Auch Gerling hat Mitarbeiter ausspioniert

Einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ (FTD) zufolge hat der Kölner Versicherer Gerling seine Mitarbeiter ausspioniert. Im Zeitraum vom 26. Januar bis zum 4. Februar 2004 habe das Unternehmen Telefonate abgehört und E-Mail-Daten untersucht.

Grund für das Vorgehen sollen Medienberichte, die auf Quellen innerhalb des Unternehmens basierten, gewesen sein. Ziel sei es gewesen, herauszufinden, auf welchem Weg streng vertrauliche Betriebsinterna an die Öffentlichkeit gelangten.

Der Talanx-Konzern, Hannover, zu dem Gerling seit 2005 gehört, bestätigte die entsprechenden FTD-Informationen und hat die Angelegenheit von der Anwaltskanzlei Hengeler Müller, Berlin, untersuchen lassen. Diese sei zu dem Schluss gekommen, dass in dem betreffenden Fall im Rahmen der Legalität vorgegangen wurde. Die Untersuchung der Verbindungsdaten sei nach Paragraf 100 Absatz drei des Telekommunikationsgesetzes rechtens gewesen. Eine mögliche Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen rechtfertige den Eingriff, so die Talanx. Auf rechtliche Schritte gegen handelnde Personen wolle der Konzern verzichten, die betreffenden Mitarbeiter seien bislang auch nicht darüber informiert, dass ihre Daten untersucht wurden.

Die Talanx schließe nicht aus, dass es noch weitere derartige Fälle gibt. In der jüngeren Vergangenheit sorgten mehrere Skandale für Aufsehen, in denen Unternehmen ihre Angestellten bespitzelten. So hatte beispielsweise die Telekom in den Jahren 2005 und 2006 Verbindungsdaten ausgewertet, um Kontakte von Aufsichtsräten und Mitarbeitern zu Journalisten zu untersuchen. (hb)

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