27. November 2013, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BU-Verzicht: Meistens liegt’s am Geld

Ein Großteil der Deutschen legt mehr Wert auf einen Unfallschutz als auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Versicherers Swiss Life Deutschland. Zumeist wird der Verzicht auf einen BU-Schutz mit fehlendem Geld begründet.

Ein Markt mit Potenzial: Nur 17 Millionen BU-Verträge verteilen sich auf 41 Millionen Arbeitnehmer.

Ein Markt mit Potenzial: Nur 17 Millionen BU-Verträge verteilen sich auf 41 Millionen Arbeitnehmer.

35 Prozent der Befragten führen ihre Untätigkeit in Sachen BU auf fehlende finanzielle Möglichkeiten zurück. Der zweithäufigste Hinderungsgrund lautet “Unkenntnis über das Thema” (30 Prozent), weitere 27 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass das Risiko einer Berufsunfähigkeit nicht groß sei.

Die private Unfallversicherung ist laut Swiss Life die beliebteste Absicherung gegen den Verlust der eigenen Arbeitskraft – 57 Prozent der Befragten gaben an, über eine entsprechende Police zu verfügen: Dahinter folgen die Berufsunfähigkeitsversicherung (38 Prozent), die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (24 Prozent) und eine Versicherung gegen schwere Krankheiten (zwölf Prozent).

Laut der Statsitik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bestehen in diesem Jahr rund 17 Millionen Berufsunfähigkeitsversicherungen in Deutschland, davon entfallen aber nur 3,4 Millionen auf selbstständige BU-Verträge. Verteilt man die Gesamtzahl der Policen auf 41 Millionen Menschen, die mittlerweile einer bezahlten Arbeit in Deutschland nachgehen, ergibt sich eine Absicherungsquote von rund 41 Prozent – dies deckt sich also mit dem Wert von 38 Prozent aus der Swiss-Life-Umfrage.

Unfallversicherung leistet nicht bei psychischen Erkrankungen

Dr. Tilo Finck, Head Insurance von Swiss Life Deutschland, hält es für bedenklich, dass viele Menschen eine Unfallversicherung einem BU-Schutz vorziehen: “Ein Großteil der Versicherten hat sich für eine Unfallversicherung entschieden, bei der ausgerechnet psychische Krankheiten nicht versichert sind, die mittlerweile der häufigste Auslöser für eine Berufsunfähigkeit sind.”

Einkommen spielt wichtige Rolle bei Absicherung

Weitere Erkenntnis der Studie: Männer, Selbstständige und Angestellte sowie die Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen versichern sich häufiger als Arbeiter, Beamte, Frauen und unter 30-Jährige. Auch spielt laut Swiss Life das Einkommen eine wesentliche Rolle: Befragte mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 Euro oder mehr schließen häufiger eine Police ab, während Geringverdiener überdurchschnittlich oft nicht versichert sind (40 Prozent).

Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa rund 1.500 Bundesbürger zwischen 16 und 60 Jahren. (lk)

Foto: Shutterstock

2 Kommentare

  1. Meiner Erfahrung nach liegt es eher daran, das die Menschen nicht bereit sind, für eine ordentliche Absicherung Geld auszugeben; Das tun Sie eher für Sport, Spiel und Entspannung. Es bleibt spannend..

    Kommentar von Nils Fischer — 29. November 2013 @ 12:21

  2. Das Problem rund um die BU sind die psychischen Erkrankungen. Selbstverständlich stellen diese mittlerweile den größten Teil der BU-Fälle dar. Leichter kann man auf Krankenschein keinen Urlaub machen. Und diejenigen, welche ihre Work-/Life-Balance im Griff haben, zahlen die Rechnung.

    Kommentar von Tom Gerhard — 28. November 2013 @ 09:43

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Getsurance muss Insolvenz anmelden

Alles geht digital, lautete das Motto der Brüder Viktor und Johannes Becher bei der Gründung ihres Insurtechs Getsurance im Jahr 2016. Jetzt hat das Berliner Insurtech Insolvenz angemeldet. Die Geschäfte laufen derweil erst einmal weiter.

mehr ...

Immobilien

Wird der Immobilienkauf durch Corona schwieriger?

Höhere Preise, knappes Angebot – und jetzt auch noch Corona: Gut jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) vertritt die Meinung, dass der Erwerb von Wohneigentum in den vergangenen zehn Jahren schwieriger geworden ist. Drei Viertel glauben, dass es durch die Corona-Krise sogar noch schwerer werden wird, den Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen. Insgesamt machen sich zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) aktuell Sorgen über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Interhyp mit Statista unter 1.000 Bundesbürgern.

mehr ...

Investmentfonds

Schwellenländeranleihen auf Erholungskurs? 5 Fragen und Antworten für Anleger

Weltweit kämpfen Volkswirtschaften mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die insbesondere mit Blick auf die Schwellenländer für zahlreiche negative Schlagzeilen gesorgt hat. Doch häufig werden Schwellenländer fälschlicherweise als homogenes Anlageuniversum betrachtet. In diesem Q&A stellt Alejandro Arevalo, Fondsmanager im Bereich Emerging Markets Debt bei Jupiter Asset Management, einige Missverständnisse zu Anlagen in Schwellenländeranleihen richtig und erklärt, wo er derzeit die attraktivsten Chancen sieht.

mehr ...

Berater

Fonds Finanz erweitert Produktportfolio um hauseigenen Edelmetalltarif „EasyGoSi“

Deutschlands größter Maklerpool ermöglicht seinen angebundenen Maklern mit „EasyGoSi“ ab sofort die einfache und sichere Vermittlung der beiden Edelmetalle Gold und Silber. Die Vermittlung ist erlaubnisfrei und unterliegt keinen weiteren Auflagen nach § 34f der Gewerbeordnung oder anderen Dokumentationspflichten. Mit dem neuen Tarif reagiert die Fonds Finanz auf den Bedarf der Vermittlerkunden, die in den derzeit wirtschaftlich unsicheren Zeiten vermehrt in die Edelmetalle Gold und Silber investieren möchten.

mehr ...

Sachwertanlagen

LHI Gruppe erwirbt ersten Solarpark in Dänemark

Für einen seiner Investmentfonds für Institutionelle Investoren, hat der Asset Manager LHI aus Pullach i. Isartal im Norden Jütlands, etwa drei Kilometer vor der Küste, einen Solarpark vom Entwickler European Energy A/S erworben.

mehr ...

Recht

Quarantäne: Rechte und Pflichten in der Zwangspause 

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, müssen Personen, die sich mit Sars-CoV-2 angesteckt haben, in Isolierung. Diese Zwangspause ist eine behördlich angeordnete Maßnahme. Doch auch der bloße Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus kann dazu führen, dass eine Quarantäne nötig wird. Welche Regeln es für die sogenannte “Absonderung” gibt.

mehr ...