Anzeige
5. Februar 2013, 08:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Risikoarme Berufsgruppen werden günstiger”

Miriam Michelsen, Leiterin Vorsorge beim Finanzdienstleister MLP, konstatiert, dass der Trend zur Erweiterung der Berufsgruppen bei den Versicherern zu einer verstärkten Prämienspreizung führt.

Berufsgruppen

Miriam Michelsen, MLP: “Das BU-Angebot ist heute sehr ausgereift”.

Cash.: Laut einer aktuellen Studie verfügen 26 Millionen deutsche Arbeitnehmer über keinen Versicherungsschutz gegen Berufsunfähigkeit. Wie zufrieden sind Sie angesichts dieses großen Marktpotenzials sowie im Hinblick auf die Einführung der Unisex-Tarife mit Ihrem BU-Jahresendgeschäft 2012?

Michelsen: Es steht außer Frage, dass die BU-Absicherung eine der wichtigsten existenziellen Absicherungen ist. Deshalb gehört die Empfehlung, den Ausfall der eigenen Arbeitskraft adäquat abzusichern, zu unseren Beratungsstandards – unabhängig von der Unisex-Einführung. Mit der Quote der BU-Absicherung zum Jahresende sind wir zufrieden.

Mit welchen Kostensteigerungen müssen Männer und mit welchen Kostenentlastungen dürfen Frauen unter Unisex im BU-Markt rechnen?

Nach unseren Berechnungen wird beispielsweise ein 35-jähriger Mann bei Abschluss eines Unisex-Vertrags gegenüber einer Bisex-Kalkulation mit zehn Prozent höheren Beiträgen rechnen müssen. Eine gleichaltrige Frau könnte dagegen knapp zwei Prozent einsparen.

Sehen Sie bei den Produkten noch Potenzial zur weiteren Differenzierung, etwa hinsichtlich des Bedingungswerks?

Das BU-Angebot ist heute sehr ausgereift – Unterschiede liegen aber im Detail der Verträge. Mit unserem qualitätsorientierten Partner- und Produktauswahlprozess stellen wir sicher, dass wir unseren Kunden im breiten Marktangebot bedarfsgerecht Verträge mit hochwertigem Bedingungswerk bieten können.

Seit 2012 stellen wir unter den Anbietern eine zunehmende Differenzierung der Berufsgruppen fest. Dabei führen Kategorien wie Beruf, Anteil der körperlichen Tätigkeit und Führungsverantwortung zu einer größeren Spreizung bei der BU-Prämienkalkulation.

Die risikoarmen Berufsgruppen werden durch die differenziertere Betrachtung tendenziell noch günstiger, wohingegen die höheren Risiken teurer werden.

Welche Entwicklung beobachten Sie im Bereich der BU-Varianten, die für Berufstätige mit schlechten Risiken infrage kämen?

Kunden in risikoreichen Berufsgruppen oder mit Vorerkrankungen stehen bei einem BU-Vertrag vor dem Problem höherer Prämien und eventuellen Ausschlüssen oder sie scheitern an der Gesundheitsprüfung, womit ihnen eine BU-Versicherung gänzlich verwehrt wird.

Bei diesen Berufsgruppen macht je nach Bedarf eine Absicherung mittels einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Kombi-Rente oder Dread-Disease-Police Sinn.

Interview: Lorenz Klein

Foto: MLP

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

3 Kommentare

  1. Das ist das generelle Problem bei der breiten Akzeptanz einer BU-Versicherung. Die Versicherer sollten endlich denen eine Versicherungschance geben, die es wirklich brauchen. Viele setzten sich in ihrem Beruf einen hohen gesundheitlichen Risiko, auch für die Allgemeinheit, aus und werden dann noch dafür benachteiligt.

    Kommentar von Peter Sieverth — 28. März 2013 @ 14:43

  2. Kann hier meinem Vorredner nur zustimmen. Was nützt es eine Berufsunfähigkeitsversicherung ins Leben zu rufen und von vornherein die Berufsgruppen entweder auszuschliessen, oder mit so hohen Beitragszuschlägen zu belangen, die gerade einen Berufsunfähigkeitsschutz am dringendsten nötig haben.

    Kommentar von Marinanne Pohl — 27. März 2013 @ 15:58

  3. Der Versicherungsgedanke hat zur Grundlage hohe und niedrige Risiken breit zu streuen.
    Mit der Gebäudemonopolversicherung aus Zeiten des Herzogthums Württemberg war bis weit in die brd hinein nicht nur jedes Gebäude versichert, sondern auch die Feuerwehr unterstützt.
    Wenn die BU-Rosinen-Pickerei so weiter geht , wird die BU-Versicherung aussterben!
    Wer sie braucht der bekommt sie nicht und wer sie bekommt der braucht sie nicht.
    Dann ist nur noch auf einen besseren Staat zu hoffen; DAS walte Bismarck!!
    Franz Schmid

    Kommentar von Franz Schmid — 5. Februar 2013 @ 21:04

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...