Deutsche sind in Sachen „Pflege-Bahr“ ahnungslos

Das Gros der Deutschen hat von staatlicher Förderung der privaten Pflegezusatzversicherung bislang noch nie gehört, ergab eine repräsentative Umfrage des Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr

An 89 Prozent der Befragten ist danach der sogenannte „Pflege-Bahr“ bisher vollkommen vorbei gegangen. Von den wenigen, die um den staatlichen Zuschuss zur privat organisierten Pflegeabsicherung wissen, bewerten 51 Prozent das Zubrot von jährlich 60 Euro als mittelmäßig oder schlecht. Ein Drittel finden den Zuschuss gut, 15 Prozent sind davon sogar begeistert, so das Ergebnis der YouGov-Umfrage. „Der Pflege-Bahr wird sich für den Durchschnittsverbraucher nicht zum Zugpferd entwickeln, sondern eignet sich höchstens als Teilargument im Beratungsgespräch“, mutmaßt Dr. Oliver Gaedeke, Vorstand und Leiter der Finanzmarktforschung bei YouGov. Wie auch schon bei der Riester-Rente müsse die staatlich geförderte private Pflegetagegeldversicherung durch die Versicherungsvertreter an die Menschen herangetragen werden, um das politische Ziel einer verbesserten privaten Vorsorge zu erreichen.

Nur jeder Vierte ist bereit zu handeln

Dennoch sehen 87 Prozent der Befragten die Gefahr, im Pflegefall das eigene Vermögen  aufzehren zu müssen und der Wunsch, im Pflegefall im eigenen Haus bleiben zu können, ist mit 85  Prozent sehr groß. Da das Thema Pflege hoch emotional sei, würde es gern verdrängt. Nur jeder vierte Befragte hält eine private Pflegezusatzversicherung für sehr wichtig, so YouGov. Unter zahlreichen Produktmerkmalen stünden neben einer Beitragsbefreiung in finanzieller Notlage, der Leistungsumfang und die Wartezeit im Zentrum der Kundenentscheidung. Als Produkt aus dem Gesundheitsbereich stehe aus diesem Grund die eigene Krankenkasse als möglicher Abschlusspunkt auf Rang eins bei den Verbrauchern. (fm)

Foto: Bundesgesundheitsministerium/Dedeke

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