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26. August 2008, 00:00
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GRV: Renditerisiko höher als bei kapitalgedeckter Vorsorge?

Eine Studie des Deutschen Instituts für die Altersvorsorge (DIA), Berlin, soll mit der landläufigen Annahme aufräumen, wonach das Risiko der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) niedriger als das der kapitalgedeckten Altersvorsorge ausfällt. Die Untersuchung belege sogar das Gegenteil, nämlich ein langfristig höheres Renditerisiko der GRV als am Kapitalmarkt, so das DIA.

DIA: GRV-Renditen realistisch bei Null Prozent

?Die kapitalgedeckte Vorsorge beinhaltet zwar ebenfalls Renditerisiken, aber diese sind geringer als bei der gesetzlichen Rentenversicherung?, so das Fazit der Autoren der Studie, Professor Dr. Reinhold Schwabel von der Universität Duisburg-Essen und Adrian Ottnad. Ihre Untersuchungen ergaben, dass die niedrigste reale Rendite eines reinen Dax-Portfolios in den letzten 30 Jahren bei 3,5 Prozent lag.

?Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Aktiendepot auf Sicht von 30 Jahren eine negative Rendite zu erzielen, ist an historischen Werten gemessen, praktisch Null?, sagt Schnabel. Die GRV-Renditen dagegen könnten heute bei optimistischer Betrachtung bestenfalls mit zwei Prozent prognostiziert werden, bei realistischen Erwartungen liegen sie bei Null Prozent, meinen die Wissenschaftler.

DRB moniert ?methodische Schwächen?

Bei der ebenfalls in Berlin ansässigen Deutsche Rentenversicherung Bund (DRB) wird das freilich anders gesehen und auf ?methodische Schwächen? der vorgelegten Renditeberechnungen verwiesen. Das DIA bringe bei seinen Kalkulationen auch eine zukünftige Geldentwertung in Ansatz, was notwendigerweise zu niedrigeren, realen Renditen führe. Anbieter privater Vorsorgelösungen ließen Inflationserwartungen bei ihren Prognosen allerdings unberücksichtigt, moniert die DRB.

Zudem verbiete sich der Vergleich mit Finanzprodukten wie Anleihen oder Fonds, weil das biometrische Risiko der Langlebigkeit dabei vollkommen ausgeblendet werde. Während die GRV bis zum Lebensende zahle, reiche die Absicherung durch Kapitalmarktprodukte nur solange, wie Vermögen vorhanden ist, so die DRB weiter.

Rürup und Rische: ?GRV-Renditen langfristig positiv?

Auch wenn sie sich nach den jüngsten Rentenreformen verringern, ?die Renditen in der GRV werden auch langfristig positiv bleiben?, erklären der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Bert Rürup, und der Präsident der DRB, Herbert Rische. Dieses Ergebnis lieferten aktuelle Berechnungen unabhängiger Institutionen.

Zumindest in einer Hinsicht sind sich beide Seiten einig. So betont DIA-Sprecher Bernd Katzenstein: ?Die Ergebnisse sprechen auf jeden Fall für eine hohe Gewichtung der Kapitalanlagen.? Rürup und Rische pflichten ihm bei, und verweisen auf die bereits geschaffenen staatlichen Angebote: ?Es wäre wünschenswert, wenn möglichst viele Arbeitnehmer die Möglichkeiten der staatlich geförderten zusätzlichen kapitalgedeckten Alterssicherung nutzen würden.?

Katzenstein glaubt zwar, dass mit der Riesterreform die richtigen Weichen gestellt wurden, bedauert jedoch, dass der Spielraum begrenzt wurde und mögliche Sicherheitsgewinne somit nicht ausgeschöpft werden könnten. (hb)

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