Anzeige
30. Oktober 2017, 09:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

PRIIPs: Der Schluckauf ist weg – aber nicht ganz

Die Antwort der BaFin auf die Cash.-Anfrage zu Basis-Informationsblättern (KIDs) bringt Klarheit, vor allem im Zweitmarkt für „Altfonds“. Für neue Vermögensanlagen und künftige AIFs allerdings bleiben Fragezeichen. Der Löwer-Kommentar

Stefan-Loewer-cash-format in PRIIPs: Der Schluckauf ist weg – aber nicht ganz

“Die KID-Frage könnte sich weiterhin vor allem bei Nachrang-Konzepten mit variablen Zinsen und Rückzahlungen stellen.”

Mit „Schluckauf im Kürzel-Salat“ habe ich einen Artikel in der Cash.-Ausgabe 9/2017 vom September überschrieben. Darin ging es um Unsicherheiten in Zusammenhang mit der EU-Verordnung zu „verpackten“ Anlage- und Versicherungsprodukten für Privatanleger (Packaged Retail and Insurance-based Investment Products), deren Abkürzung PRIIPs eher an ein “Hicks” in der Kürzel-Flut um KIDs, VIBs, wAI, MiFID, ESMA etc. erinnert.

Der Schluckauf ist nun weg, wenn auch nicht ganz. Aufatmen können nach der Antwort der Finanzaufsicht BaFin auf die Cash.-Anfrage vor allem die Akteure am Zweitmarkt, für die es zunächst so ausgesehen hatte, als würde die KID-Pflicht den Handel in seiner heutigen Form weitgehend lahm legen.

Für „Altfonds“ muss „nach derzeitiger Auffassung” der Behörde bei dem “Verkauf von Kleinanlegern an Kleinanleger über reine Vermittlungsplattformen” nun doch kein KID nach den komplizierten PRIIPs-Vorschriften erstellt werden.

Betonung auf „reine“ Vermittlung

Dabei liegt offenbar auch eine Betonung auf „reine“. Die Zweitmarktplattform darf also einen potenziellen Käufer wohl nicht beraten, sondern sie darf nur die reine Vermittlung und die technische Abwicklung vornehmen. Aber das wird sicherlich machbar sein.

Auch in dem zweiten PRIIPs-Problemkreis bringt die BaFin-Antwort einige Klarheit: Für Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) ist grundsätzlich kein PRIIPs-KID erforderlich, sondern sie können weiterhin mit einem Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) arbeiten.

Hier allerdings schränkt die BaFin ein: “Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass im Einzelfall bei entsprechender Konstruktion der Vermögensanlage eine PRIIPs-KID-Pflicht besteht.” Was unter “entsprechende Konstruktion” zu verstehen ist, lässt die Behörde jedoch offen und verweist auf einen Fragen- und Antworten-Katalog (Q&A) der EU-Behörden, der aber in diesem Punkt nicht wirklich Klarheit bringt.

Seite 2: BaFin-Antwort hilft trotzdem weiter

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Frauen gehen häufiger zum Zahnarzt als Männer

Frauen gehen in Deutschland deutlich häufiger zum Zahnarzt als Männer. Während 2016 nur 67,6 Prozent der Männer mindestens einmal zum Zahnarzt gingen, waren es bei den Frauen 75,4 Prozent, wie aus dem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Zahnreport der Barmer-Krankenkasse hervorgeht.

mehr ...

Immobilien

Stärkster Preisanstieg bei Wohnimmobilien seit Mitte 2017

Die unstete Preisentwicklung der letzten Monate bei Wohnimmobilien setzte sich auch im März fort: Ausgerechnet die Preise für Neubauhäuser, die in den letzten zwölf Monaten immer angestiegen waren, gingen im März 2018 im Vergleich zum Vormonat um 0,22 Prozent zurück. Derweil stiegen die Preise für Bestandshäuser und Eigentumswohnungen mit jeweils über einem Prozent vergleichsweise deutlich. Der Anstieg des Gesamtindex des Europace Hauspreis-Index (EPX) ist mit einem Plus von 0,67 Prozent so hoch wie seit Mitte letzten Jahres nicht mehr.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi lässt sich von gestiegenen Rohstoffpreisen nicht beeindrucken

Der zunehmende Inflationsdruck führt dazu, dass einige Marktteilnehmer befürchten, die Europäische Zentralbank könnte den Leitzins schneller als bisher erwartet anheben. Doch es gibt Gründe, die dafür sprechen, dass die Geldpolitik zunächst expansiv bleibt.  Gastbeitrag von Carsten Mumm, Donner & Reuschel 

mehr ...

Berater

Südwestbank streicht 140 Stellen

Die Südwestbank streicht einem Zeitungsbericht zufolge bis Ende 2019 etwa 140 Stellen. “Aufgrund der Notwendigkeit effizienterer Prozesse wird sich die Anzahl unserer Mitarbeiter reduzieren”, zitierte die “Schwäbische Zeitung” aus einer gemeinsamen Stellungnahme von Südwestbank-Chef Wolfgang Kuhn und dem österreichischen Mutterkonzern Bawag. 

mehr ...

Sachwertanlagen

HSH-Abwicklungsbank sieht Schifffahrtskrise durchschritten

Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht und damit das Minus deutlich reduziert.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...