11. November 2013, 12:08
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Nach Leitzinssenkung: BdV erwartet Rückzug von Lebensversicherern

Der Bund der Versicherten (BdV) geht davon aus, dass immer mehr Lebensversicherer ihr Neugeschäft aufgeben werden. Nach der Senkung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank (EZB) werde “das Problem der Lebensversicherer verstärkt, die Verträge mit hohen Garantien von bis zu vier Prozent zu erfüllen”, teilen die Verbraucherschützer mit.

Axel Kleinlein, Bund der Versicherten

Axel Kleinlein, Bund der Versicherten (BdV), befürchtet, dass sich immer mehr Lebensversicherer aus dem aktiven Geschäft verabschieden – und spricht sich zugleich gegen den Abschluss von Kapitallebensversicherungen aus.

Dadurch, dass die Versicherungsgesellschaften auf dem Kapitalmarkt jetzt noch weniger Zinsen erwirtschafteten, werde das Geschäftsmodell der deutschen Lebensversicherer “weiter auf die Probe gestellt”, so der BdV. Die Versicherer müssten Rückstellungen im zweistelligen Milliardenbereich bilden, um die Zinsgarantien ihrer Kunden bedienen zu können. Schon jetzt zeige sich, dass sich Versicherer deshalb immer weiter aus dem “aktiven Geschäft zurückziehen und in Abwicklung gehen”, heißt es.

BdV: Aufgabe des Neugeschäfts schlecht für Bestandskunden

“Wir befürchten, dass sich zukünftig immer mehr Lebensversicherer aus dem aktiven Geschäft verabschieden werden und nur noch die Bestände verwalten wollen”, sagt BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein. Dies würde Nachteile für die Kunden mit sich bringen, glaubt Kleinlein. So müssten die Versicherten im Falle einer Abwicklung des Neugeschäfts mit schlechteren Überschüssen rechnen.

“Muss der Versicherer nämlich keine neuen Kunden anlocken, braucht er keine attraktiven Konditionen, er muss also zum Beispiel keine hohe Überschussbeteiligung mehr ausloben”, mutmaßt der BdV-Chef. Der Verbraucherschützer verweist dazu auf die Victoria Versicherung, die kein Neugeschäft mehr betreibt und bei der die Überschussbeteiligung mit 3,0 Prozent in 2013 geringer ausfällt als bei der Konzernmutter Ergo (3,2 Prozent).

Verbraucherschützer mit widersprüchlicher Position

Während der BdV einen Rückzug der Lebensversicherer aus dem aktiven Geschäft bedauert – rät der Verein die Verbraucher zugleich von einem Neuabschluss einer Kapitallebensversicherung oder auch privaten Rentenversicherung “grundsätzlich” ab – wie die beide Positionen zusammenpassen sollen, erklärt der BdV allerdings nicht. (lk)

Foto: Christof Rieken

2 Kommentare

  1. Großartig, Herr Kleinlein; Aber wozu raten Sie denn als echte Alternative ? Diese Art der Panikmache braucht kein Mensch; Echte Kritik beinhaltet immer auch Lösungsvorschläge, ansonsten ist es schlichte Polemik; Es bleibt spannend

    Kommentar von Nils Fischer — 14. November 2013 @ 08:22

  2. Leider scheinen manche denn Sinn einer Kapitalbildenden Versicherung ( Kpital-Lv) sowie Kapital-Rentenversicherung ) nicht zu verstehen aber dies ist kein Wunder den wer in den letzten 20 Jahren nur die Rendite verkaufen konte und die sonstigen Vorteile nicht aufzeigen konte bzw nicht wollte wird es jetzt auch nicht tun wir sind heute bei einem Garantierten Zins auf den Kapitalstock von q 1,75 Punkten plus Überschuss. Wenn es noch einen gibt.
    Dies auf die Laufzeit zugesagt des weiteren zusätzliche Risikoabsicherung ! Zugegeben die Versicherungsunternehmen bestehen immer mehr als Profitcentren der Aktionäre die von Zweisteligen Profiten träumen was gelten da noch die Interessen der Versicherten ! Betr Victoria wie bereits erläutert ist sie in der ERGO-Gruppe verankert dies verkauft weiterhin über ihren Namen Kapitalversicherung zb. Hamburg Mannheimer usw. Weshalb soll sie mehrfach fahren, allerdings schlauer Schachzug das die Victoria nicht in der ERGO aufgeht den sonst müste sie den aktuellen Überschuss auf die Victoria Verträge mit geben .

    Kommentar von Karl Salzmann — 13. November 2013 @ 15:38

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