27. März 2017, 11:52
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die Sachwertbranche lebt noch

Zwei Veranstaltungen in der vergangenen Woche belegen eine Belebung der Sachwertbranche, ließen aber auch Fragen offen. Antworten gibt es vielleicht auf einem weiteren Event an diesem Mittwoch. Der Löwer-Kommentar

Stefan-Loewer in Die Sachwertbranche lebt noch

“Die Grenze zwischen Crowdinvesting und klassischer Fondsbranche verschwimmt zusehens.”

Am Mittwoch letzter Woche trafen sich auf Einladung von Friedrich Andreas Wanschka sowie den Fachjournalisten Stefan Loipfinger und Markus Gotzi am Münchner Flughafen rund 120 Vertreter der Branche zum “Sachwerte-Kolloquium 2017”.

Bemerkenswert an der Veranstaltung war neben der Anzahl der Teilnehmer auch deren Qualität: Jede Menge Chefs, vorwiegend aus dem Lager der Emissionshäuser und des Vertriebs, sowohl auf dem Podium als auch im Auditorium. Highlight war ohne Frage der Auftritt von Jamestown-Chef Christoph Kahl, der sich persönlich nach München bequemt hatte.

Inhaltlich gab es nicht so fürchterlich viel Neues: Alternative Investmentfonds (AIF) versus Emissionen nach Vermögensanlagengesetz, Blind Pool versus konkrete Objekte, Prognose im Prospekt – ja oder nein? Das Ganze in drei Diskussionsrunden á zwei Stunden mit jeweils sechs Teilnehmern. Der eine oder andere Implusvortrag hätte der Sache gut getan, aber das ist sicherlich auch Geschmackssache.

Rechtsanwalt Klumpe: Prognose „erforderlich“

So wurden hauptsächlich bekannte Positionen und Argumente ausgetauscht. Das ändert jedoch nichts daran, dass von der Veranstaltung ein positiver Impuls ausgehen kann – allein dadurch, dass sie stattgefunden hat und man sich austauschen konnte: Die Branche lebt noch. Zwei Punkte müssen zudem festhalten werden.

Erstens: Loipfinger forderte – zu recht – dass bei AIF die gesetzlich vorgeschriebenen Ergebnisszenarien in dem Merkblatt “wesentliche Anlegerinformationen” (wAI) durch eine aussagekräftige Detailprognose im Prospekt untermauert werden müssen. Unkommentierte Gesamtausschüttungen in den wAI – nicht selten auf zwei Stellen hin dem Komma – sind eine Zumutung für Anleger und Vertrieb. Die Diskussion ist alt, neu ist jedoch die rechtliche Einordnung.

So betonte Rechtsanwalt Werner Klumpe, dass eine Prognose nach seiner Auffassung “erforderlich” ist, um die zivilrechtlichen Ansprüche des BGH an eine vollständige Aufklärung des Anlegers zu erfüllen. Die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen des KAGB und der Finanzaufsicht BaFin reichen demnach unter Umständen nicht aus. Das wird der Diskussion neuen Schwung verleihen.

Seite 2: Grenze zum Crowdinvesting verschwimmt

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Frauen arbeiten vor der Rente immer länger

Die Dauer der gesetzlichen Rentenabsicherung vor dem Ruhestand ist bei Frauen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, wie neue Rentendaten zeigen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

mehr ...

Immobilien

Das sollten private Vermieter beachten

Die meisten Wohnungen gehören in Deutschland Privatleuten. Sie vermieten meistens nur ein oder zwei Einheiten. Kleinvermieter nutzen die Immobilie häufig als Kapitalanlage oder als Finanzierungsbeitrag zum Bau des Eigenheims. Worauf es für private Vermieter ankommt.

mehr ...

Investmentfonds

Britische Staatsanleihen: Sorgen Brexit und Corona für negative Renditen?

Die anhaltende Covid-19-Pandemie und der zäh verlaufende Brexit-Prozess könnten die Renditen britischer Staatsanleihen unter die Nullgrenze bringen, kommentiert Colin Finlayson, Co-Manager des Aegon Strategic Global Bond Fund bei Aegon Asset Management.

mehr ...

Berater

Recruiting: Warum die Story stimmen muss

Vielen jungen Absolventen und Berufseinsteigern gilt die Finanzdienstleistungsbranche zu sehr als “old men network”, sie zieht es zu den vermeintlich jungen und hippen Fintechs. Bei ihren Rekrutierungsbemühungen steht sich die Branche aber auch selbst im Weg.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin nimmt Deutsche Edelfisch DEG II ins Visier

Die Finanzaufsicht BaFin hat den hinreichend begründeten Verdacht, dass die Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG in Deutschland Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen ohne das erforderliche Wertpapier-Informationsblatt öffentlich anbietet. Im Markt der Vermögensanlagen ist das Unternehmen nicht unbekannt.

mehr ...

Recht

Berliner Verfassungsgerichtshof setzt Mietendeckel-Verfahren aus

Der Berliner Verfassungsgerichtshof hat die Prüfung des umstrittenen Mietendeckels ausgesetzt. Man wolle zunächst den Ausgang der anhängigen Verfahren dazu beim Bundesverfassungsgericht abwarten, teilte das höchste Berliner Gericht am Donnerstag mit.

mehr ...