7. Januar 2010, 10:39
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Versicherungsratings: Hinweise vom Profi

Auch Standard & Poor’s (S&P) bewertet die finanzielle Stabilität von Versicherungsunternehmen. Dabei unterscheidet die Agentur zwischen zwei Ansätzen, die sich eigenen Angaben zufolge vornehmlich in Art und Umfang der zugrunde liegenden Informationen unterscheiden.

Das sogenannte interaktive Finanzkraftrating beruht auf einer breiten Informationsbasis und erfolgt im Auftrag des jeweiligen Versicherers. Daneben führt S&P auch sogenannte pi-Ratings durch, wobei pi für public information – zu Deutsch öffentlich zugängliche Informationen – steht. Wie der Name sagt, verwenden die Analysten dafür keine internen Daten. Wie die beiden genannten Bonitätsprüfer führt auch Moody’s hierzulande Versicherungsratings durch, die Aussagen über die Finanzstärke von Versicherungsgesellschaften treffen.

Nationale Wettbewerber mit unterschiedlichen Ansätzen

Die hiesigen Wettbewerber der großen Drei verfolgen in der Regel andere Ansätze. Assekurata beispielsweise versteht sich als Ratingagentur, die vor allem aus Kundensicht bewertet. Um die Kundenorientierung zu messen, kontaktiert ein Marktforschungsinstitut im Auftrag von Assekurata für jedes Unternehmensrating repräsentativ 800 Kunden und befragt diese zu ihrer Bindung und Zufriedenheit mit dem Anbieter.

Dr Will-127x150 in Versicherungsratings: Hinweise vom Profi

Reiner Will, Assekurata

Bei Gesellschaften, die ihre Produkte vor allem über Makler und Mehrfachagenten vertreibt, werden auch die auf den Plan getretenen Vermittler kontaktiert. „Bei Maklerversicherern ist der Vermittler der persönliche Kontakt zwischen den beiden Vertragspartnern. Weil er im Sinne des Kunden handeln soll, weiß er am besten, was der Kunde will“, so Dr. Reiner Will, Geschäftsführer bei Assekurata.

Das Resultat der Telefonumfrage fließt als Teilergebnis zu einem Viertel  (Lebensversicherungs- und Krankenversicherungsrating) beziehungsweise einem Drittel (Unfallversicherungsrating) in das Endergebnis mit ein. Weitere Teilergebnisse sind Sicherheit, Wachstum/Attraktivität und Erfolg. Besonderheiten der einzelnen Sparten: Beim Rating von Lebensversicherungen wird das Teilergebnis Gewinnbeteiligung/Performance mit 30 bis 45 Prozent gewichtet. Entscheidend ist dort, welches Ausmaß das Geschäft mit Fondspolicen beim jeweiligen Versicherer ausmacht. Im Bereich Kranken ist die Beitragsstabilität mit 35 Prozent gewichtet.

Assekurata achtet auch auf Kundenzufriedenheit

Auch wenn Assekurata im Gegensatz zu den internationalen Bonitätsprüfern die Kundenzufriedenheit einbezieht, sieht die Kernherausforderung ähnlich aus. „Natürlich spielt auch beim kundenorientierten Rating die betriebswirtschaftliche Konstitution der Gesellschaft eine zentrale Rolle. Überschussbeteiligung und Beitragsanpassungen hängen beispielsweise unmittelbar mit der wirtschaftlichen Situation zusammen. Daher muss auch hier zunächst die finanzielle Stärke des Unternehmens untersucht werden“, so Will.

Die Analysen von Assekurata basieren eigenen Angaben zufolge vor allem auf internen, vertraulichen Daten. Veröffentlichte Jahresabschlüsse und Berichte von Wirtschaftsprüfern haben nur begrenzte Aussagekraft über die Finanzstärke, so die Erfahrung der Analysten.

Seite 4: Das Kennzahlensystem von Morgen & Morgen

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Die Top 5 der Woche: Versicherungen

Welche Versicherungsthemen stießen bei den Lesern von Cash.Online in dieser Woche auf besonders großes Interesse? Das neue wöchentliche Ranking zeigt es auf einen Blick.

mehr ...

Immobilien

Realitäts-Check: Wann lohnt sich eine Modernisierung?

Häuser aus der Bauboomphase der 1950er- bis 1970er-Jahre werden für Kaufwillige immer ­interessanter. Doch jede Bauepoche hat ihre Eigenheiten. Käufer sollten auf Expertenrat setzen.

mehr ...

Investmentfonds

Die Top 5 der Woche: Investmentfonds

Welches sind die fünf relevantesten Meldungen der letzten Woche im Investmentfonds-Ressort? Finden Sie heraus, welche Themen die Cash.-Online-Leser in der vergangenen Woche am meisten interessiert haben:

mehr ...

Berater

Commerzbank: EZB lässt Aktionäre jubeln

Die Commerzbank muss künftig weniger Kapital vorhalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe die bankspezifischen Kapitalanforderungen (“Pillar 2”) um 0,25 Prozentpunkte auf 2 Prozent gesenkt, teilte das Kreditinstitut am Freitag in Frankfurt mit.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Welche Themen stießen in dieser Woche auf das größte Interesse bei den Lesern von Cash.Online? Im neuen wöchentlichen Ranking finden Sie die fünf meistgeklickten Beiträge im Ressort Sachwertanlagen.

mehr ...

Recht

Top-Juristen gegen Provisionsdeckel

Ein Provisionsdeckel in der Lebensversicherung wäre sowohl verfassungsrechtlich als auch europarechtlich unzulässig. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Rechtsgutachten, die auf Veranlassung der Vermittler-Berufsverbände AfW und Votum sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler (BFV) erstellt wurden.

mehr ...