PKV: Abschlussbereitschaft „explodiert“

Die Anbieter auf dem deutschen Versicherungsmarkt kämpfen weiter mit den Folgen der Wirtschaftskrise. Die Nachfrage stabilisiert sich zwar, liegt aber weiter deutlich unter Vorkrisenniveau, wie der „Assekuranz Absatzpotenzial-Index“ zeigt. Allerdings haben die Marktforscher von You Gov Psychonomics attraktive Absatzchancen für private Krankenversicherungen (PKV) ausgemacht.

ExplosionInsgesamt planen zum Jahresauftakt 6,4 Prozent aller Versicherungskunden einen Abschluss beziehungsweise einen Wechsel innerhalb der kommenden Monate. Umgerechnet auf den Gesamtmarkt entspricht dies einem Neuabschlusspotenzial von 3,4 Millionen Verträgen im ersten Quartal 2010. Das Ergebnis markiert einen leichten Anstieg gegenüber dem ersten Quartal 2009 (3,2 Millionen). Im Schlussquartal 2009 lag die Wechsel- beziehungsweise Abschlussbereitschaft mit 3,7 Millionen allerdings etwas höher.

Aktuell befindet sich der Analyse zufolge vor allem die Nachfrage nach Kranken- und Pflegetarifen stark im Aufwind. Wegen der Beschränkungen der gesetzlichen Gesundheitsvorsorge sowie der anhaltenden Diskussionen um Zusatzbeiträge denken insbesondere jüngere Versicherungskunden immer häufiger über den Abschluss von Krankenvoll- sowie Kranken- und Pflegezusatzversicherungen nach. Die generelle spartenspezifische Abschlussbereitschaft sei binnen eines Jahres „explosionsartig“ von zwei auf aktuell sechs Prozent gestiegen. Das konkrete Abschlusspotenzial liege damit bei rund einer Million neuer Policen, so Psychonomics.

Dagegen hält sich das Interesse nach Produkten in der Sparte Altersvorsorge weiter in überschaubaren Grenzen. Das konkrete Abschlusspotenzial für das erste Quartal 2010 beträgt rund 300.000 Vorsorgeverträge. Gegenüber dem Vorquartal sind diese Zahlen unverändert, gegenüber den ersten Quartal 2009 ist ein Anstieg von 200.000 auf 300.000 potenzielle Neuverträge zu verzeichnen.

Zur Ermittlung der Indexwerte befragt Psychonomics seit 2007 regelmäßig 1.500 private Versicherungskunden ab 18 Jahren. (hb)

Foto: Shutterstock

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