7. Januar 2010, 10:39
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Versicherungsratings: Hinweise vom Profi

Die Geschichte der Ratingagenturen geht zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Eisenbahn in Nordamerika gebaut wurde. Der Bau erforderte hohe Kredite, die Banken alleine nicht stemmen konnten. Daher gaben die Unternehmen Anleihen aus. Henry Varnum Poor war es, der 1868 Investoren das erste Handbuch mit Informationen zu den Gesellschaften aus der Eisenbahnindustrie bereitstellte.

Früher Eisenbahn, heute Versicherungen, Banken und Staaten

Heute bewerten die großen Drei neben Unternehmen auch Banken und Staaten. Für den hiesigen Versicherungsmarkt führen sie in der Regel Analysen durch, welche die gegenwärtige finanzielle Lage einer Gesellschaft beurteilen.

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Tim Ockenga, Fitch Ratings

Fitch führt Ratings durch, welche die finanzielle Stärke von Unternehmen einschätzen. „Ein Finanzstärkerating bezieht sich auf die versicherungsvertraglichen Verpflichtungen eines Anbieters gegenüber Versicherungsnehmern und Vertragsinhabern“, so Tim Ockenga, Analyst bei Fitch.

In die Bewertung fließen sowohl die rechtliche Organisationsstruktur einer Gesellschaft als auch die betriebliche Strategie und die Produktpalette mit ein. Ebenso wird die Sparte, in der die Versicherung tätig ist, berücksichtigt.

Des Weiteren werden auch Management und Unternehmensleitung analysiert. „Das ist deshalb wichtig, weil Insolvenzen von Versicherungsunternehmen in entwickelten Märkten bislang hauptsächlich durch Managementfehler verursacht wurden“, so Ockenga.

Tim Ockenga: “Geschäftsberichte reichen nicht aus”

Nicht zuletzt analysiert Fitch viele Finanzkennzahlen. Insbesondere in diesem Bereich ist die Mitarbeit der Versicherer notwendig. „Allein öffentlich zugängliche Informationen reichen oft nicht aus, um eine vollständige Finanzanalyse durchzuführen. Viele wichtige Finanzinformationen stehen häufig nicht im Geschäftsbericht. Daher fragen wir bei den Versicherern auch interne Dokumente an“, sagt Ockenga. Nachhaken muss sein Team regelmäßig beim Thema Kapitalanlage. Beispielsweise die tatsächliche Ertragslage eines Versicherers sei aus den Geschäftsberichten nicht immer zu erkennen.

Die Frage nach dem Kapitalanlageverhalten der Versicherer ist insbesondere für die Rendite von Altersvorsorgepolicen wichtig. Erwirtschaften Versicherer selbst eine hohe Rendite, hat das positive Auswirkungen auf die Rendite des Endverbrauchers.

Seite 3: Wer wacht über die Bonität der deutschen Assekuranz?

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