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11. Dezember 2013, 12:27
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bAV-Urteil: Steuerentlastung für Leistungen aus berufsständischen Versorgungswerken

Kapitalleistungen aus berufsständischen Versorgungswerken können nach einem aktuellen BFH-Urteil ab sofort nach der sogenannten Fünftelungsmethode besteuert werden. Auf diese Weise könnten Betroffene viel Geld sparen, teilt das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) mit. Dort hofft man nun auf eine Signalwirkung für die betriebliche Altersversorgung (bAV).

Professor Dr. Thomas Dommermuth: Die Steuerbegünstigung kann einen bedeutenden fünfstelligen Vorteil bewirken.

Professor Dr. Thomas Dommermuth: “Die Steuerbegünstigung kann einen bedeutenden fünfstelligen Vorteil bewirken.”

IVFP-Gesellschafter Professor Dr. Thomas Dommermuth und Anne Killat, die früher am NRW-Finanzministerium tätig war, erstritten den ermäßigten Steuersatz beim Bundesfinanzhof (BFH) in München, der höchsten Instanz der Finanzgerichtsbarkeit in Deutschland.

Die beiden Steuerberater vertraten einen Apotheker, der gegen die Steuerhöhe seiner einmaligen Kapitalabfindung in Höhe von 350.000 Euro geklagt hatte. Der Fiskus besteuerte den Kapitalertrag aus dem berufsständischen Versorgungswerk des Apothekers in voller Höhe mit 58 Prozent. Im Gegensatz zu der seit 2005 angewandten vollen Besteuerung nach dem “Rürup-Prozentsatz” sieht die ab sofort geltende Fünftelungsmethode eine gedankliche, steuerliche Verteilung auf fünf Kalenderjahre vor.

Dommermuth erhofft sich Signalwirkung für Direktversicherungen und Pensionskassen

“Die Steuerbegünstigung kann, je nach der Höhe der Kapitalleistungen aus derartigen Versorgungswerken und des übrigen zuversteuernden Einkommens, einen bedeutenden fünfstelligen Vorteil bewirken”, sagt Steuerberater Dommermuth.

Der Experte erhofft sich nun eine Signalwirkung für die betriebliche Altersversorgung (bAV): “Wenn das höchste deutsche Steuergericht die Fünftelungsmethode für Kapitalleistungen aus berufsständischen Versorgungen gewährt, muss diese Regelung auch für Kapitalleistungen aus den ab 2005 abgeschlossenen betrieblichen Direktversicherungen und Pensionskassen gelten.”

Hier seien die Finanzämter und das Bundesfinanzministerium bisher anderer Auffassung gesewesen, so Dommermuth. (lk)

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2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Gieseler,
    vielen Dank für Ihre Anmerkung. Es ist selbstverständlich richtig, dass es sich bei den berufsständischen Versorgungswerke um keinen Durchführungsweg der bAV handelt. Um Missverständnisse zu vermeiden, haben wir den Artikel entsprechend angepasst.
    Der Artikel stützt sich auf eine schriftliche Einschätzung des IVFP, aus der Cash-Online zitiert hat. (lk)

    Kommentar von klein — 13. Dezember 2013 @ 11:30

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,

    diesen Artikel verstehe ich nicht. Denn berufsständige Versorgungswerke für Ärzte, Apotheker u. a. sind ein Substitut der gesetzlichen Rentenversicherung und kein Durchführungsweg der bAV. So ist zum Beispiel auch keine Kapitalauszahlung möglich die dann zu versteuern wäre. Weder in voller Höhe noch nach einem irgendwie gearteten “Rürup-Prozentsatz” noch nach Fünftelung (§ 34 EStG)
    Artikel dieser Art scheinen mir eher dazu geeignet die Steuersituation der bAV zu verschärfen als tatsächliche Entlastung zu bringen.

    Kommentar von Friedhelm Gieseler — 13. Dezember 2013 @ 10:30

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