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1. März 2013, 15:18
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Demographischer Wandel: Betriebe planen häufig am Mitarbeiter vorbei

Fast die Hälfte der unter 30-Jährigen in Deutschland rechnet mit einer Berufstätigkeit über das 70. Lebensjahr hinaus, ergab eine aktuelle Studie im Auftrag der Gothaer Versicherung. So viel Weitblick herrscht im Demographiemanagement der Unternehmen häufig nicht.

Demographischer Wandel: Unternehmen planen häufig am Mitarbeiter vorbei

Michael Kurtenbach, Vorstandsvorsitzender Gothaer Krankenversicherung

Rund sieben von zehn Mitarbeiter in Deutschland kritisieren ihre Arbeitgeber dafür, dass sie zu wenige interessante Angebote für die betriebliche Altersversorgung (bAV) und für die Gesundheitsförderungund bereitstellten. Hier sei das Angebot vieler Unternehmen begrenzt und gehe zum Teil am Bedarf der Mitarbeiter vorbei oder sei für manchen Geringverdiener schlichtweg zu teuer, teilt der Kölner Versicherer mit, in dessen Auftrag das Meinungsforschungsinstitut Forsa und das F.A.Z.-Institut 1.000 Berufstätige im Alter zwischen 16 und 60 Jahren befragte.

Finanzielle Einbußen im Alter befürchtet

Weiter ergab die Befragung, dass die meisten Erwerbstätigen ihrem Ruhestand mit Skepsis entgegensehen: 61 Prozent der Befragten erwarten, dass die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Altersvorsorge für sie selbst nicht ausreichen werden, um im Alter einen zufriedenstellenden Lebensstandard genießen zu können (siehe Grafik unterhalb). Deshalb möchte ein Großteil der Befragten lieber jetzt über eine bAV vorsorgen, sei es im Rahmen einer arbeitgeberfinanzierten Betriebsrente oder einer Entgeltumwandlung.

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Demographischer Wandel: Unternehmen planen häufig am Mitarbeiter vorbei

Nur fünf Prozent der Befragten verfügen über ein Lebensarbeitszeitkonto

Drei Viertel der Beschäftigten geht zudem nicht davon aus, über das 70. Lebensjahr hinaus erwerbstätig zu sein. Gerade ältere Erwerbstätige hegen die Hoffnung, vorzeitig in den Ruhestand gehen zu können, so die Gothaer. 61 Prozent der Befragten befürworten, Lebensarbeitszeitkonten im eigenen Unternehmen einzuführen, um gegen Risiken infolge der demographischen Entwicklung vorzubeugen. Aktuell verfügen lediglich fünf Prozent der befragten Arbeitnehmer über ein Lebensarbeitszeitkonto.

Junge rechnen mit Berufstätigkeit über das 70. Lebensjahr hinaus

Zugleich rechnet fast die Hälfte der Befragten unter 30 Jahren mit einer Berufstätigkeit über das 70. Lebensjahr hinaus (siehe obige Grafik). Angesichts dieser Zukunftsaussichten schätzt die jüngere Generation steigende Krankenstände und die eigene Berufsunfähigkeit etwas dramatischer ein als die Befragten der mittleren und höheren Altersgruppe, berichten die Studienmacher.

Große Nachfrage nach BU vom Arbeitgeber

Mit dem prognostizierten Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung in Deutschland erwartet jeder zweite Erwerbstätige steigende Krankenstände in den Unternehmen. 49 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, im Laufe ihres Berufslebens berufsunfähig zu werden (siehe obige Grafik). Doch nur elf Prozent der Arbeitnehmer nutzen aktuell Berufsunfähigkeitsversicherungen über ihren Arbeitgeber. Dabei halten 66 Prozent der Befragten betriebliche BU-Versicherungen für besonders wichtig (siehe Grafik unterhalb). Darüber hinaus hebt fast jeder zweite Arbeitnehmer Dread-Disease-Versicherungen hervor. Aktuell haben aber lediglich zwei Prozent der Befragten dieses Versicherungsprodukt über ihren Arbeitgeber abgeschlossen.

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Zahnversicherungen besonders stark nachgefragt

Auf die Frage nach ihrem Bedarf an betrieblichen Krankenzusatzversicherungen nennen die Befragten zuerst Produkte aus dem Dentalbereich: Policen für den Zahnersatz (69 Prozent) und solche für zahnmedizinische Behandlungen (56 Prozent). Es folgen Zusatzversicherungen für ein Tagegeld im Pflegefall (53 Prozent) und für den Fall ambulanter Behandlungen. Dazu zählen laut Gothaer beispielsweise die Kostenübernahme bei Zuzahlungen, Naturheilverfahren und Sehhilfen. Dabei zeigen Frauen für alle abgefragten Arten von Krankenzusatzversicherungen ein größeres Interesse als Männer, berichten die Studienmacher.

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Seite zwei: Betriebliche Gesundheitsförderung kommt bei Arbeitnehmern gut an

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