Anzeige
22. November 2012, 12:38
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Neue Sparstrumpf-Debatte? – Forscher sieht bAV auf Sparbuch-Niveau

Nach der Debatte um die Riester-Rente sieht sich nun auch die betriebliche Altersversorgung (bAV) dem Vorwurf ausgesetzt, sich für viele Menschen nicht zu lohnen.

Die betriebliche Altersversorgung erhält Gegenwind

Zu diesem Schluss kommt der Arbeitsrechtsprofessor Ulrich-Arthur Birk, der für seine These viel Widerspruch erntet.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) in ihrer gestrigen Ausgabe berichtet, habe eine Untersuchung des Bamberger Wissenschaftlers ergeben, dass die bAV für viele Menschen keine lohnende Anlage für den Ruhestand sei. „Für Beschäftigte, die, gesetzlich krankenversichert, nach 2005 einen Vertrag unterschrieben haben und vom Chef keinen Zuschuss bekommen, ist die sogenannte Entgeltumwandlung für die Betriebsrente in der Regel nicht rentabel“, zitiert die SZ den Professor, der seit vielen Jahren zum Thema Altersvorsorge forscht.

Bei der Entgeltumwandlung erhält jeder Arbeitnehmer das Recht, einen Teil seines Lohns in eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds zu überführen, wodurch der Beschäftigte sein zu versteuerndes Einkommen mindert – auf diese Weise können bis zu 4.488 Euro jährlich steuerfrei in eine Betriebsrente eingezahlt werden, bis zu einem Betrag von 2.688 Euro fallen zudem keine Sozialbeiträge an.

Sparkonto für 1,75 Prozent lukrativer als bAV?

Was sich zunächst gut anhört, ist nach den Berechnungen von Birk oftmals alles andere als lohnenswert. Birks Beispiel lautet: Ein gesetzlich krankenversicherter, alleinstehender Durchschnitts-Arbeitnehmer mit 3.400 Euro brutto im Monat, der Anfang 2012 eine Direktversicherung bei einem großen deutschen Anbieter abgeschlossen hat und 44 Jahre lang 100 Euro monatlich bis zur Rente mit 67 einzahlt, kommt netto auf eine garantierte Monatsrente von rund 150 Euro. Mit den nicht garantierten Überschüssen wären es 300 Euro. Davon sind allerdings noch knapp 40 Euro abzuziehen, die der bAV-Sparer weniger an gesetzlicher Rente erhält, sodass 260 Euro zu Buche stehen. Ein paar Euro mehr hätte der Modell-Rentner herausbekommen, wenn er bei dem Versicherer eine private Rentenversicherung abgeschlossen oder die jeweils 100 Euro für 1,75 Prozent Zinsen auf ein Sparkonto überwiesen hätte, schreibt die SZ unter Verweis auf Birk.

Nur bei einem sehr günstigen Anbieter könne das Ergebnis für die Betriebsrente etwas besser ausfallen, so Birk. Wer nicht privat krankenversichert sei und vom Betrieb keinen Zuschuss erhalte, solle sich den Abschluss aber gut überlegen, solange Arbeitnehmer in der Auszahlungsphase so schlecht gestellt seien. Birk möchte daher eine politische Diskussion anregen: „Wir brauchen eine Reform der betrieblichen Altersvorsorge. Sonst verpufft die staatliche Förderung“, fordert der Wissenschaftler. Der Gesetzgeber habe die Rahmenbedingungen in der bAV nachträglich verschlechtert.

Seite zwei: Fachleute kritisieren Berechnungsmethode

Weiter lesen: 1 2

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Allianz überarbeitet Rechtsschutz-Tarife

Die Allianz startet im Oktober ihr neues Privat-Rechtsschutz-Angebot. Nach Angaben des Versicherers wurden die weltweit geltenden Versicherungssummen in allen drei Rechtsschutzvarianten angehoben.

mehr ...

Immobilien

Immobilienmarkt 2018: Geldpolitik, Bauzinsen und Immobilienpreise

Bleiben die Baufinanzierungskonditionen günstig? Steigen die Preise für Wohneigentum weiter? Kommt die Zinswende und wenn ja, welche Auswirkungen hat sie? Diese und weitere Fragen bewegen Ende 2017 Ökonomen, Politiker und Verbraucher gleichermaßen.

Gastbeitrag von Michael Neumann, Dr. Klein

mehr ...

Investmentfonds

Biotechnologie: Bakterien produzieren Rendite

Kaum eine Branche birgt ein so 
hohes Potenzial für Investoren wie Biotechnologie. Gleichzeitig zahlt sich 
aber nur ein sehr geringer Teil der Investitionen auch aus. Daher ist für Investoren schon die Auswahl von Fonds herausfordernd. Cash. gibt einen Einblick in das Segment.

mehr ...

Berater

Fondskonzept und DGFRP beschließen IT-Kooperation

Wie die Deutsche Gesellschaft für Ruhestandsplanung (DGFRP) und der Illerstissener Maklerpool Fondskonzept mitteilen, arbeiten sie ab dem 1. November in der Informationstechnologie zusammen. Hierzu bündeln die beiden Maklerdienstleister ihre IT-Lösungen und fassen Ressourcen in den Sparten Investment und Versicherungen zusammen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Autark Invest: Vertrieb mit abgelaufenem Prospekt?

Die Finanzaufsicht BaFin weist auf ihrer Website darauf hin, das der Verkaufsprospekt der Autark Invest GmbH, Olpe, “ungültig” ist. Er hat sein gesetzliches Haltbarkeitsdatum überschritten.

mehr ...

Recht

Musterfeststellungsklage: BdV hofft auf schnelle Lösung

Der Bund der Versicherten (BdV) hält die Einführung eines Musterfeststellungsverfahrens für sinnvoll. “Nur so kann eine zügige und kostengünstige Durchsetzung von Ansprüchen, die einer Vielzahl von Verbrauchern zustehen, ermöglicht werden – so zum Beispiel auch im Bereich der Lebensversicherung”, sagte Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

mehr ...