7. März 2012, 12:34
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Allianz will griechische Staatsanleihen umtauschen

Der Münchner Versicherer Allianz hat mitgeteilt, das Angebot Griechenlands zu einem freiwilligen Umtausch seiner Staatsanleihen anzunehmen. Die Allianz hält aktuell 310 Millionen Euro an griechischen Staatsanleihen, nachdem 1,3 Milliarden Euro per Ende 2011 auf rund 25 Prozent des Nennbetrags abgeschrieben wurden.

Griechenland-Deutschland-Euro1-127x150 in Allianz will griechische Staatsanleihen umtauschenDas Umtauschangebot vom 24. Februar 2012 sieht vor, dass private Investoren, die von ihnen gehaltenen Staatsanleihen Griechenlands in neue griechische Anleihen tauschen können – zu 31,5 Prozent des ursprünglichen Nennbetrags – sowie in Anleihen des Europäischen Krisenfonds EFSF mit Laufzeiten von bis zu zwei Jahren, die 15 Prozent des ursprünglichen Nennbetrags betragen. Der Schuldenschnitt mit den privaten Gläubigern Griechenlands beträgt somit über 50 Prozent.

Der Allianz-Vorstand hatte nach „intensiven Beratungen“ den Umtausch als wirtschaftlich sinnvoll bewertet. Für Investoren kann ein Umtausch deshalb sinnvoll sein, weil auf diese Weise das Ausfallrisiko etwas gemindert werden könne, heißt es in Expertenkreisen: Einerseits seien 15 Prozent des Nennwertes der neuen Anleihen unter anderem durch den EFSF gesichert. Zum anderen würden die neuen Anleihen nach englischem Recht beurteilt, die weitaus höhere Hürden für einen weiteren Schuldenschnitt vorsehen als nach griechischem Recht.

„Die Umschuldung Griechenlands ist ein wichtiger Schritt zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme des Landes“, sagte Allianz-Vorstandschef Michael Diekmann. Zusammen mit den großen Anstrengungen von Griechenland, anderer hoch verschuldeter Staaten und der Europäischen Union werde damit ein zentraler Beitrag zur Stabilisierung der Eurozone geleistet, von der sowohl Allianz-Kunden als auch der Versicherer als Investor gleichermaßen profitierten. Eine breite Annahme des Umschuldungsangebotes sei ein positives Signal für Griechenland und die Kapitalmärkte, so Diekmann.

Die Eurostaaten wollen Griechenland bis 2014 zusätzliche Finanzhilfen von maximal 130 Milliarden Euro zukommen lassen. Der deutsche Bundestag hatte den Plänen Ende Februar mit großer Mehrheit zugestimmt. Grundlage für die Hilfe ist ein erfolgreich abgeschlossener Umtausch der griechischen Staatsanleihen. (lk)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Einnahmen der Rentenversicherung trotz Corona gestiegen

Die Deutsche Rentenversicherung kommt nach eigenen Angaben finanziell bisher gut durch die Corona-Krise. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres seien die Beitragseinnahmen weiter leicht gestiegen, teilte ein Sprecher mit.

mehr ...

Immobilien

CDU-Generalsekretär dringt auf Verlängerung des Baukindergelds

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich für eine weitere Verlängerung des Baukindergeldes um neun Monate bis Ende 2021 ausgesprochen.

mehr ...

Investmentfonds

Kretschmann bezweifelt schnellen Siegeszug des E-Autos

Vielen geht die Wende hin zur Elektromobilität aus Klima-Gründen längst nicht schnell genug. Der Grünen-Politiker Kretschmann hat dagegen keine Eile. Ganz im Gegenteil

mehr ...

Berater

Adcada GmbH stellt Insolvenzantrag

Die Adcada GmbH aus Bentwisch (bei Rostock) hat Insolvenz angemeldet. Vorausgegangen waren unter anderem Auseinandersetzungen mit der Finanzaufsicht BaFin, die nun von Adcada für die Insolvenz mitverantwortlich gemacht wird. Das Unternehmen war auch in die Schlagzeilen geraten, weil es Anlegergeld zur Produktion von Corona-Schutzmasken einsammeln wollte.

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...