Swiss Life gibt Gewinnwarnung aus

Der Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life, Zürich, hat seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr kassiert. Der erwartete Überschuss wurde auf 1,8 bis 1,9 Milliarden Schweizer Franken nach unten korrigiert, davon sollen allerdings lediglich 300 bis 400 Millionen Franken aus fortgeführtem Geschäft stammen. Das ursprüngliche Ziel, den Gewinn je Aktie pro Jahr um zwölf Prozent zu steigern, werde nun voraussichtlich erst in 2010 erreicht.

Der Reingewinn des Lebensversicherers betrug in der ersten Jahreshälfte 1,6 Milliarden Franken, allerdings inklusive der Sondereffekte durch die Verkäufe des niederländischen und des belgischen Versicherungsgeschäfts sowie der Banca del Gottardo in Höhe von 1,5 Milliarden Franken. Der Reingewinn aus dem fortgeführten Geschäft brach gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um 64 Prozent auf 152 Millionen Franken ein. Zudem berichtigte Swiss Life Kapitalanlagen im Wert von 1,2 Milliarden Franken.

Ursache für die angepasste Prognose und das schwache Halbjahresergebnis seien die ?Verwerfungen an den Finanzmärkten.? Bruno Pfister, Präsident der Konzernleitung, erklärte allerdings: ?Über 2009 hinaus sind wir überzeugt, dass wir mit unserem Geschäftsmodell das angestrebte jährliche Gewinnwachstum von zwölf Prozent und eine Eigenkapitalrendite von zwölf Prozent erreichen werden.?

Auch beim zu Jahresbeginn übernommenen Finanzdienstleister AWD aus Hannover hinterließ die Krise Spuren. Um 44 Prozent auf 18 Millionen Euro fiel der Halbjahresüberschuss, im zweiten Quartal schlägt sogar ein Rückgang um 71 Prozent auf 4,7 Millionen Euro zu Buche.

Der jüngst erfolgte Einstieg beim AWD-Konkurrenten MLP aus Wiesloch (cash-online berichtete hier) erschwert indes das Aktienrückkaufprogramm von Swiss Life und dürfte so mit dazu beigetragen haben, dass das Gewinnziel je Aktie verworfen wurde. (hb)

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