Tarifrechner-Test: Riesterzulagen häufig fehlerhaft kalkuliert

Obwohl die Riester-Rente bereits vor zehn Jahren eingeführt wurde, werden die Zulagen häufig immer noch fehlerhaft berechnet. Dies ergab eine Untersuchung des Vereins „Kubi“ (Konzeptentwicklungs- und Beratungs-/Innovationswerkstatt der Assekuranz und Finanzdienstleister).

tarifdschungelNach Meinung des Vereins zeigen die Riester-Tarifrechner große Mängel in der richtigen Ermittlung der Förderleistungen. Demnach hätten stichprobenartige Tests ergeben, dass es teilweise zu erheblichen Differenzen in den Ergebnissen kommt. So habe keiner der verwendeten Tarif-Rechner die Zulagen in allen Beispielfällen richtig berechnet.

Dies könne bei der Angabe der Riester-Leistungen zu falschen Auskünften führen, betonte Kubi-Vorsitzender Tristan Bötnagel. Für alle, die eine solche fehlerhafte Software verwenden und ihre Kunden auf dieser Basis beraten, sei damit ein hohes Haftungsrisiko verbunden, teilte der Verein mit. „Mögliche Folgen können für den einzelnen Berater oder die betroffenen Gesellschaften enttäuschte Kunden, hohe Stornoquoten und umfangreiche Regressforderungen sein“, warnte Bötnagel.

Angesichts des hohen Aufklärungsbedarfs hatte ein Kubi-Arbeitskreis, dem Branchenexperten aus fast zwei Dutzend Versicherungsgesellschaften, Verbänden, Vertriebsgesellschaften und Softwarehäusern angehörten, eine interne Analyse erstellt. Diese soll insgesamt elf typische Zulagenfehler an Hand von Testfällen erkennbar machen. Zu den Berechnungsfehlern gehöre beispielsweise der häufig übersehene Wechsel der Förderart für Kindereziehende, der vor einigen Monaten die Zulagen-Rückforderungen verursachte. Der Verein betont, dass dieser Berechnungsfehler keineswegs durch die geplante Gesetzesänderung zu Riesterzulagen aus der Welt geschaffen werde.

„Unsere Aufgabe sehen wir nicht darin, Fehler anzuprangern, sondern wir bieten Unterstützung an, Fehler frühzeitig zu erkennen, damit diese rasch behoben werden können“, sagte Bötnagel. Interessierte Anbieter von Riester-Produkten können anhand eines Testfall-Katalogs, den Kubi auf Anfrage bereitstellt, selbst feststellen, ob der von ihnen genutzte Riester-Tarifrechner die Zulagen fehlerfrei und vollständig berechnet.

Der Arbeitskreis hat laut Kubi Branchenstandards erarbeitet, die exakte Berechnungsgrundlagen für die Entwicklung von Altersvorsorge-Beratungssoftware liefern sollen. Diese Standards wurden zunächst für die Riester-Renten-Berechnung im Testfall-Katalog zusammengefasst. (lk)

Foto: Shutterstock

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