26. September 2016, 11:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Einheitliche Fonds-Prospekte bleiben Geschichte

In aller Stille hat das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) seinen Prüfstandard IDW S4 verabschiedet. Es zementiert damit eine wenig hilfreiche Praxis. Der Löwer-Kommentar

Stefan-Loewer in Einheitliche Fonds-Prospekte bleiben Geschichte

„Positiv an der Verabschiedung des Standards ist, dass endlich die Hängepartie um dessen Neufassung beendet ist.“

Wie der jüngste Entwurf enthält auch die verabschiedete Fassung des IDW-Standards für die Prüfung von Prospekten alternativer Investmentfonds (AIF) keinerlei generelle Vorgaben hinsichtlich der erforderlichen Prospektinhalte über die von der Finanzaufsicht Bafin geprüften Mindestangaben hinaus.

Die Wirtschaftsprüfer (WP) untersuchen künftig auch nicht, ob solche Zusatzangaben im Einzelfall erforderlich wären. Die Prüfung der (inhaltlichen) Vollständigkeit, die wegen einer Generalklausel im KAGB allein durch die Mindestangaben nicht zwangsläufig gegeben ist, gehört explizit nicht zum Auftragsumfang.

Damit wird weiterhin jede Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) selbst entscheiden, welche Informationen sie über den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestrahmen hinaus in den Prospekt aufnimmt. Branchenweit einheitlich aufgebaute Fondsprospekte mit einem hohen Informationsgehalt und entsprechendem Wiedererkennungswert bleiben damit Geschichte.

Keine Weitergabe an Anleger

Das betrifft vor allem den Umgang mit Prognoserechnungen, aber zum Beispiel auch Informationen zur bisherigen Leistungsbilanz/Performance der KVG und den generellen Prospektaufbau, die sehr unterschiedlich gehandhabt werden. Gleiches gilt für das vorgeschriebene Merkblatt „wesentliche Anlegerinformationen“ (wAI), das ebenfalls Gegenstand des neuen IDW S4 ist.

Die WP prüfen künftig lediglich die „Richtigkeit, Nachvollziehbarkeit und die Klarheit (Eindeutigkeit)“ der vorgefundenen Informationen, die Bafin beschränkt sich hauptsächlich auf die formale Vollständigkeit. Eine Prüfung auf inhaltliche Vollständigkeit muss demnach weiterhin jeder Vertriebspartner selbst vornehmen. Das schränkt den Wert des IDW-Gutachtens erheblich ein.

Zudem sind Anleger explizit nicht die Adressaten des Gutachtens und es darf – nach spezieller Vereinbarung – allenfalls an „gewerblich tätige Geschäftspartner“ weitergegeben werden.

Seite 2: „Vollständiger Haftungsausschluss“

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Günstiger Schutz ab dem 10. Lebensjahr – Allianz präsentiert Schüler-BU

Die Allianz Lebensversicherung komplettiert ihr BU-Portfolio und hat eine BU-Versicherung für Schüler vorgestellt. Schüler können bereits ab dem zehnten Lebensjahr einen BU-Schutz erhalten. Zudem lässt sich der Vorsorge-Schutz in späteren Jahren flexibel auf das Berufsleben anpassen.

mehr ...

Immobilien

Maklerkosten: ZIA fordert deklaratorische Maklerklausel

Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, begrüßt den aktuellen Gesetzentwurf über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser. Gleichzeizig kritisiert er jedoch ein entscheidendes Detail.

mehr ...

Investmentfonds

Neuer Rekord bei ETF in Europa

Lyxor ETF Research veröffentlicht heute seinen Bericht “Money Monitor 2019”, eine eingehende Analyse der Zuflüsse in ETFs von Anbietern mit Sitz in Europa. Der Bericht berücksichtigt erstmals auch die Zuflüsse in aktive Fonds. Die neue Publikation basiert auf der Untersuchung von 47.000 Fonds und ETFs und bietet damit einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Trends und Treiber in der europäischen Vermögensverwaltungsbranche.

mehr ...

Berater

Erbrecht: Fünf Irrtümer und wie Sie diese vermeiden

Rund um den Tod und das Erbe treten Fragen auf. Dazu gehören vermeintliche Sätze wie etwa: „Für die Beerdigung meines Vaters zahle ich keinen Cent“ oder „Meine enterbten Kinder bekommen nichts vom Nachlass“. Aufgrund dieser Irrtümer schließen viele Menschen gar keinen Erbvertrag ab und lassen die Planung nach dem eigenen Tod außen vor. Wie man besser vorgehen sollte.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT baut Geschäft mit Privatanlegern aus

Die BVT Unternehmensgruppe, München, konnte im vergangenen Jahr bei professionellen, semiprofessionellen und Privatanlegern insgesamt 146 Millionen Euro Eigenkapital platzieren. Einen Schwerpunkt bildete die Anlageklasse US-Immobilien, in der 2019 erstmals seit 10 Jahren auch wieder eine Beteiligungsmöglichkeit für Privatanleger angeboten wurde.

mehr ...

Recht

Immobilienkauf: Muss geschenktes Geld zurückgezahlt werden?

In den eigenen vier Wänden zu leben, ist der Wohntraum vieler, den sich dank historisch niedriger Zinsen auch etliche Menschen in Deutschland erfüllen können. Trotz der guten Zinslage gibt es aber eine Hürde, die besonders junge Immobilienkäufer nur mit der Unterstützung ihrer Eltern überwinden können: das benötigte Eigenkapital. Doch was geschieht, wenn Eltern dem eigenen Kind und dessen Partner Geld für den Immobilienkauf schenken, sich das Paar aber später trennt? Ein Beitrag von Rechtsanwalt Philipp Takjas, McMakler.

mehr ...