Pendant

Bei den Neubauhäusern flachte die Preisdynamik im vierten Quartal 2020 im Vergleich zum vierten Quartal 2019 ab. Insgesamt lagen die Steigerungsraten im Umland von Dresden mit einer Differenz von 3,7 Prozentpunkten dicht beieinander. Mittelsachsen verzeichnete mit 1,8 Prozent die höchste Preissteigerung. In Dresden selbst boten Verkäufer:innen ihre Neubauhäuser sogar um 1,9 Prozent günstiger an als im Vorjahr.

Für ein Neubauhaus mit 140 Quadratmeter Fläche verlangten Anbieter:innen in Dresden im vierten Quartal 2020 im Durchschnitt rund 430.000 Euro. Trotz leichtem Preisrückgang war es in keiner der umliegenden Städte und Kreise teurer. In Chemnitz und im Kreis Meißen als nächstteurere Regionen wurden Angebotspreise über 290.000 Euro aufgerufen. Am günstigsten lässt sich der Wunsch vom Eigenheim im 50 Kilometer entfernten Mittelsachsen mit rund 240.000 Euro erfüllen.

Wer Homeoffice nutzt sollte dezentrale Lagen fokussieren

„Wer vom Eigenheim träumt und auch nach Corona die Möglichkeit hat, vermehrt im Homeoffice zu arbeiten, sollte sich die Preisentwicklung und das Preisniveau in weniger zentralen Wohngegenden ansehen. Finanziell kann es ein großer Vorteil sein, einige Kilometer mehr Fahrtzeit auf sich zu nehmen und dafür beim Kaufpreis zu sparen. Kaufinteressent:innen sollten allerdings auf die Verkehrsanbindung und die Infrastruktur am neuen Wohnort achten. Die Kartenansicht auf ImmoScout24 zeigt diese wichtigen Faktoren an, inklusive Internet- und Mobilfunkverbindung“, so Kristian Kehlert.

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