bAV: Potenzial für die Personalpolitik bleibt ungenutzt

Obwohl die betriebliche Altersversorgung (bAV) für die Personalpolitik zunehmend wichtig wird, besteht zwischen dem Anspruch der Personaler und der tatsächlichen Situation im Unternehmen häufig noch eine große Kluft. Ein Problem, von dem vor allem Mittelständler betroffen sind, wie die Umfrage „bAV und Personalberatung“ des Beratungshauses Auxilion zeigt.  

beraterDass die bAV ihr Potenzial für die Personalpolitik noch nicht ausschöpft, liegt sowohl auf Seiten der Arbeitgeber als auch bei den Arbeitnehmern begründet, so das Ergebnis der Studie.

75 Prozent der befragten Personaler sind der Meinung, dass die Bedeutung von bAV für die Personalpolitik in Zukunft weiter steigen wird. Hauptgrund ist laut Umfrage, dass gesetzliche Rente und private Vorsorge allein keine ausreichende Altersvorsorge bieten und der Beitrag aus der bAV für die Arbeitnehmer dringend notwendig ist.

Gefragt nach den wichtigsten Funktionen für die Personalpolitik, meinen 79 Prozent der Befragten, dass bAV im Rahmen des Employer Branding hilft, Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren und dadurch qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu gewinnen. 85 Prozent sind darüber hinaus der Meinung, dass die Bedeutung von bAV im Kampf um die besten Köpfe angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels noch zunehmen wird.

Als Instrument der Personalpolitik dient bAV aber nicht nur der Rekrutierung neuer Beschäftigter, sondern nach Meinung von 83 Prozent der befragten Personaler auch der Bindung vorhandener Mitarbeiter. 87 Prozent sagen, dass es in Zukunft für Unternehmen noch wichtiger wird, ihre Beschäftigten auch per bAV vor der Abwanderung zu anderen Unternehmen abzuhalten.

Trotz ihrer Bedeutung für die Altersvorsorge der Beschäftigten und ihrer Funktionen für die Personalpolitik nimmt bAV in den Unternehmen jedoch nicht die erwartete Rolle ein – dies gilt der Umfrage zufolge besonders für den Mittelstand. Nach Ansicht von drei Viertel (74 Prozent) der Experten besteht nur in 40 bis 60 Prozent dieser Betriebe ein entsprechendes Angebot.

Als Hauptgründe für die Kluft zwischen dem Potenzial der bAV für die Personalpolitik und der tatsächlichen Nutzung in der Unternehmenspraxis sehen die Befragten das Desinteresse der Arbeitnehmer. Doch die Personaler üben auch Selbstkritik. 67 Prozent sagen, dass die bAV-Verantwortlichen in den Betrieben mehr Aufklärungsarbeit für die Beschäftigten zum Beispiel über die steuerlichen Vorteile leisten sollten.

Dabei sehen 76 Prozent angesichts der Komplexität des Themas Bedarf an Beratung durch externe bAV-Experten. Schließlich betrachten 44 Prozent der befragten Personaler den Verwaltungsaufwand als eine Hemmschwelle für die Einführung von bAV. (hb)

Foto: Shutterstock

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