7. Januar 2010, 10:39
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Versicherungsratings: Hinweise vom Profi

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Joachim Geiberger, M&M

Das Hofheimer Analysehaus Morgen & Morgen (M&M) hat für sein Rating von Lebensversicherungsunternehmen ein System entwickelt, das im ersten Schritt mit Geschäftsberichten arbeitet. Auf Basis dieser Veröffentlichungen bilden die Analysten um Geschäftsführer Joachim Geiberger insgesamt neun Kennzahlen, von denen jede einzelne einen spezifischen Aspekt des Unternehmens beleuchtet.

Werden diese Kennziffern über längere Zeit betrachtet und mit anderen Gesellschaften verglichen, können die Prüfer relevante Aussagen über die Unternehmen treffen. So lässt beispielsweise die Kenngröße Storno einen Rückschluss auf die Qualität der Beratung, der Tarife und der Vertriebswege zu, so die Analysten.

M&M setzt auf neun Kennzahlen plus Stresstest

Weitere Kennzahlen betreffen Nettoverzinsung, Abschluss- und Verwaltungskosten sowie das Wachstum einer Gesellschaft. Daneben werden auch die Bewertungsreserven, die freie RfB – eine Art Puffer zur Glättung der Gewinnbeteiligung –, die modifizierte Eigenmittelquote und die Überschüsse ermittelt. Mithilfe dieser Kennzahlen gewinnen die Analysten Einzelergebnisse, die letztlich zu einem Gesamtergebnis für jede Gesellschaft zusammengeführt werden.

Dieses Rating hat M&M um einen Belastungstest ergänzt, der unternehmensspezifische Daten beinhaltet, die nicht immer vollständig publiziert werden. In diesem Verfahren werden jeweils ein Zins- (minus 1,25 Prozent) und ein Aktiencrash (minus 20 Prozent) simuliert. „Das daraus entstandene benötigte Risikokapital wird dem verfügbaren Risikokapital gegenübergestellt und somit die Sicherheitsquote ermittelt“, so Geschäftsführer Geiberger.

Bei einem Wert von über 100 Prozent verfügt das Unternehmen im Krisenfall über das erforderliche Risikokapital und kann die Auswirkungen der Krise tragen. Neben dem Unternehmensrating für Lebensversicherer veröffentlicht M&M auch Bewertungen zu Krankenvollversicherungen und Berufsunfähigkeitspolicen (BU). Für das BU-Rating haben die Analysten eigenen Angaben zufolge branchenweit interne Daten und Kennzahlen wie Bestandskennzahlen, Leistungsfälle und dergleichen ermittelt. Das Rating setzt sich zusammen aus den Teilergebnissen Bedingungen (50 Prozent), Kompetenz (30 Prozent), Solidität (zehn Prozent) und Antragsfragen (zehn Prozent).

In der Krankenvollversicherung zählt Beitragsstabilität

Des Weiteren führt M&M auch ein sogenanntes Beitragsstabilitäts-Rating durch, das Krankenvollversicherungen auf den Prüfstein legt. Dabei soll die Antwort auf die Frage gegeben werden: Wie stabil sind die Beiträge im Marktvergleich? Dafür werden die relativen und absoluten Beitragssteigerungen der letzten zehn Jahre für Neugeschäftsprämien untersucht. Die Gesellschaft Morgen & Morgen feiert in diesem Jahr ihr zwanzigjähriges Bestehen.

Seite 5: Franke & Bornberg vertrauen auf Eigenanalysen

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