Anzeige
Anzeige
25. November 2015, 10:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

TPW erwartet mehr Kreditfonds in Deutschland

Die Lockerung des regulatorischen Rahmens durch die BaFin im Mai 2015 hat zu einem wachsenden Interesse an neuen Kreditfonds geführt. Potenzial besitzen dabei vor allem Fonds, die sich auf die Tranchen von 60 bis 100 Prozent des Beleihungsauslaufs konzentrieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Marktanalyse der Hamburger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft TPW – Ein Baker Tilly Roelfs Unternehmen.

Hertwig-Kopie in TPW erwartet mehr Kreditfonds in Deutschland

Martina Hertwig, geschäftsführende Partnerin bei TPW: “Kreditfonds agieren in Deutschland nicht in Konkurrenz zu den Banken”

Danach sind Tranchen unterhalb von 60 Prozent des LTV, die so genannten Senior-Tranchen, für Kreditfonds nur eingeschränkt interessant, da die Zinsen in diesem Bereich derzeit einfach zu niedrig sind. Eine Investition in Senior-Tranchen über einen Kreditfonds ist am Ende für Investoren aus Renditegesichtspunkten nicht mehr interessant, folgern die TPW-Kreditfonds-Spezialisten.

Anders sieht es dagegen im LTV-Bereich von 60 bis 80 Prozent aus. In diesem Bereich ist das Kreditangebot deutlich geringer, da Banken aufgrund der Basel-III-Auflagen zurückhaltender sind. Gleichzeitig ist die Nachfrage von Immobilieninvestoren sehr hoch. Aufgrund des größeren Risikos ist die Verzinsung dieser Tranchen deutlich höher als bei den Senior-Tranchen.

Sinnvolle Ergänzung zur Bankenfinanzierung

“Unserer Einschätzung nach sind für den Fondsinvestor – je nach Risiko – IRR-Renditen zwischen acht und 15 Prozent möglich”, sagt Martina Hertwig, Partnerin bei TPW: “Kreditfonds agieren in Deutschland nicht in Konkurrenz zu den Banken. Die Vehikel werden vielmehr eine sinnvolle Ergänzung zur Bankenfinanzierung sein und so die Finanzierungslücke schließen können, die aufgrund der Bankenregulierung (Basel III) entstanden ist. Wir erwarten auch, dass Kreditfonds und Banken Projekte gemeinsam finanzieren werden. Die Bank übernimmt dabei die Senior-Tranche, der Kreditfonds die Tranche zwischen 60 und 80 Prozent des LTV.”

Vieles spricht für eine Investition in Kreditfonds

Aus Sicht institutioneller Investoren sprechen verschiedene Argumente für eine Investition in Kreditfonds: Viele Investoren sind derzeit händeringend auf der Suche nach akzeptablen Renditen. Außerdem ist es beispielsweise für die Gruppe der Versicherungen aufgrund der Solvency-II-Regulierung vorteilhafter, über Kreditfonds in Immobilien zu investieren als Im-mobilien direkt zu halten. Direkte Immobilieninvestments müssen mit 25 Prozent Eigenkapital unterlegt werden, bei den Kreditfonds genügt in der Regel die Hälfte.

Regulierung für Kreditfonds gelockert

Allerdings gab es in Deutschland bislang ein großes Hindernis für Kreditfonds: Die Regulierung schränkte den Handlungsspielraum der Vehikel stark ein. Diese Restriktionen wurden von der BaFin im Mai 2015 signifikant gelockert. Kreditfonds dürfen nun Darlehen eigenhändig vergeben, umstrukturieren oder prolongieren. Diese aktive Verwaltung von Krediten war bislang nicht erlaubt. In Deutschland hatten Kreditfonds in der Vergangenheit eher eine untergeordnete Bedeutung.

Europaweit 53 Emissionen

“Aufgrund dieser Veränderung kann man davon ausgehen, dass auch in Deutschland Kreditfonds künftig eine größere Rolle spielen werden”, sagt Aykut Bußian, Leiter Fund Solutions bei TPW: “Im Ausland – vor allem im Vereinigten Königreich – ist dies bereits der Fall. Seit 2013 kamen in Europa zahlreiche neue Kreditfonds auf den Markt. Laut einer Studie von Scope Ratings befanden sich im Juni 2015 europaweit 53 Fonds in Emission. Davon wurden neun im ersten Halbjahr 2015 aufgelegt. Das Zielkapital der 53 Fonds summierte sich auf 33,8 Milliarden Euro.”

“Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung erwarten wir auch einen erhöhten Beratungsbedarf – vor allem auch im Immobiliensektor, den wir durch den Zusammenschluss mit Baker Tilly Roelfs innerhalb der Bereiche Financial Services sowie Real Estate nun deutschlandweit gemeinsam noch besser entsprechen können”, so Hertwig. (fm)

Foto: TPW

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Thomas Bischof neu im Vorstand der Württembergischen

Thomas Bischof, derzeit Leiter Konzernentwicklung bei Munich Re, übernimmt mit Wirkung zum 1. Juli die Verantwortung bei den Versicherungstochtergesellschaften der Wüstenrot & Württembergischen. Zudem ist nach Angaben des Unternehmens beabsichtigt, dass er im Laufe des Jahres 2018 zu deren Vorstandschef berufen und als Geschäftsfeldleiter Versicherungen ins Management Board der W&W-Gruppe einziehen wird.

mehr ...

Immobilien

Offener Immobilienfonds Hausinvest erwirbt Seattle-Zentrale von Facebook

Die Commerz Real hat den Büroneubau Dexter Station in Seattle im US-Bundesstaat Washington für ihren offenen Immobilienfonds Hausinvest erworben. Das Objekt ist mit einem Vertrag über zehn Jahre an Facebook vermietet.

mehr ...

Investmentfonds

Neuer Head of Global Sales bei Schroders

Schroders ernennt Daniel Imhof zum neuen Head of Global Sales. Mit der neu geschaffenen Position will das Haus auf die immer komplexer werdenden Kundenbedürfnisse sowie auf die steigende Nachfrage nach Fachkenntnissen eingehen.

mehr ...

Berater

Emerging Markets: Der Staub legt sich

Die Aktienmärkte der Schwellenländer haben schwierige Zeiten hinter sich. Einst gefeiert, dann geschmäht – so lassen sich die letzten zehn Jahre zusammenfassen. Nach und nach werden die guten Perspektiven aber wieder klarer. Gastkommentar von Marc Hellingrath, Union Investment

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Nachteile durch komplizierte Bauverträge

Richtet sich ein Bauvertrag nicht allein nach dem BGB sondern enthält zusätzlich Klauseln des VOB/B, wird er für Laien schnell unverständlich. Das Baufinanzierungsportal Baufi24 rät Bauherren zur Vorsicht.

mehr ...